1905 trat der aus Schleswig stammende Emil Listenow (1872–1950) die Nachfolge des Fotografen Ferdinand Gerstner an. 1911 zog er von der Eintrachtstrasse in sein neu erbautes Atelier im Haus Oberdorfstrasse 29 um, nachmals Druckerei Villiger. An seinen erhaltenen Bildern gemessen, kann Emil Listenow, der ab 1907 auch einen Kunstverlag führte, als wichtigster Wädenswiler Fotograf zu Beginn des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden. Eine seiner Spezialitäten war das Fotografieren von Festen und Umzügen. So hielt er mit seiner Kamera die
Chilbi (nach 1903), die
Fasnachtsumzüge 1908, 1910, 1911, 1921 und 1922 fest, 1908 das 6. Ostschweizer Musikfest in Wädenswil, 1909 den Umzug zur Einweihung des
Glärnischschulhauses, 1923 das Festspiel der
X-Gesellschaft «100 Jahre Verkehr in Wädenswil». Fotograf Listenow verdankt man auch viele Ansichten von Wädenswiler Gebäuden: Säge am Sagenrain (1905), Bürgli (1906), Fabrikgebäude der Schnyder AG (1906), Asyl und Krankenasyl (1907), Altersasyl Fuhreck (1907), Burgruine (1907), Postgebäude (1907), Schloss (1909), Friedberg und Bank Wädenswil (1910), Grundhof (1910), Unterer Leihof (1910), Reformierte Kirche (1911), Badanstalt (1911, Hotel Engel (1912), Friedheim und Kinderheim Bühl (1912), Häuser am Reblaubenweg (1913), Freihof (1913), Pension Herrlisberg (1914), Gutswirtschaft Büelen (1914), Spinnerei Bachgaden (1918), Katholische Kirche (1919), Central (1920), reformiertes Pfarrhaus (1921). Erhalten blieben sodann Fotos vom Brand des Einsiedlerhofs (1905), des Töchterchors Wädenswil (1910), vom Denkmal für Bundesrat Walter Hauser (1910), vom FC Wädenswil (1913) und von der Seegfröörni 1914.