1953 trat er dann bei der Eidgenössischen Landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Zürich-Oerlikon in den Dienst des Bundes.
1961 kehrte die um die Töchter Käthi, Fränzi und Steffi angewachsene Familie nach Wädenswil zurück, wo Fritz Kobel an der Eidgenössischen Forschungsanstalt die Leitung der Sektion Gartenbau übertragen worden war. Gemüse-, Zierpflanzen- und Speisepilzanbau, Züchtungen von Erdbeeren, Himbeeren und Knollenfenchel waren die Schwerpunkte seiner stets auf die Praxis ausgerichteten wissenschaftlichen Arbeit. Seine grosse Erfahrung im Gemüsebau gab er auch als Dozent an der ETH und an der Ingenieurschule Wädenswil – der heutigen Hochschule (HSW) – weiter. Seit die Schulkommission der HSW 1977 neu eingeführt wurde, war Fritz Kobel ihr Mitglied. Sein Wort hatte Gewicht in dieser Runde. Gefragt waren seine Fachkenntnisse im Rahmen der baulichen Erweiterungen der Schule in den Jahren 1984 und 1990. Standen mutige Entscheide an, votierte er für zukunftsgerichtete Lösungen.
Nach fast 30 Jahren erfolgreicher Tätigkeit an der Forschungsanstalt Wädenswil trat Fritz Kobel Ende März 1989 in den Ruhestand. Er blieb aber seiner einstigen Wirkungsstätte nach wie vor verbunden und verfasste unter anderem den geschichtlichen Teil der Festschrift zum 100-Jahr-Jubiläum von 1990.
Neben seinem beruflichen Pensum und der Mitarbeit in Fachverbänden stellte sich Fritz Kobel für öffentliche Aufgaben in Wädenswil zur Verfügung. Er war Mitglied der Oberstufenschulpflege, präsidierte von 1964 bis 1971 die
Lesegesellschaft und führte später deren Chronik; er wirkte bei den
Aktiven Senioren als lebhaft vortragender Referent mit und gehörte von 1974 bis 2000 der örtlichen Natur- und Heimatschutz-Kommission an, wo er sich als Spezialist mit dem schützenswerten Baumbestand befasste. Zusammen mit seiner Frau Heidi, die ihn in seiner Arbeit stets unterstützte, erstellte er auf EDV-Basis ein detailliertes Inventar aller Gegenstände des Ortsmuseums.
Fritz Kobel verfügte nicht nur über ein hohes Fach-, sondern auch über ein breites Allgemeinwissen. Die Geschichte zum Beispiel begeisterte ihn ebenso wie die Naturwissenschaften. Davon zeugen etwa seine historischen Beiträge im Schweizerischen Gärtner- und Gartenbaukalender, die Abhandlung über die Kulturgeschichte von Kohl und Kraut in der Zeitschrift „du“ (11/1998), aber auch seine Aufzeichnungen über die Jugendzeit.
Erholung und Kraft fand Fritz Kobel im Kreise seiner Familie mit Schwiegersöhnen, Töchtern und Enkeln, mit denen lebhaft diskutiert wurde, ferner im Garten, auf Wanderungen und Reisen, zuletzt nach Australien, Pakistan und Amerika.
Dann galt es, eine unheilbare Krankheit anzunehmen, welcher Fritz Kobel am 29. Januar im 76. Altersjahr erlag. Wer den liebenswürdigen Menschen näher gekannt hat – und das sind viele – kann den Verlust ermessen, der die Angehörigen getroffen hat.