HURTER, CHRISTIAN

Autor: Andreas Hauser, Oktober 2018

Architekt. Inhaber eines Architekturbüros in Wädenswil 1971 bis 2003, ab 1975 mit Arthur Thoma (Hurter + Thoma).

Vita

* 1933 in Glarus. Reformiert, Bürger von Kappel am Albis und Zürich. Sohn des Pfarrers Ernst Hurter (1900-1953) und von Milly Hurter geb. Maurer (1895-1978). Heirat 1958 mit Margrit Hurter geb. Tommer. Kinder: Markus, Ulrich, Christina, Annegret. Wohnorte: 1933-34 Obstalden GL, 1934-1963 Zürich, seit 1963 Wädenswil.

I Einleitung und Quellenangabe

Notizen von Christian Hurter (im Archiv Oberer Zürichsee, Schachtel ****); Mündliche Auskünfte an Andreas Hauser im November/Dezember 2017.

II Leben und Beruf

Autor: Andreas Hauser, Oktober 2018

Christian Hurts Vater war reformierter Pfarrer. Im Rahmen der Theologischen Arbeitsgemeinschaft Zürich («Brunnerkreis») befasste er sich u.a. mit dem protestantischen Kirchenbau. Als Pfarrer von Seebach (1934-1941) setzte er sich für den Bau einer neuen reformierten Kirche in ... ein. 1947–1948 wurde diese nach Plänen von Albert Heinrich Steiner (1905–1996) erbaut: ein Zentralbau, benannt nach dem Evangelisten Markus. Das Miterleben von Planung und Ausführung der Kirche weckte im jugendlichen Hurter den Wunsch nach einer Architektenlaufbahn.

Hochbauzeichnerlehre und Architekturstudium HTL
1949–1952 absolvierte er eine Hochbauzeichnerlehre bei der Architektengemeinschaft für das Kantonsspital Zürich. Sein Lehrmeister war der mit dem Vater befreundete Rudolf Steiger (1900–1982), Teilhaber des bekannten Architekturbüros Haefeli-Moser-Steiger (HMS), 1938 Jurymitglied im Wettbewerb für die Seebacher Markuskirche. Vom Mai 1952 bis zum März 1953 arbeitete Hurter als Hochbauzeichner im Büro HMS. 1953 bis 1957 bildete er sich am Technikum des Kantons Zürich in Winterthur (heute Teil der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften) zum Dipl. Architekt HTL (Höhere Technische Lehranstalt) aus, unterbrochen von einem Praxisjahr als Hochbauzeichner.

Tätigkeit im Büro Stücheli, Familiengründung, Umzug nach Wädenswil
1957–1971 arbeitete Hurter im Büro des BSA-SIA-Architekten Werner Stücheli (1916–1983), wobei er unter anderen an folgenden Vorhaben mitwirkte: Bürohochhaus Franz AG in Zürich (1961), nicht realisiertes Projekt für ein Delta Hotel Zurlinden-/Zypressenstrasse in Zürich (1965), Thermalbad Zurzach (1. Etappe, 1967).

Im Jahr nach dem Eintritt ins Büro Stücheli, 1958, heiratete Hurter Margrit Tommer; das Ehepaar hatte zwei Söhne und zwei Töchter. 1963 zog die Familie nach Wädenswil.

Eigenes Architekturbüro in Wädenswil
1971 eröffnete Hurter in seinem Wohnort Wädenswil ein eigenes Architekturbüro. Von 1975 an hatte er – wie schon von Beginn weg geplant – Arthur Thoma (1935–2012) als Teilhaber, den er im Büro Stücheli kennengelernt hatte. Hurter war für die Planung, Thoma für die Bauleitung zuständig; wegen des letzteren Geschick als Bauleiter übernahm das Büro ab und zu auch reine Ausführungsarbeiten.

Als Hurter und Thoma ihr Büro 2003 auflösten, übergaben sie die laufenden Aufträge an ehemalige Mitarbeiter: einerseits an Johann Ulrich (Ueli) Gisler (Bürogründung 2001, ab 2003 an der Eintrachtstrasse 17, Firmenname GIPA), andererseits an Andreas Felber, Thomas Schreiber und Thomas Reichelt (Bürogründung 2001; nachmals atool GmBH, ohne Reichelt).

Im Schnitt arbeiteten im Büro Hurter + Thoma 12 Personen.

Interesse für Baubiologie und die Lehre von Hugo Kükelhaus

Seit ihrem Aufkommen in den 1960er Jahren interessierte Hurter sich für die Baubiologie. Entscheidend für sein Schaffen wurde sodann der Kontakt mit der Person und dem Werk des deutschen Handwerker-Künstlers, Philosophen und Pädagogen Hugo Kükelhaus (1900–1984). Nachdem er 1972 einen DRS-Radiovortrag gehört hatte, bildete er mit anderen

Interessierten eine lose Gemeinschaft und wurde dann 1977 Mitbegründer des Vereins «Organismus und Technik – Arbeitskreis für eine organgesetzliche Lebensgestaltung», der «humanbiologische Erkenntnisse [...] in die Lebenspraxis umsetzen» wollte. Annemarie Weber (1924–***), eine Vertraute des Meisters und Mitbegründerin des Vereins, intiierte 1988 das «Weber Kükelhaus Archiv», und 2002 gründeten einige Persönlichkeiten die Kükelhaus Stiftung Lützelflüh, mit Domizil in der Kulturmühle Lützelflüh.

Arbeits- und Wohnorte
Das Büro befand sich die ganze Zeit im Haus der Familie Christener an der Eintrachtstrasse 17; 1990–2002 bestand noch ein Zweitbüro im Haus Zur Treu an der Florhofstrasse 2.

Wohnorte???

III Würdigung

Text in Bearbeitung!

IV Werkkatalog (Auswahl)

Vorbemerkung: Hurter + Thoma

Kindergarten- und Hortgebäude
Au Wädenswil, Alte Landstrasse 78, 1971 (Planung); 1971-1972 (Ausführung). Objekt: Doppelkindergarten und Jugendhort Ort. Auftraggeber: Primarschulpflege Wädenswil. Kommentar: Eine Studie und ein Projekt (1970-1973) für eine Erweiterung des benachbarten Primarschulhauses Ort wurde nicht ausgeführt.

Projekt Kinderspielplatz
Au Wädenswil, Austrasse 59, Objekt: Wettbewerbsprojekt für einen Kinderspielplatz neben dem Landgasthof Halbinsel Au (), zusammen mit Gartenarchitekt BSG Heiri Grünenfelder, Niderurnen. 2. Rang/1. Preis. Nicht ausgeführt. Auftraggeber: Genossenschaft Au-Konsortium. Lit.: 1) anthos 1/1973.

Erweiterung Sägen- und Messerfabrik Hausmann
Au Wädenswil, Rietliaustrasse 2, Objekt: Erweiterungsbau Sägen- und Messerfabrik. Auftraggeber: Hausmann & Co AG.

Literatur: *****

Umbau „Rötiboden“
Wädenswil, Rötibodenholzstrasse 8, 1973 (nach Lit: 1974-75). Objekt: Gesamtrestaurierung des 1679 erbauten Hofes „Rötiboden“ und des 1793 als Trotte erstellten Wohn-Annexes: Umbau der Wohnungen und Einbau von Dachwohnungen im Kontext einer Überführung in Stockwerkeigentum. Auftraggeber: Hans Weber, Immobilienunternehmer, Feldbach.

Literatur: *****

„Di alt Fabrik“: Einkaufszentrum
Wädenswil, Florhofstrase 13, 1976 (Auftrag); 1978-1979 (Bau). Objekt: Umbau eines 1898-1899 erbauten, später erweiterten Fabrikgebäudes der Seidenweberei Gessner: Einkaufszentrum „di alt Fabrik“, Restaurant, Garten-Center, Tiefgarage. Auftraggeber: Gessner AG Wädenswil. Kommentar: 1991 bauten Hurter & Thoma noch eine Schaubrauerei ein.

Literatur: 1) Christian Hurter, Arthur Thoma: „die alt Fabrik“, in: Jahrbuch der Stadt Wädenswil 1979, 83-86.

Haus Flury
Wädenswil, Im unteren Baumgarten 32, Objekt: Einfamilienhaus. Auftraggeber: Anton Flury, Inhaber der Delta-Garage.

Erweiterung Bürstenfabrik
Wädenswil, Buckstrasse 31, Objekt: Neuer Werktrakt, in Erweiterung eines Fabrik- und Wohngebäudes. Auftraggeber: Bürstenfabrik Erzinger AG.

Architekten-Eigenheim: “Schüür-Umbou“
Wädenswil, Fuhrstrasse 7, 1975 (Erste Idee); 1983-1984 (Bau). Objekt: Umbau der Scheune des Bauernhauses „Zur langen Stege“ zu Eigenheim mit zwei Einliegerwohnungen (Fuhrstrasse 7, Wädenswil).

Umbau Sport- und Kulturhalle Glärnisch
Wädenswil, Glärnischstrasse 5, Objekt: Innenrenovation der 19** erbauten Sport- und Kulturhalle des Glärnischschulhauses, mit neuem Verbindungstrakt (Foyer, Toiletten) zum Hauptgebäude. Auftraggeber: *******. Kommentar: Kürzlicher Umbau: was verändert?

Versammlungsgebäude Pfingstgemeinde
Wädenswil, Auerenstrasse 10, Objekt: Umbau eines Fabrikgebäudes (***) zu Versammlungshaus „Auerehuus“, zusammen mit Architekt *******. Glasfenster: Marc King. Auftraggeber: Pfingstgemeinde.

Umbau Villa „Nagelfluh“
Au Wädenswil, Austrasse 50, Objekt: Umbau und Erweiterung der 19*** von *** erbauten Kleinvilla „Nagelfluh“ zu drei Wohneinheiten. Auftraggeber: Erbengemeinschaft U*** und A*** Meyer-Boller/Brigitte Lauffer. Auftraggeber Altbau?

Haus Kamer
Au Wädenswil, Seeweg 88, Objekt: Einfamilienhaus Rietliau. Auftraggeber: Dr. Peter Kamer.

Schulhaus Eidmatt
Wädenswil, Eidmattstrasse 19, 1989 (Auftragserteilung); Mai 1994 - August 1995 (Bau). Primarschulhaus Eidmatt III. Auftraggeber: Primarschulpflege Wädenswil. Einweihung: 28.10.1995.

Lit.: 1) Zürichsee-Zeitung, Sonderbeilage 29.10.1995.

Erweiterung Nord Fabrik Flachsmann
Wädenswil, Rütiwiesstrasse 13 und 19, Objekte: Trakt Nord mit diversen technischen Anlagen (Biogas- u. Kläranlage, Dampfkessel, Alkoholrückgewinnung usf.) und Lagerräumen. Auftraggeber: Emil Flachsmann AG Aromen – Extrakte Wädenswil. Kommentar: Ein 1994-95 erstelltes Projekt für eine westliche Erweiterung des Hauptbaus Nr. 9 wurde nicht ausgeführt.

Umbau Haus zur Gerbe
Wädenswil, Gerbestrasse 6, Objekt: Innenrenovation und Umnutzungen >> *********. Auftraggeber: Stutz & Co AG (Max und Vreni Möhr-*****).

Christian Hurter: Begleitende Tätigkeiten
Nach mehrjähriger Planung liess die Stiftung Kinderheim Bühl 1980-1982 neben dem Hauptbau der 1930er Jahre drei Doppel-Gruppen- und ein Mehrzweckhaus bauen, nach Plänen von Peter Fluor (Horgen). Als Bauhherschaft fungierte der von Emil Hauser-Aerni präsidierte Stiftungsrat; innerhalb von diesem war Christian Hurter für die spezifisch baulichen Aufgaben zuständig. In Form einer „inneren Entwicklungshilfe“ erfüllte er sich so einen Wunsch, der ihn zur Gründung eines eigenen Architekturbüros geführt hatte: den Bauberuf mit Entwicklungshilfe zu verbinden.

Oekumenischer Begegnungsort Au, Jahr??