1951 feierte die Mütterberatung Wädenswil 25 Jahre ihres Bestehens. Kurz darauf starb Dr. Emil Ochsner, der die Stelle betreut hatte. In Wädenswil folgten sich 1952 fünf Vorträge über die Pflege des Familienlebens mit sehr gutem Besuch.
An den Versammlungen der Bezirkskommission nahm von nun an regelmässig ein Vertreter des Zentralsekretariats teil; so entstand eine ständige, wertvolle Verbindung. Durch den Rückgang der Tuberkulose war im Sanatorium der Stiftung in Davos Raum für asthmatische Kinder frei geworden.
Ein Film über Jugendliche gab einen Einblick in die Probleme dieses Alters. In Wädenswil fand in Zusammenarbeit mit Behörden ein Kurs statt, mit dem Thema «Schüler und Jugendliche in der Familie», der 148 Teilnehmer zählte. Ein ähnlicher in Richterswil brachte auch über 100 Personen zusammen.
1962 konnte im Tessin ein grosses Unternehmen von Pro Juventute verwirklicht werden: das Feriendorf Bosco della bella mit 27 Ferienhäusern für Familienferien. Schon im folgenden Jahr verbrachten hier 407 Familien frohe Ferientage. Unser Präsident besuchte das Feriendorf. In der Folge leisteten sowohl Wädenswil als auch der Bezirk Horgen dafür Beiträge an das Zentralsekretariat.
Frau
Fanny Hauser-Schwarzenbach konnte 1962 auf vierzig Jahre Mitarbeit zurückblicken, Hermann Frei 1967 auf 43 Jahre. Christian Roggli übernahm 1963 das Bezirkssekretariat.
Immer mehr Gemeinden wurden von der Säuglingsfürsorge erfasst, 1965 waren es schon 1200. 1971 entstand der Verlag Pro Juventute; die Briefe für junge Eltern hatten schon 45‘000 junge Familien erreicht.
Die Frage der Schaffung von Spielplätzen tauchte im Bezirk immer wieder auf. So fand in der Sitzung vom 13. Dezember 1973 ein diesbezügliches Referat von Herrn Bommer vom Zentralsekretariat grosses Interesse. In Wädenswil entstand 1975 ein Verein zur Schaffung eines
Gemeinschafts- und Freizeitzentrums Untermosen, ein grosszügiger Kredit der Behörde und die Überlassung von Maschinen und Werkzeug aus der Pro Juventute Freizeitwerkstätte halfen bei dessen Realisierung.
1976 wurde das Bezirkssekretariat von Willy KinzIer übernommen. Die Frage der Elternbildung beschäftigte in diesen Jahren die Bezirks- und die Gemeindekommissionen, denn in den Familien tauchten immer wieder Erziehungsprobleme auf, vor denen die Eltern ratlos dastanden. Vorträge in den einzelnen Gemeinden über besondere Fragen in der Entwicklung der Kinder konnten Hilfe bringen, durch Ratschläge oder auch nur durch den Hinweis, dass auch andere Eltern mit den gleichen Problemen zu ringen hatten. Um die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule und den EItern untereinander zu fördern, wurde im Januar 1979, dem «Jahr des Kindes» der UNO, beschlossen, eine frühere Schülerin der Schule für Soziale Arbeit für ein Jahr als Praktikantin für drei Tage pro Woche anzustellen. Herr Bruni vom Zentralsekretariat war bereit, die Leitung des Praktikums von Frau Hauser in Richterswil zu übernehmen. Die Bezirkskommission gewährte einen Beitrag von 10‘000 Franken für dieses Projekt. Die Arbeit von Frau Hauser wurde sehr geschätzt, vor allem bei der Zusammenarbeit mit Eltern, Schülern, Lehrern und Schulbehörden für den Pausenspielplatz Töss in Richterswil. Manche Handwerkerstunde wurde so gespart. 1980 konnte der Pausenspielplatz eingeweiht werden.
Eine neue Zielsetzung, eine neue Organisation beschäftigte die Stiftung zu Beginn der achtziger Jahre. Für die Bezirke, die in ihrer Arbeit weitgehend selbständig sind, wurde die Verbindung mit dem Zentralsekretariat enger gestaltet durch die Teilnahme eines Regionalsekretärs an den Sitzungen der Bezirkskommissionen. Zur Sicherung der Finanzierung grösserer Aufgaben wurde eine gewisse Reservebildung der Bezirkskassen empfohlen. Beiträge an andere Organisationen sollten ein Drittel der Jahreseinnahmen nicht übersteigen. Für das Vermögen der Bezirkskassen sollte in der Regel das Dreifache der Jahreseinnahmen während fünf Jahren die obere Grenze bilden.
Anfangs 1984 übernahm Froukje Bachmann das Bezirkssekretariat. Mitte der achtziger Jahre wurde von der Schweizerischen Vereinigung der Fahrenden das Problem «Kinder der Landstrasse» aufgegriffen. Diese Aufgabe wurde in den zwanziger Jahren auf die Aufforderung von Bundesrat Motta nach längerem Bedenken übernommen, eine Aktion, die zwar 1973 aufgegeben wurde, die aber in den letzten Jahren dem Ruf der Stiftung einen gewissen Abbruch brachte, was auch in einem vorübergehenden Rückgang der Verkaufsergebnisse spürbar war. Die Stiftung Pro Juventute stellte 1988 dem Wiedergutmachungsfonds der Stiftung Naschet Jenische eine Summe von rund 460‘000 Franken zur Verfügung.
Einzelne Vorträge und Vortragsreihen dienten in allen vier Gemeinden der Sorge für Kleinkinder. Schüler und Jugendliche − für letztere brachte die Drogensucht mancherlei Probleme. In Wädenswil entstand 1987 das «WIGEblatt», eine Publikation, die in regelmässigen Abständen an alle Familien der Gemeinde versandt wird, mit Artikeln über Probleme der Jugend und der Eltern.
Für die Verkaufsaktion 1988 stammte eine Kartenserie von einer Richterswiler Künstlerin, was der Gemeinde einen Mehrerlös beim Marken- und Kartenverkauf von 6000 Franken erbrachte.
Gelegentlich tauchten auch Ideen auf, die sich nicht verwirklichen liessen. So wurde in Wädenswil versucht, einen «Frauentreff» aufzubauen, ähnlich dem seit 1978 bestehenden
«Frauentreff» in der Au, doch konnten sich die dafür angesprochenen Organisationen nicht zum Mitmachen entscheiden. Regelmässig erschienen in der Lokalpresse Artikel über die Arbeit von Pro Juventute, um der Bevölkerung einen Einblick in deren Tätigkeit zu vermitteln.