Zur Lösung sozialer und wirtschaftlicher Probleme braucht es Geld, aber vor allem Einsatz, Wille und Solidarität. Solidarität im Sinne von Geben und Nehmen, denn Solidarität ist gegenseitig verpflichtend. Heute ist sie deshalb besonders wichtig, weil nur eine solidarische Gesellschaft sich aktiv wandeln, innovativ und zuversichtlich sein kann – ohne dass sie Verlierer produziert, die an den Rand der Gesellschaft geraten. Nur Menschen, die auf Solidarität bauen können, haben keine Angst zu verlieren. Sie gehen leichter Risiken ein und stellen sich positiver zu Veränderungen, als es Menschen tun, die sich allein gelassen fühlen.
Junge Familien mit Kindern brauchen heute unsere Unterstützung und Zuwendung. Junge Menschen, die ins Erwerbsleben einsteigen wollen und alte Menschen, die mit dem hektischen Tempo nicht mehr mithalten können, behinderte Menschen. Die Lausbuben auf der anderen Seite müssen Härte spüren. Sie brauchen unser Eingreifen, unsere Forderung nach Eingliederung und unser absolutes Gebot, Recht, Sicherheit und öffentliches Eigentum zu respektieren. Wir alle sind gefordert einzugreifen, wenn wir unrechtes Verhalten beobachten, denn mehr Polizei alleine kann nicht mehr Sicherheit schaffen.
Mein grösster Ärger im letzten Jahr war, als ich eines Morgens im Bahnhof Au sämtliche vier Bahnhofsuhren mutwillig zerschlagen und das Wartehäuschen verwüstet fand: Das Resultat der sinnlosen Zerstörungswut einiger Nachtbuben. Wer so mit unserem gemeinsamen, öffentlichen Gut umgeht, weiss offensichtlich nicht, dass das Geld nicht vom Himmel fällt. Vandalismus finde ich inakzeptabel und er muss geahndet werden.
Wir brauchen auch keine Abzocker, die auf raschen Gewinn aus sind, und dann wieder verschwinden. Auch das ist eine Art von Vandalismus. Ein Vandalismus, der Anstand und Rechtschaffenheit beeinträchtigt und die Solidarität verhöhnt. Vielmehr sind der persönliche Einsatz und die Selbstverantwortung jedes einzelnen Mitglieds unserer Gesellschaft nötig, damit wir gemeinsam weiter kommen. In der Wirtschaft, in der Ökologie, im Sozialen und in der Politik. Wir brauchen also Leute, die sich langfristig und ernsthaft einsetzen wollen, im Kleinen wie im Grossen. Sei es in einem der zahlreichen Ehrenämter oder in einer freiwilligen Funktion der Stadt, sei es in einem Verein, in der Jugend- oder Sozialarbeit.