Nach Studienaufenthalten in Genf und in Frankreich kehrte der aus vornehmem Zürcher Ratsgeschlecht stammende Johann Rudolf Werdmüller im Jahre 1633 nach Zürich zurück. Er trat aber nicht ins väterliche Textilunternehmen ein, sondern leistete Kriegsdienst bei den Schweden, wo er 1643 zum Oberst befördert wurde. Aber schon bald rief die Zürcher Regierung den tüchtigen Kriegsmann zurück und übertrug ihm die Führung eines für Venedig und Dalmatien entsandten Zürcher und Berner Regimentes. Als der Oberst wegen brutaler Strenge in seinem Heer vom Zürcher Rat zur Rede gestellt wurde, trat er 1650 für einige Jahre ins Privatleben zurück, kaufte die Untere Au und liess dort eine Villa in venezianischem Stil mit grossen Gesellschaftsräumen bauen, wo er seinen orientalisch-üppigen Haushalt mit luxuriösem Hausrat und zwei türkischen Sklaven, einem Leibburschen und einer jungen Sklavin, unterbringen konnte. An die Villa stiess ein ausgedehnter Garten mit ausländischen Bäumen und Pflanzen. In die Halbinsel hinein zog sich ein Teich, welcher durch einen Kanal mit dem Zürichsee verbunden war.
Am 6. Juni 1834 als Spross eines alten Wädenswiler Geschlechtes geboren, verlebte Julius Hauser im väterlichen Heimwesen auf der Vorderen Fuhr eine glückliche Jugend. Der musikalische Knabe genoss eine sorgfältige, aber straffe Erziehung und erwarb sich − wie der nachmalige Bundesrat Hauser − im Institut Heer in Horgen eine gute Schulbildung. Seine Eltern hielten ihn früh zu Arbeitsamkeit und Sparsamkeit an und weckten in ihm tief religiösen Sinn. 1845 bezog die Familie Hauser das stattliche Weinbauerngut ob der Kirche, wo Julius an der Seite des Vaters in die vielgestaltige Arbeit eines Rebbauern hineinwuchs.
Durch Predigten des Pfarrers Heinrich Zimmermann am Zürcher Fraumünster angeregt, richtete Julius Hauser im Jahre 1856 auf dem oberen Boden seiner Scheune (im Gebiet der heutigen Sportanlagen «Eidmatt») ein gottesdienstliches Lokal ein, wo fortan jeden Sonntag eine Schar Andächtiger zusammenkam. Der Stiftung des Evangelischen Vereinshauses folgte in den 1870er Jahren − wiederum auf Initiative von Julius Hauser − die Einführung der Sonntagschule.
Im Jahre 1870 ersteigerte Hauser ein Heimwesen auf dem «Bühl». Mit seinem Freund Samuel Zeller gründete er hier eine Anstalt für geistesschwache Kinder, die schon 1873 in den Besitz der Hauseltern überging. Das Kinderheim Bühl brannte in der Nacht vom 10. Auf den 11. November 1932 ab, worauf am heutigen Standort zwischen Rötiboden und Untermosen ein Neubau erstellt wurde.
1874 rief Julius Hauser mit einigen Gesinnungsfreunden die Freie Schule Wädenswil ins Leben. Sie wurde im alten Schützenhaus am Rotweg (am Standort des heutigen Sekundarschulhauses Fuhr) eröffnet, wenig später in die umgebaute Scheune des Weinbauern Julius Hauser ob der Kirche verlegt und im Frühling 1910 mangels Finanzen geschlossen.
Im Herbst 1874 erwarb Julius Hauser das Heimwesen «Neuhof» im Wädenswiler Berg, wo er versuchte, eine Heilstätte für Trinker einzurichten. Das sicher wohlgemeinte Werk gelang aber nicht recht und blieb in den Anfängen stecken.
1880 verheiratete sich Julius Hauser mit der Sonntagsschullehrerin Anna Huber von Wädenswil. Eigene Kinder blieben dem Ehepaar versagt. Dafür adoptierte Hauser zwei Mädchen und er nahm 89 Patenschaften an. In seiner steten Bescheidenheit wirkte der Weinbauer für Kinder, Arme, Kranke und Elende.
Im Frühjahr 1897 wurde Julius Hauser von einer hartnäckigen Krankheit niedergeworfen, der er am 12. Dezember erlag.
Albert Walder musste sich seinen Weg zum Primarlehrer erkämpfen. Nach der Primarschule hatte er zuerst während zweier Jahre in der Fabrik zu arbeiten, dann besuchte er − nur noch während zweier Jahre − die Sekundarschule und anschliessend das Seminar. Seine erste Stelle fand der junge Lehrer in Bertschikon-Gossau. Hierauf wirkte er in Oetwil am See, und dann holte man ihn an die noch selbständige Schulgemeinde Wädenswil-Langrüti. Im Jahre 1909 wechselte Albert Walder an die Schule Ort, die damals ebenfalls eigenständig war. Hier betreute er die Klassen der Unterstufe, während sein Kollege Johannes Hirt an der Mittelstufe unterrichtete. Mit Eifer vertrat Albert Walder die Interessen seiner Schulgemeinde. Die Kirchenpflege Wädenswil hatte in ihm von 1916-1921 ein aktives Mitglied. Die nötige Ausspannung von der geistigen Arbeit fand Lehrer Walder in seinem Baumgarten. Der Mann, der in früher Jugend die Not am eigenen Leibe erfahren hatte, zeigte stets eine offene Hand für Bedürftige. Besonders gerne bedachte er Glaubens- und Liebeswerke, die von andern übergangen wurden.
Ein heimtückisches Leiden verzehrte merkwürdig schnell die Kräfte des rüstigen Mannes. Mit letzter Energie führte er sein Schulamt, bis er 1930 völlig erschöpft pensioniert wurde. Lehrer Albert Walder konnte den Ruhestand nicht mehr lange geniessen. Er erlag seiner Krankheit bereits am 16. Juli 1930.
Peter Ziegler