TREICHLER-GREDIG, JAKOB (1864–1922)

 
Nach dem Tode des Vaters Johann Jakob Treichler gingen die Liegenschaft Neuhof und die Wolltuchfabrik am Sagenbach mit Einwilligung der Witwe und deren Tochter Ida Treichler, Gattin des Fabrikanten Johann Heinrich Pestalozzi (1852–1934) in Wädenswil, durch Erbgang an den Sohn und Bruder Jakob Treichler über. Am 6. Dezember 1895 brach, nach einem Brand im Hochkamin, im Dachstock der Tuchfabrik Feuer aus, das sich beim starkem Westwind rasch ausbreitete und Gebäude, Maschinen und Vorräte zerstörte. Die Fabrik wurde nicht mehr aufgebaut. Dafür übernahm Jakob Treichler im Jahre 1900 die Aktiengesellschaft der Tuch- und Buckskinfabrik von Fleckenstein-Schulthess am Reidbach, die spätere Tuchfabrik Wädenswil AG an der Einsiedlerstrasse. Der an den Sagenbach grenzende ehemalige Fabrikplatz wurde 1899 vom Baumeister Alfred Dietliker zur Steinburg erworben. Dieser liess das seinerzeit vom Brand verschonte Dampfkesselgebäude und Farbhaus abbrechen und benützte das Grundstück bergseits des Hauses «Schwanau» (Seestrasse 148) als Lagerplatz. Den nordwestlichen Teil des Areals verkaufte er noch im gleichen Jahr an Karl Hummel zum Bau einer Färberei.
Jakob Treichler im Neuhof, verheiratet mit Katharina Gredig (1866–1955), präsidierte nicht nur die Aktiengesellschaft Tuchfabrik Wädenswil; er besass auch eine Baumwollspinnerei in Waldshut.
Zusammen mit seinem älteren Bruder Walter zählte Treichler zu den Mitgründern der SAC-Sektion Hoher Ron (1891) sowie des Elektrizitätswerks Waldhalde an der Sihl und gehörte daher später dem Verwaltungsrat der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich und der Nordostschweizerischen Kraftwerke an. In Wädenswil betätigte er sich in der Schulpflege, im Gemeinderat und als Direktionsmitglied und Vizepräsident der Bank Wädenswil. Am 1. März 1922 verunglückte Fabrikant Jakob Treichler auf der Heimreise von Waldshut auf einem Bahnübergang bei der Station Turgi/Aargau als Beifahrer eines Automobilisten tödlich. [pzi]