Auf Initiative des Buchdruckers Arnold Rüegg wurde am 1. April 1855 der Handwerker- und Gewerbeverein Wädenswil gegründet, welcher vom 9. bis 12. Oktober 1980 mit einer eindrücklichen Ausstellung das Fest seines 125jährigen Bestehens feiern konnte.
Bereits aus Anlass der 50-Jahr-Feier fand in Wädenswil vom 8. bis 15. Oktober 1905 eine Gewerbe-Ausstellung statt. Der bei A. Stutz gedruckte Ausstellungskatalog mit dem Motto «Arbeit ist des Bürgers Zierde» orientiert auf 60 Seiten über diese Schau, welche im alten und im neuen Eidmattschulhaus, in der Turn- und einer Ausstellungshalle sowie auf dem Schulhausplatz aufgebaut war. Als Festwirtschaft diente das speziell für die Ausstellung rekonstruierte ehemalige Gemeindehaus bei der Sonne, abgerissen im Jahre 1821.
Der Katalog vermerkte 135 Aussteller aus Wädenswil. Darnach zeigten J. Hürlimann & Cie. selbstgeschnittene und selbstgemahlene Drogen, Gewürze und Chemikalien. C. Irion sein Steinmetzbrot, Gustav und Julius Müller diverse Deckenmalereien, A. Eschmann verschiedene Sorten Vogelfutter, die Gärtner Schulthess, Vogt und Wagner schöne Blumenarrangements.
Die Töchter-Fortbildungsschule stellte Wäsche- und Kleidungsstücke aus, Fräulein Lina Knabenhans Häkelarbeiten, Frau Bürker-Köpfli Hüte, Schneider Sperb Feuerwehruniformen, Schneider H. Brupbacher einen Sportanzug und ein Fantasie-Gilet. Auch vier Sattler- und Tapezierer waren vertreten: J. Baumann mit Polstermöbeln, R. Brupbacher mit Fuhrgeschirren und Pferdedecken, A. Hauser mit Feuerwehrgurten und modernen Divans, J. Herdener mit Polstermöbeln. Von Glaser W. Walz stammte ein einfaches Buffet.
An den Ständen von J. Baumann und A. Stutz konnte man Kollektionen von Druckarbeiten bewundern, Spengler P. Blattmann zeigte Ansichtskartenständer, die Fotografen E. Listenow, E. Schlenker und Dr. Schmies diverse Fotografien. Eine Laubsägearbeit von Gottfried Ammann-Isler – Wandetagère in maurischem Stil -, Bürsten und Pinsel aus der Fabrik von H. Erzinger, ein Par-à-vent vom Maler O. Gut, Plattfusseinlagen von Schuhmacher J. Hitz, ein Kegelries von Dreher A. Rusterholz waren ebenso ausgestellt wie der Figurenautomat von F. Jungblut, Fundgegenstände aus der Burgruine Wädenswil (Altschloss-Stiftung), ein selbstverfertigtes Velo von Mechaniker A. Artho, optische Geräte von Brupbacher & Sohn, Wascheinrichtungen von Kupferschmied J. Brupbacher, Waffen von Büchsenmacher J. Blattmann, Sägen und Maschinenmesser von Hausmann & Cie., kunstgeschmiedete Gegenstände von M. Treib und Badezimmerneuheiten von Spengler P. Blattmann.