SEEHOF (Seestrasse 94)

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Kleinpalazzo in schlichtem Biedermeier-Klassizismus. In seiner ursprünglichen Funktion als Hotel von Gartengrün und Wasser umgeben. Zur Seehof- und Bahnhofstrasse hin Zinnen-Anbauten in modernistischem Design (einst Sportgeschäft).
Seehof mit Sust-Hafen und Schiessstand (rechts aussen). Lithografie, Mitte 19. Jh.

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1840–1841
Anstelle eines alten Giebelhauses wird ein spätklassizistischer Gasthof erbaut: der Seehof. Der Neubau ist Teil einer vollständigen Umgestaltung des Uferbereichs beim Plätzli (Bau Seestrasse, Sust und Hafen).
 
1841 bis 1862
Zwanzig Jahre lang ist der Seehof das renommierteste Hotel Wädenswils; hier findet die Hochstapleraffäre statt, die Gottfried Kellers «Kleider machen Leute» zugrunde liegt. Nach 1850 richtet der Wirt einen Dampfschiffsteg ein. Wegen der Passagierschiffe wird 1859 der Schützenstand, der auf einer Landzunge stand, verlegt. Darauf wird 1862 das Hotel geschlossen, was wiederum zur Verlegung des Schiffsstegs führt.
 
1875 bis 1932
Mit der Aufschüttung des Ufers und des Sust-Hafens zugunsten der Bahnanlage verliert der Seehof den Kontakt mit dem See; bis zur Verlegung des Stationsgebäudes hat das Haus den Bahnhof als Nachbarn.
 
1942 bis 2019
Der Seehof ist Sitz des bekannten Sportgeschäftes Bär. Nach dem Verzicht des Kantons, das Haus zugunsten einer Strassenverbreiterung abzureissen, wird es unter Schutz gestellt und 1983-1984 renoviert; nur die vollständige Entfernung des Gartengrüns zeugt vom Streben nach einer «verkehrsgerechten Stadt».