25 Jahre Tambourenverein Wädenswil, 1961–1986
Quelle: Jahrbuch der Stadt Wädenswil 1986 von Walter Gattiker
Die Wädenswiler Tambouren am 13. Eidg. Tambourenfest in Olten, 1962. Von links nach rechts: Ruedi Ziegler, Peter Spörri, Peter Langendorf, Peter Brupbacher, Kurt Theiler, Walter Theiler, Emil Leoni, Willi Bryner, Max Langendorf.
Das 25jährige Bestehen des Tambourenverens Wädenswil gibt Gelegenheit, innezuhalten und einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Viele Stunden harter Probenarbeit, konzentrierte Aufmerksamkeit an Trommelwettkämpfen und Auftritten, schwere Stunden beim Abschied allzufrüh verstorbener Kameraden, aber ebenso unvergessliche Stunden in froher Kameradschaft bei geselligen Vereinsanlässe, all das schliesst ein Zeitraum von 25 Jahren mit ein.
Rückkehr der Wädenswiler Tambouren vom 19. Eidg. Tambourenfest in Burgdorf 1986.
Nachwuchsschulung
Mit der Bildung einer Jungtambourengruppe wurde im Frühling 1978 begonnen. Nach anfänglich guten Fortschritten der 15 Jungtambouren hatten wir nach zwei Jahren das scheitern dieser ersten Bemühungen einzugestehen. Wir mussten Lehrgeld bezahlen. Unverzagt erarbeiteten wir uns jedoch ein neues, erweitertes Konzept für die Jungtambourenausbildung. Ein erster Kurs begann im Frühling 1981, dem sich 1982, 1983 und 1985 weitere Gruppen anschlossen.
Die von unseren sieben Jungtambourenleitern geleistete sorgfälige Aufbauarbeit brachte dieses Jahr die ersten grossen Erfolge. Wir konnten, erstmals in unserer Vereinsgeschichte, mit einer Jungtambourengruppe von zehn Burschen an einen ostschweizerischen Jungtambourenwettkampf teilnehmen. Auch in der Einzelausbildung dürfen wir Erfolge verbuchen, konnten doch bereits zwei unserer Jungtambouren die sehr anspruchsvolle Prüfung für Militärtambouren erfolgreich bestehen.
Auch in Zukunft wollen wir der Jungtambourenausbildung grösste Aufmerksamkeit schenken. Im Frühling 1987 werden wir mit einem weiteren Anfängerkurs beginnen.
Auf- und Ausbau der Tambourengruppe
Mit der Bildung der Jungtambourengruppen begann für die Aktivtambouren und den Vereinsvorstand eine sehr intensive Auf- und Ausbauphase. In erster Linie ging es darum, die bestehende Aktivtambourengruppe auf einen technisch guten Stand zu bringen und moderne Märsche und Kompositionen zu erlernen. Hand in Hand mit diesem Aufbau ging ein Ausbau, eine Verstärkung der Gruppe mit neuen Trommlern, einher. So umfasste unser Verein 1980 8 Aktive und 6 Jungtambouren, 1982 10 Aktive und 21 Junioren, 1984 13 Aktive und 26 Junioren und 1986 15 Aktive und 31 Jungtambouren.
Dieser sprunghafte Anstieg der Mitgliederzahlen, und vor allem die Betreuung, Führung und Leitung der Jungtambouren verlangte eine effiziente, in klare Verantwortungsbereiche gegliederte Vereinsorganisation und -struktur. Durch die eindeutige Trennung in einen technischen und einen administrativ-organisatorischen Bereich, und durch die Wahl eines ehemaligen Pfeifers (also Nichttambours) zum Vereinspräsidenten, konnten die Tambouren weitgehend von administrativen und organisatorischen Aufgaben befreit werden. Das wirkt sich positiv auf die trommeltechnischen Bereiche aus.
Im Jahre 1981 konnten wir unsere alte Bekleidung – blaues Hemd, schwarze Hose und weisse Krawatte – durch eine moderne, aus Hose, Kittel, Hemd und Krawatte bestehende Kleidung ersetzen, und auf das 25jährige Bestehen wurde ein neues Hemd und eine Krawatte angeschafft.
Die stete Aufwärtsentwicklung der Tambourenzahlen verlangte natürlich entsprechende neue Trommeln. 1981 mussten neun neue Baslertrommeln beschafft werden; für die Jungtambouren wurden die bestehenden Instrumente revidiert. Durch die Auflösung des Kadettenkorps fielen uns die Trommeln der ehemaligen Tambourengruppe zu. Nach der Revision leisten die Instrumente nach wie vor ausgezeichnete Dienste. Die älteste Kadettentrommel trägt die Jahrzahl 1941 und ist in hervorragendem Zustand; auch hier machten sich Qualität und gute Pflege bezahlt. Bereits 1983 wurden weitere viel Baslertrommeln angeschafft, und ein Jahr später, 1984, mussten zwölf neue Instrumente bereitgestellt werden. In der Zeit zwischen 1981 und 1986 haben wir für Revisionen und den Kauf neuer Trommeln einiges mehr als 30 000 Franken aufgewendet. Dies war nur möglich durch Einnahmen aus Altpapiersammlungen, Beiträgen von Gönnern, periodisch durchgeführte Spendenaktionen und aus den Jahresbeiträgen der Vereinsmitglieder.
Einen ganz grossen Wunsch konnten sich die Tambouren auf das 1986 stattfindende eidgenössische Tambourenfest und das 25jährige Bestehen des Vereins erfüllen: die erste Vereinsfahne.
Wer diese Fahne beim Empfang der Tambouren vom «Eidgenössischen» auf dem Bahnhofplatz gesehen hat, kann unseren Stolz und unsere Freude verstehen.
Verdiente Kameraden
Der Rückblick wäre unvollständig ohne die Erinnerung an Kameraden, die sich grosse Verdienste um den Verein erworben haben. Wir denken hier unweigerlich an unseren lieben Freund und Tamboureninstruktor, den 1965 allzufrüh verstorbenen Emil «Miggel spezial», Leoni, an den immer fröhlichen Trommlerfreund Willy Bryner, der 1975 durch einen tragische Autounfall so jäh entrissen wurde, und an den 1978 an seinem Arbeitsplatz tödlich verunfallten Kameraden Marc Blattman, der während 12 Jahren, von 1966 bis 1978, als Präsident die Geschicke des Vereins geleitet hat.
Zu erwähnen ist auch unser erster Präsident, Ruedi Ziegler, der als einer der Hauptinitianten sehr viel zur Vereinsgründung beigetragen hat. In Rüti (ZH) wohnhaft, interessiert er sich heute als Gönner lebhaft für die Tambouren.
Unter den heutigen Mitgliedern befinden sich noch einige, die bereits bei der Gründung dabei waren. Es sind dies: Max Langendorf, Kurt Teiler, Walter Theiler und Walter Gattiker.
Der Vorstand des Tambourenvereins setzt sich gegenwärtig zusammen aus: Walter Gattiker, Präsident, Kurt Theiler, Vize-Präsident, Gerald Reutemann, Kassier, Beat Landis, Tamboureninstruktor, Max Langendorf, Vize-Instruktor, Paul Bossert, Aktuar, und Hanspeter Huber, Materialverwalter.
Dank
Es ist undenkbar, dass der Tambourenverein ohne die Unterstützung und die Hilfe weiter Kreise der Bevölkerung und der Geschäftswelt existieren könnte. Die Tambouren sprechen deshalb allen Freunden und Gönnern, Spendern und Helfern der letzten 25 Jahre den herzlichsten Dank aus für die grosszügige Unterstützung. Sie werden auch im zweiten Vierteljahrhundert der Pflege des Trommelspiels, der Zusammengehörigkeit, Kameradschaft und Geselligkeit verpflichtet bleiben. Sie wollen auch weiterhin durch schwungvoll gespielte Kompositionen und sauberes, korrektes Auftreten positiv auf sich aufmerksam machen.