Mitte Februar 1975 schloss die Molkereigenossenschaft Wädenswil den Milchladen in Gattikon. Nach durchgeführtem Quartierplanverfahren erklärte sich die Genossenschaft bereit, für die Überbauung Obstgarten das Land im Baurecht abzugeben, entschloss sich aber 1980 zum Verkauf der Liegenschaft.
Wichtige Ereignisse der 1970er Jahre waren die Neuorganisation der Milcheinsammlung und die engere Zusammenarbeit mit der Molkereigenossenschaft Horgen. Der Beschluss, auf Hofkühlung System Etscheid umzustellen, fiel an der ausserordentlichen Generalversammlung vom 3. August 1973. Dies bedeutete, dass die Abendmilch auf jedem Hof in einem Behälter gekühlt und erst am nächsten Tag zusammen mit der Morgenmilch im Tankwagen abgeführt wurde. Das System verhiess Vorteile für die Bauern: frei zu bestimmende Melkzeiten am Abend, einmaliger Hüttenweg, Wegfall der Wasserkühlung, bessere Milchqualität dank Tiefkühlung. Die Molki stellte die Tauchkühler gratis zur Verfügung. An die Hofbehälter – je nach Milchmenge 200 oder 260 Liter fassend –, leisteten die Bauern einen Beitrag von 40 Prozent. Die Genossenschaft erwarb drei Aluminiumtanks zu je 2500 Liter und ein Tankfahrzeug. Mitte März 1974 begann Chauffeur Hugo Rhyner die Milcheinsammlung mit dem Tankwagen, und zwar auf zwei Touren. Die erste Tour, mit Start um 6.30 Uhr im Kräh, führte über Burstel – Mugern – Gisenrüti – Beichlen – Feld – Herrlisberg – Ödischwänd – Chalchtaren – Stocken ins Waggital. Die zweite Tour startete um 8.30 Uhr im Hofacher und bediente die Höfe Himmeri, Mülistalden, Sunft, Sennweid, Felsen und Hänsital.
Am 1. August 1971 übernahm Direktor Walter Lehmann auch die Geschäftsführung der Molkerei Horgen mit dem Fernziel, die beiden Betriebe zu fusionieren. Auch die Molkereigenossenschaft Horgen war ein traditionsreiches Unternehmen, auf dessen Anfänge kurz zurückgeblendet wird:
Am 13. Oktober 1912 beschlossen 72 Milchproduzenten im Meierhofsaal die Gründung einer Molkereigenossenschaft Horgen. Aufgenommen wurden die Sennten Hinterdorf, Bergli, Geren, Allmend, Bocken, Badenmatt, Rietwies, die Bergsennten Moorschwand, Wührenbach und Klausen sowie einige Einzelpersonen im Dorfkreis und in Käpfnach, total 130 Mitglieder. Die Milchhändler traten ihre Kunden an die neue Genossenschaft ab und wurden dafür als Milchführer angestellt. Bis 1924 belegte das Unternehmen, das bereits über verschiedene Fahrzeuge verfügte, Räumlichkeiten in der Sennhütte Hühnerbühl. Dann konnte an der Zugerstrasse die neu erbaute Milchzentrale bezogen werden, die über einen Elektrokessel, vier Milchsammelbassins aus Aluminium und über Kühlräume verfügte. 1937 brauchte Horgen mit 9200 Einwohnern täglich 4520 Liter Konsummilch.
Im Jahre 1972 führte der Verwaltungsrat die Verhandlungen über einen Zusammenschluss mit Horgen weiter. Da eine Fusion hohe Steuerbelastung gebracht hätte, vereinigten sich die beiden Genossenschaften auf 1. November 1974 zu einer «Betriebs AG». Die Molkereien Wädenswil und Horgen behielten ihre Liegenschaften, vermieteten aber die Räumlichkeiten an die neue Gesellschaft.
An der Generalversammlung 1971 war zu erfahren, dass die Pastmilch immer beliebter werde. Im Vorjahr hatte man 482'000 Liter verkauft, jetzt bezifferte sich der Absatz auf 839'000 Liter. Die Molkerei war im Aufschwung; der Umsatz konnte von 6,4 Millionen auf 7,3 Millionen Franken gesteigert werden. Die Milcheinlieferungen schwankten in den 1970er Jahren stark. Die Zahl der Milch liefernden Bauern und die Bedeutung der Sennten nahm in den 1970er Jahren weiter ab. 1954 lebten in der Au 31 Milchproduzenten, 1972 waren es noch deren fünf. Die Sennte Burstel musste 1971 durch Verfügung der Kantonalen Lebensmittelkontrolle als Verarbeitungsbetrieb geschlossen werden. Auch viele andere Sennten wurden zweckentfremdet, sodass die Genossenschaft 1974 alle Beiträge strich.
1974/75 betrugen die Milchlieferungen 4'410'000 Liter oder 6,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Davon wurden 2'912'399 Liter (67%) selber verarbeitet. Wichtig war der Kontakt zu Grossverteilern wie seit 1973 zum Regionallager Coop in Hinwil für die Abnahme von Pastmilch oder zum Milchverband, der im Geschäftsjahr 1975/76 1’203'000 Liter Milch bezog.