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Primarschulhaus Eidmatt III
Ort: Wädenswil, Eidmattstrasse 19.
Zeit: 1993–1994 (Projekt); April 1994 – August 1995 (Bau); 28.10.1995 (Einweihung).
Objekt: Primarschulhaus mit Hort und Mehrzweckräumen.
Architekten: Hurter+Thoma. Projektleiter: Andreas Felber. Bauleitung: Thomas Reichelt.
Auftraggeberschaft: Stadt Wädenswil, Primarschule; zuständig: Spezial-Baukommision unter Leitung von Johannes Zollinger (Präsident Primarschulpflege und Stadtrat).
Ausstattung: Glasfenster von Marc King.
Geschichte: Das alte Dorfschulhaus von Wädenswil befand sich unterhalb der Kirche; 1819–1820 wurde es durch einen
Steinbau ersetzt, aber schon bald wieder verkauft, weil 1834–1835 südlich unterhalb der Kirche ein neues, grösseres
Schulhaus gebaut wurde. 1888-1890 kam das
Schulhaus Eidmatt II dazu, 1951–1952 und 1962–1964 zwei Turnhallen und ein grosser Sportplatz (anstelle des Friedhofs). Damit hatte die Eidmatt den Charakter eines Schuldorfs oder Campus bekommen. Seit 1963 war der Komplex Richtung Gasiplatz durch einen Doppelpavillon abgeschlossen. Als die Schulpflege Ende 1980er Jahre die Innenrenovation des Glärnischschulhauses projektierte, setzte sie sich mit der schulischen Platznot im Dorfkern auseinander. Nachdem eine Erweiterung des Glärnischschulhauses ausgeschlossen worden war, konzentrierte man sich auf das zentral gelegene, gut erschlossene und weiträumige Eidmattareal. Zuerst wurden ein Neubau oder eine Erweiterung des Schulhauses Eidmatt II erwogen, dann aber ein Neubau ins Auge gefasst. Als Bauplatz wurde – in Absprache mit einem Stadtplaner – die Eidmattwiese zwischen dem Vorplatz von Eidmatt II und dem Gasiplatz bestimmt, wo bereits das Provisorium von 1963 stand. Im März 1993 konnte der Stadtrat den Bau des Schulhauses beantragen (Weisung Nr. 73, 25.3.1993), am 28. November des gleichen Jahres wurde der Baukredit von der Stimmbürgerschaft bewilligt. Der Auftrag ging direkt an Hurter+Thoma, die seit 1989 in die Planung involviert waren. Weil der Bund seinen Beitrag befristet hatte, musste das Vorhaben schnell realisiert werden. Im April 1994 begonnen, konnte der Bau bereits im August 1995 bezogen werden.
Beschreibung: A Gesamtkonzept: Der Bau mutet mit seiner Würfelform und dem markanten Pyramidendach palladianisch an. Die Mitte der leicht konkaven Front ist in drei Fensterbahnen aufgelöst, hinter der sich eine grosszügige Eingangshallen- und Teppenanlage befindet. Die genannten Fensterbahnen sind mit einem monumentalen Glasgemälde von Marc King geschmückt (Wasserwelle und vier Seinsweisen der irdischen Natur: Mineralien, Pflanzen, Tiere, Menschen).
B Materialien und Schmuck: Der Rohbau besteht aus Backstein, Holz und Betonelementen, die Haut aus weissem Putz, die Rahmen der Fenster und Türen aus hellblau eloxiertem Aluminium. Boden in der Eingangshalle aus Schiefer, restliche Böden aus Holz oder Linol. Holz-Beton-Verbunddecken; auf den Balken aufgemalte kleine Figuren. – C Nicht realisierte Solaranlagen: Der Dachvorsprung und die Fensterbedachungen waren für Photovoltaikanlagen konzipiert; auf Anregung von Hurter+Thoma wurden diese aus der ersten KV-Vorlage herausgenommen, in der (sich nicht erfüllenden) Hoffnung auf spätere Nachrüstung. – D Nicht realisierte Aula: Nach der Vision der Architekten sollte das Gebäude auch Vereinen und anderen Interessenten zur Verfügung stehen, dafür war ein grosser Dachsaal mit Oberlicht (Glasspitze auf dem Pyramidendach) gedacht; am Abend sollte das erleuchtete Monumentalfenster zur allgemeinen Nutzung des Gebäudes einladen. Auch dieser Saal wurde aus Kostengründen zurückgestellt. 2000 scheint er dann doch noch eingerichtet worden zu sein (Baueingabeplan aus diesem Jahr). – Vorplatz und Spielanlage: zwei leicht abschüssige Vorplätze gehen, vermittelt durch Stufen, in einen bekiesten Spielplatz unter alten Kastanien über; auf diesem Findlinge zum Klettern, ein Brunnen mit Pumpschwegel und bachbettartigem Abfluss und Anderes: Anregungen zur Entfaltung der Sinne im Sinn des Pädagogen und Philosophen Hugo Kükelhaus.
Literatur: 1) Allgemeiner Anzeiger vom Zürichsee/Grenzpost, Sonderbeilage 26.10.1995 (im Hinblick auf die Einweihung vom 28.10.1995).
Quellen: 1) StadtAW 2248/1993 (Neubau Schulhaus); 3119/2000 (Ausbau Dach). – 2) DOK Hurter.