Karl Iten von Hütten war Kunstmaler, Eisenplastiker und Schriftsteller «und alles das mit innerster Anteilnahme, mit Überzeugung, mit Leib und Seele», wie Dr. Arnold Burgauer schreibt. Er wohnte in einem «malerischen Winkel», für einen Maler der idealste Arbeitsplatz, nämlich im schönen «Bergli z Hütten».
Der Vater des siebenbürgischen Malers Fritz Miess (1854–1935) sagte seinem Sohn, als dieser ihm seine Berufsvorstellung offenbarte: «Wenn du mir mit der Malermappe unter dem Arm in der Burzengasse entgegenkommst, wechsle ich die Strassenseite, und wenn du die Bilder dann auch noch im Café anbietest, so hast du in meinem Geschäft nichts mehr verloren und von mir auch nichts mehr zu erwarten.» Er war von den Ideen seines Sohnes nicht sehr angetan. Künstler sein, wurde damals gar nicht als Brotberuf gewertet.
Die Dorfbewohner von Hütten begegneten der Malkunst Itens nicht mit Interesselosigkeit, im Gegenteil. Nicht nur in öffentlichen Gebäuden der Gemeinde, wie Gemeindehaus, Kirche, Schule, Gemeindesaal sieht man seine Bilder, sondern auch in vielen Wohnhäusern in und ausserhalb Hüttens.
Zur Erinnerung an ihren Vater haben seine Nachkommen bis heute, mehr als ein Jahrzehnt nach seinem Tod, in seinem Atelier alles unverändert gelassen. Es scheint dort die Zeit stehen geblieben zu sein, und man meint, Karl Iten könne jeden Augenblick weitermalen.
Er pflegte eine eigene, aufwendige Farb- und Maltechnik, und so ist ein Iten schnell erkennbar.
Seine Tusch- und Bleistiftzeichnungen sind sehr gelungen. Gerne brauchte er Acrylfarben. Acryl war für ihn eine gute Alternative zu
Ölfarbe. Vor allem für seine grossflächigen Werke, da die Trockenzeit der Acrylfarbe wesentlich kürzer ist. Die Farbe in Impastotechnik mit Pinseln oder Malmessern aufgetragen, trocknete auch in starken Schichten ohne Risse.
In den grossen Landschaftsbildern, von verschiedenen Standorten aus gemalt, hatte er für seine Berggemeinde Hütten, mit ihrem herausragenden Mittelpunkt der Kirche, immer ein Plätzchen frei.