HISTORISCHE GESELLSCHAFT WÄDENSWIL, HGW
Quelle: Jahrbuch der Stadt Wädenswil 2016 von Mariska Beirne
Seifenfabrik Sträuli an der Einsiedlerstrasse.
Als kleines Geschenk auf den Heimweg erhielt jeder Gast ein Stück türkisfarbener Fenjal-Duschseife an einer Kordel, die durch Aussehen und Geruch wohl bei manchem nostalgische Gefühle auslöste.
In den letzten Wochen des Jahres arbeiteten die Mitglieder der beiden Vereine HGW und VtW, die beiden Hauptmieter der Kulturgarage, auf Hochtouren an den Vorbereitungen für ihre geplante Co-Produktion «Wädenswil 1916 – eine Inszenierung». Theater und historische Ausstellung wurden in diesem Konzept miteinander verschmolzen. Bereits im Sommer hatten Mariska Beirne (Kuratorin) und Christian Winkler (Historische Recherche) viele Stunden im Archiv zugebracht und 13 Protagonisten aus unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen ausgewählt, die Wädenswil vor hundert Jahren geprägt hatten. Ihre Resultate leiteten sie an die Autorin und Regisseurin Esther Huss weiter, welche aus diesen Informationen acht unterhaltsame Spielszenen schrieb. Wer Ende November an der Kulturgarage vorbeispazierte, sah die Schauspieler des Volkstheaters unter ihrer Leitung proben. Wie sich die Kulturgarage aber vor Weihnachten immer mehr zu füllen begann, wurden die Rollos und die Vorhänge geschlossen, um das Geheimnis von Bühne und Ausstellung zu wahren. Unterstützt von vielen freiwilligen Helfern ging das Hämmern, Sägen und Streichen weiter bis ins neue Jahr, Vitrinen, Stühle, Tische und Ausstellungsobjekte wurden hineingetragen und mehr und mehr verwandelte sich die Kulturgarage von einem modernen Ausstellungsraum in eine Beiz um 1916.
Fenjal, ein Produkt der Seifenfabrik Sträuli.
Mit dem Grafiker Ueli Schuwey wurden die Ausstellungstafeln ein letztes Mal korrigiert, Leihgaben wurden angeliefert und die Schauspieler waren inzwischen in die Kostüme aus dem reichen Fundus von Esther Huss geschlüpft, die grösstenteils tatsächlich aus den 1910er-Jahren stammten.
«Wädenswil 1916 – eine Inszenierung»
Ziemlich genau zehn Monate nach der ersten gemeinsamen Sitzung zwischen HGW und VtW, am 15. Januar 2016, trafen die ersten geladenen Gäste in der Kulturgarage ein und zum ersten Mal hiess es: «Herzlich Willkommen in Wädenswil im Jahr 1916, was Sie heute hier sehen, ist weder Theater noch Ausstellung, sondern eine Mischung aus beidem.» Konkret bedeutete dies, dass jede der 32 Veranstaltungen mit einer der folgenden acht Spielszenen eröffnet wurde:
Ausstellung Wädenswil 1916 in der Kulturgarage.
Aufführung des Volkstheaters Wädenswil. Szene 5: Mit oder ohne Alkohol?
Mariska Beirne
Präsidentin Historische Gesellschaft Wädenswil