Im Jahre 1889 schlossen sich neun Wädenswiler Bauern zu einer Viehzuchtgenossenschaft zusammen:
Heinrich Blattmann, Neuguet, Präsident
Heinrich Höhn, Kleinweid, Quästor
Heinrich Höhn, Rötiboden
Jakob Höhn, Rötiboden
Jacques Brändli, Sagenrain
Rudolf Brändli, Brunnenhof
Jakob Haab, Burstel
Jean Hottinger, Furthof.
Mit dem Kauf des Zuchtstiers Hektor für den Betrag von 900 Franken nahm die neugegründete Genossenschaft am 2. März 1889 ihre Tätigkeit auf. Schon drei Jahre später erhielt sie Konkurrenz in der Viehzuchtgenossenschaft des
Landwirtschaftlichen Vereins, die bald grösser war und 27 Mitglieder zählte. Die Zersplitterung wirkte sich nachteilig aus, wurde aber 1901 dank der Weitsicht einiger massgebender Leute dadurch behoben, dass sich die beiden Institutionen zur Viehzuchtgenossenschaft Wädenswil vereinigten.
Die am 28. August 1892 genehmigten Statuten hielten unter anderem fest, es dürfe nur reines Braunvieh nachgezüchtet werden, die Genossenschaft solle nur rassenreine, prämierte Zuchtstiere halten, und es seien nach sorgfältiger Auswahl ausschliesslich gutfärbige und edelgeformte weibliche Zuchttiere in den Viehbestand aufzunehmen. Die Abstammung des nachzuziehenden Jungviehs musste statutengemäss in einem Zuchtbuch vermerkt werden.
Die Genossenschafter wollten keine Gewinne erzielen. Staat und Gemeinde leisteten Beiträge an die Betriebskosten. Im Übrigen finanzierte sich die Genossenschaft durch die Gebühren für den Eintrag ins Zuchtbuch (ein Franken pro Tier) und durch die Sprunggelder, die 1895 beispielsweise zwei Franken für den ersten Sprung und einen Franken für jeden weiteren Sprung betrugen. Allfällige Defizite verteilte man auf die weiblichen Zuchttiere.
Bis nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Viehzuchtgenossenschaft Wädenswil stetig. Dann ging die Zahl der Heimwesen wegen reger Bautätigkeit in der Gemeinde zurück. Ende 1969 hatte die Genossenschaft noch 40 Bauern mit 612 Tieren gezählt; dann sanken die Bestände bis auf heute 26 Mitglieder mit 556 Tieren. Gesamtschweizerisch ging die Zahl der Rindviehhalter zwischen 1978 und 1988 um 20 Prozent zurück. Heute stehen − Mastvieh eingerechnet − rund 1,8 Millionen Stück Rindvieh (800‘000 Kühe) in den Ställen der 69‘300 Schweizer Bauern, von denen 62‘000 ihren Beruf hauptamtlich ausüben.