1932 führte erstmals Fritz Preisig das Kommando über die Turnerschar. Das Kampfgericht bewertete die Sektionsarbeit als vorzüglich. Einmal mehr stand die Sektion im ersten Rang mit hohen 97,9 Punkten. Dies liess auch die hiesige Presse aufhorchen und brachte grosse Sympathien seitens der Wädenswiler Bevölkerung. Unter der bewährten Leitung von Marty Schuler reisten die Turnerinnen am 27. Juni 1936 zu einem friedlichen Wettkampf ans Kreisturnfest nach Schaffhausen, wo sie mit 469 Punkten den ersten Rang belegten und ihren männlichen Kollegen ebenbürtig waren.
In der Gründungszeit sprach man vom Grütliturnverein Wädenswil, dann vom Arbeiterturnverein Wädenswil. Er war eine Sektion des Schweizer Arbeiter-, Turn- und Sportvereins (SATUS) und übernahm zu nicht genau auszumachender Zeit die Bezeichnung SATUS.
Die Arbeitslosigkeit der dreissiger Jahre nötigte zur Reduktion der Festivitäten. Während die Abendunterhaltung nur noch einmal durchgeführt wurde, ging das Training weiter, und man fand den SATUS immer wieder in Spitzenrängen. Als der Leiter der Zöglingsriege, Domenico Carbonare, die Hochzeit feierte, schenkten ihm die Aktiven Holz. Dieses wurde am Hochzeitstag säuberlich zersägt und auf dem Estrich der neuen Wohnung deponiert.
1937 hatte Fritz Preisig die grosse Ehre, mit der SATUS-Mannschaft an der 3. Arbeiter-Sport-Olympiade in Antwerpen teilzunehmen und die Schweizer Farben zu vertreten. Bei starker Konkurrenz belegte er die Weltmeisterschaft am Barren und im Gesamtklassement den grossartigen sechsten Rang. Ganz nebenbei verliebte er sich noch in eine bildschöne und sehr gute Turnerin, eine Russin. Leider waren aber die Verständigungsschwierigkeiten zu gross, sodass er dieses Erlebnis abhaken musste.
1939 erhielt die Jugendriege, dank Spenden von Freunden und Gönnern, das lang ersehnte Fähnlein. Als Patensektion hatte sich die Jugendriege Wiedikon anerboten. Der turnerische Vorunterricht wurde von Edy Schoch erteilt.
Nachdem leider auch der Zweite Weltkrieg Tatsache geworden war, bot der Bundesrat am 29. August 1939 die Grenzschutztruppen auf und ordnete auf den 2. September die Generalmobilmachung der ganzen Armee an. Ein Grossteil der Aktiven und des Vorstandes hatte einzurücken. Es wurde daher ein Zweiervorstand gebildet mit Paul Pfister als Präsident und Werner Rotzer als Technischem Leiter. In dieser schweren Zeit dachte man weniger an Turnfeste, eher an die Aktiven im Feld, die man an Weihnachten mit einer kleinen Gabe überraschte. An einen richtigen Turnbetrieb war ohnehin nicht zu denken, brauchte man doch die Turnhallen als Truppenunterkünfte. Trotzdem versuchte man, das Vereinsleben aufrecht zu erhalten und ging das Wagnis einer Abendunterhaltung ein. Und dies mit Erfolg. Die Jugendriegen zeigten ihr Bestes; der Dank der Passivmitglieder war ihnen gewiss.
Der Verein organisierte mit den Zurückgebliebenen Skirennen und beschloss, im Juli 1943 auch am Bezirksturnfest in Affoltern am Albis teilzunehmen. Der Anmarsch betrug 35 Kilometer! Der Inspektor beurteilte die verlangten Freiübungen mit der Note «sehr gut».
Auf vielseitigen Wunsch und auf Anregung des Frauenbundes wurde am 28. Februar 1942 die Frauenriege gegründet. Als erste Präsidentin amtete Anny Luginbühl. Der monatliche Beitrag betrug 60 Rappen. Schon im September organisierte die über 30köpfige Riege den Kantonalen Frauenriegentag in Wädenswil. Die Frauenriege führte anfänglich keine eigenen Protokolle. Denn die verschiedenen Riegen des SATUS unterstanden einem gemeinsamen Vorstand. Seine Mitglieder wurden von der Generalversammlung jeweils für ein Jahr gewählt.
Im Jubiläumsjahr 1948, anlässlich des 50jährigen Bestehens, übernahm der Verein die Organisation des 20. Ostschweizerischen Arbeiterschwingfests auf dem Eidmattplatz und veranstaltete eine turnerische Freilichtaufführung. Im gleichen Jahr feierte der
Turnverein Wädenswil sein 100jähriges Bestehen und lud alle Dorfvereine dazu ein. Der SATUS nahm mit 48 Mann beim Barren-, Pferd- und Reckturnen sowie am Kürturnen teil. Die Turnerinnen beglückten die Gäste mit dem kostümierten Reigen «Damen in Frack». Das zwanzig Nummern starke Programm war in jeder Beziehung eine Musterleistung, das zwei Tage dauernde Fest, an dem die ganze Bevölkerung Anteil nahm, ein voller Erfolg.
Die eigentliche Jubiläumsfeier der SATUS-Familie fand im Oktober 1948 in einfachem Rahmen im Hotel Engel statt. Dazu waren Delegationen aus der Gemeinde und aus befreundeten Vereinen eingeladen.