«Aller Anfang ist schwer». Das galt nicht nur für den unerfahrenen Wirt, sondern ebenso für den in der Verwaltung einer Gasthof-Liegenschaft unerfahrenen Vorstand. Am Anfang besorgten die Handwerker im Vorstand die nötigen Reparaturen. Die Frauen der Vorstandsmitglieder nahmen sich der Wäsche an, sie wuschen, bügelten, nähten und flickten. Für Neuanschaffungen zeigten sich bald finanzielle Schwierigkeiten. Dies führte wieder zu Differenzen über die Höhe des Pachtzinses. Nach zirka einem halben Jahr heiratete Otto Vollrath ein zweites Mal, eine Wirtin! Das Geschäft blühte, zwei Serviertöchter hatten alle Hände voll zu tun, und auch die Zimmer waren gut belegt. Der Anhang, den die zweite Heirat mit sich brachte, betätigte sich aktiv im Volkshaus und stellte wohl auch seine Ansprüche. Auf Veranlassung von Louis Müller, Vertreter der «Frigidaire»-Kühlapparate AG, wurde im Keller eine Kühlanlage mit einem Kelleranstich für den Offen-Bierausschank erstellt. Nach einer Vereinbarung mit der
Brauerei Weber, Wädenswil, wurden die Anlagekosten durch die jährliche Eisvergütung der Brauerei amortisiert. Trotzdem besserte sich die unzuverlässige Zahlungsweise des Pächters nicht; dieser Zustand führte zur Trennung. Otto Vollrath übernahm auf den 1. Juli des Jahres 1926 das bekannte Aussichts-Restaurant «Schönegg».
Theaterfreunde der Arbeiter-Sportvereine blieben nicht müssig. Mit viel Idealismus und wenig Geld wurden eine Bühne gezimmert und Kulissen gemalt. Ihr Standort war im Saal, vorne beim Erker. Viele Vereinsanlässe konnten so mit bescheidenen Theateraufführungen festlich gestaltet und bereichert werden. Allerdings musste die Bühne nachher wieder abgebrochen und weggeschafft werden.
Der folgende Pächter war Hans Schäppi, Abwart im Gerichtshaus Horgen. Hans Schäppi war ein guter Wirt und ein kluger Rechner. Ein angemessener Pachtzins sei verständlich, er wolle ihn auch bezahlen. 1928 erfolgte eine erste Renovation der sanitären Anlagen, des Treppenhauses und der Pächterwohnung im zweiten Stock. Ein Jahr später kam eine umfassende Aussenrenovation dazu, die allein auf 16000 Franken zu stehen kam. Nach einer Neuschätzung der Liegenschaft 1930 konnten die sieben einzelnen Schuldbriefe und Grundpfand-Darlehen bei der Zürcher Kantonalbank in einer ersten und zweiten Hypothek untergebracht werden. Diese Sanierung war Dank der Mithilfe von Hans Schäppi zustande gekommen, der seinerzeit auch noch Mitglied des Zürcher Kantonsrates war.
Das Nebengebäude, ganz einfach «Schopf» genannt, diente im Dachboden als Lager- und Geräteraum. Das Parterre hinten war Einstellraum und Militärküche, und vorne, durch eine Mauer abgetrennt, lag der Schweinestall. Jeweils zur «Metzgete» kam einige Tage vorher der «Störmetzger», und das fett gewordene Schwein musste sein Leben lassen. Gnagi, Blut- und Leberwürste im Volkshaus waren damals eine beliebte Delikatesse.
Die rege Aktivität Hans Schäppis auch in der Öffentlichkeit verhalf zu einem Sitz im Gemeinderat. Der Vorstand geriet nach und nach in eine gewisse Abhängigkeit, die zu Differenzen führte. Aber Hans Schäppi fühlte sich als starker Mann, seine Devise «Wer nicht für mich ist, ist gegen mich» führte zum unvermeidlichen Bruch.
Es folgte auf den 1. April 1936 mit Anton Rütsche, ein tüchtiges Wirte-Ehepaar von Uster. Damit kehrte wieder etwas Ruhe und Frieden ein. Im Volkshaus verkehrten als Stammgäste Gaswerk- und EKZ-Monteure. Dass in der Volkshaus-Küche nur ein Gasherd zur Verfügung stand, fanden die EKZ-Monteure ungerecht; auch ein elektrischer Kochherd müsse in die Küche. Die EKZ unterbreiteten eine günstige Offerte, da konnte der Vorstand nicht nein sagen. Dafür besorgten die EKZ-Monteure den Einbau des neuen Herdes bis auf den Anschluss in Fronarbeit. Ein Sorgenkind war der Saal! Er musste dringend überholt werden. Einige Maler erklärten sich bereit, abwechslungsweise im Frondienst am neuen Anstrich zu arbeiten. Von den EKZ wurde ein neuer Ventilator auf der Nordseite eingebaut. Zum Abschluss kamen noch die vorgeschriebenen Verdunkelungsvorhänge (Fliegergefahr!) an Ort und Stelle. So präsentierte sich der Saal im neuen Glanz zur weiteren Benützung.