Am Feldschiessen
1990 war auf Beichlen erstmals die neue Trefferanzeige Sius 8800 im Einsatz. Bis alles rund lief, war es eine hektische Zeit. Das
«Eidgenössische» in Winterthur brachte den Höhepunkt des Jahres. Die 24 Schützen aus der Au erzielten einen Durchschnitt von 46.387 Punkten, gewannen den Goldlorbeer-Kranz und wurden in Wädenswil von der Verkehrsvereinspräsidentin Hanne Herzog und Stadtpräsident
Walter Höhn, gebürtig aus der Au, am Vereinsempfang beglückwünscht. Erstmals war man zu einem Freundschaftsschiessen nach Kilchberg eingeladen. Mit diesem Anlass begann eine zehnjährige Tradition.
1991 organisierte die Schützengesellschaft Au turnusgemäss das Bezirks-Winterschiessen. Resumée im Protokoll: Beteiligung tief, Kranzquote hoch, Reingewinn klein. Aber die Organisation wurde in der heimischen Presse lobend erwähnt. Anlässlich des Walliser Kantonalschützenfestes verbrachten die Schützen zusammen mit einigen Familienmitgliedern zwei schöne Tage im Wallis. Nebst einem gelungenen Ausflug und dem Besuch eines Weinkellers wurde auch ein wenig geschossen. Gemäss Jahresbericht stand aber das Feiern im Vordergrund.
1992 qualifizierte sich in der Gruppenmeisterschaft die erste Gruppe in der Besetzung Aeschbach, Leinsmer, Neuweiler, Stemmer und Rufibach für den Kantonalfinal im Ohrbühl Winterthur. Leider kam dann dort im ersten Durchgang das Aus. Nach Ostern starb Roman Estermann, der seinerzeit die Vereinsfahne kreiert hatte. Am Zürcher Kantonalschützenfest erreichten die Schützen aus der Au leider nur die dritte Gabenstufe. Ein flimmerndes Ährenfeld zwischen Schiess- und Scheibenstand soll an diesem Debakel schuld gewesen sein. Die Relegation von der dritten in die vierte Kategorie war die Folge.
1993 verhalf ausgeglichenes Morgenlicht während des Tessiner Kantonalschützenfestes am 25. Juni in Biasca zu den ersten Kranzresultaten. Und in der Folge erreichte man den sechsten Schlussrang von 223 Sektionen. Am 24. Juli verstarb Ehrenpräsident Christian Brunner. Auch ein Supergabentisch konnte die Zahl der Teilnehmer am Jugendschiessen nicht erhöhen. Nur noch 41 Jugendliche absolvierten das Acht-Schuss-Programm.
1994 wurde eine Sektionsmeisterschaft eingeführt. Zehn Schüsse auf die Scheibe A5 bilden das Programm. Am Winterschiessen nach neuer Organisation belegte die Schützengesellschaft Au lediglich Rang neun von zwölf teilnehmenden Sektionen. Der Schützenverein Schönenberg feierte sein 125-Jahr-Jubiläum. Am Jubiläumsschiessen erreichten die Schützen aus der Au den guten zwölften Rang. Höhepunkt wurde der Besuch des Waadtländer Kantonalschützenfestes. Ungewohnt war das Schiessen im offenen Stand, ohne Lärmschutz und Schiessblenden. Dennoch war der Sektionsschnitt mit 47,2 Punkten gut.
Im Jahr 1995 wurde die Mehrwertsteuer eingeführt. In Schützenkreisen war dies recht umstritten, wusste man doch zu Beginn des Jahres immer noch nicht, ob und wie abgerechnet werden musste. Horgen weihte den umgebauten Stand mit einem Standerneuerungsschiessen ein und Oberrieden organisierte zum 125-jährigen Bestehen ein Jubiläumsschiessen. Hier erreichten die Schützen der Au den 13. Rang von 32 Sektionen. Eigentlicher Höhepunkt war das Eidgenössische Schützenfest in Thun am 14. Juli. Es trug den Rang 466 ein, bei 2545 teilnehmenden Sektionen. Wehmütig nahm man in der Schützengesellschaft Au die Auflösung des Arbeiterschiessvereines Wädenswil zur Kenntnis.
1996 trug die Gesellschaft erstmals den zu Ehren des verstorbenen Noldi Temperli ins Leben gerufenen, gleichnamigen Cup aus. Immer zwei ausgeloste Schützen treffen aufeinander. Nur der bessere kommt in die nächste Runde. Der Sieger darf für ein Jahr eine Glocke als Wanderpreis nach Hause nehmen. Am 29 Juni liess der amtierende Stadtschützenmeister das Gemeindeschiessen wieder aufleben. Am Solothurner Kantonalschützenfest wurde ein Sektionsschnitt von 72,72 Punkten erreicht.
Die Saison 1997 brachte Neuerungen. Aufgrund des Erfolges der neuen Standartgewehre musste von drei auf vier Kategorien aufgestockt und die Kranzlimite für diese Waffen auf 89 Punkte festgelegt werden. In der Hoffnung auf noch bessere Resultate führten zwei Instruktoren der Schützengesellschaft Au erstmals einen Theoriekurs für Mitglieder durch.
Der Verein Wildensbuch feierte sein 50-jähriges Bestehen. Begleitet von den Frauen besuchten die Schützen aus der Au am 29. Juni das Jubiläumsschiessen.
Am Zürcher Kantonalschützenfest vom 11. Juni war die Gesellschaft noch der vierten Kategorie zugeteilt. Diesem Umstand war es wohl zuzuschreiben, dass die Schützen auf dem Stand Mettmenstetten mit einem Sektionsdurchschnitt von 73,853 Punkten den ersten Rang belegten. Der Goldkranz und ein geschnitztes Holzsäuli waren die Gaben. Der Schützenverein Wädenswil lud ein, beim 1927 gegründeten Winterschiessverband Wädenswil – Stäfa – Richterswil mitzumachen. Durch die Auflösung des SV Richterswil wurde dessen Platz frei. Selbstredend waren und sind die Schützen aus der Au dabei und geben ihr Bestes.
1998 feierten die Feldschützen Rüschlikon ihr 125-jähriges Bestehen. Eine kleine Delegation wurde zu einem besonderen Anlass eingeladen. Unter der Leitung von Heinz Bolliger zeigte die Schweizerischen Nationalmannschaft im Stand Rüschlikon ihr Können. Der Besuch des Thurgauer Kantonalschützenfestes war für die Schützengesellschaft Au der diesjährige Höhepunkt. Der traditionelle Vorstandsausflug führte ins Zeppelinmuseum Friedrichshafen.
Das traditionelle Jahresprogramm war auch für 1999 gültig: Eröffnungsschiessen, Noldi-Temperli-Cup, Freundschaftsschiessen mit Hirzel, Sektionsmeisterschaft, Einzelwettschiessen, Gruppenmeisterschaft, Besuch eines grossen Schützenfestes, Herbstschiessen Stäfa, Bockenkrieg-Schiessen in Horgen, Gruppenschiessen an der Sihl, General-Werdmüller-Schiessen in Wädenswil, Rossbergschiessen, Jugendschiessen, Endschiessen, Ustertagschiessen, vier obligatorische Übungen, Eidgenössisches. Feldschiessen. Als Höhepunkt figurierte dieses Jahr das Sankt Galler Kantonalschützenfest. Für die Veteranen fand ein Eidgenössisches in Lausanne statt. Alle Veteranen der Schützengesellschaft Au brachten den dreifachen Kranz mit nach Hause.