Als «Lehrsaal im Grünen» wurde der Waldlehrpfad im Anzeiger-Bericht über die Eröffnung am 22. Mai 1976 bezeichnet. Sein Boden bestehe aus einem Teppich grüner und teilweise blühender Waldpflanzen. Äste mit Blättern aller möglichen Formen bilden das Dach und mehr oder weniger dicht stehende Baumstämme die Wände. Die «Fenster» gewähren herrliche Durchblicke auf die anschliessenden Wälder und Häusergruppen, auf den See und in die Berge, aber auch in das Innere des Tobels mit seinen Wasserfällen und dem tiefen Bett, das sich der Gulmenbach gegraben hat. Auf diese herrliche Weise wurde der Wädenswiler Waldlehrpfad beschrieben.
Tatsächlich lehrt uns der Wald vielerlei. Wir beobachten die Gemeinschaft oder auch Feindschaft von Tier und Pflanze, beispielsweise Insekten, welche Blätter als Brutstätte ihrer Eier benutzen, oder wir sehen, wie gefährlich der Jungbaum lebt und vom Eingriff des Rehs bedroht wird. Wir beobachten auch junge Bäume, welche vergeblich nach Licht und Sonne streben und im Schatten der alten Bäume verkümmern. Wir lernen Bäume und Sträucher kennen, welche den feuchten Moosboden bevorzugen, und wir merken uns die Pflanzen, welche die sonnigen Waldränder lieben. Wir lernen aber auch, wie der Baum, ob er nun Blätter oder Nadeln hat, seine Grünteile zum Leben braucht. Damit fängt er Licht auf und verwandelt es zusammen mit Wasser und Kohlendioxid, das Tiere und Menschen ausatmen, in Zucker, den er solange ab- und umbaut, bis daraus neue Äste, Nadeln, Samen oder Wurzeln entstehen. Der Baum ist also ein chemischer «Hexenmeister». Als «Abfall» entsteht im Blatt noch Sauerstoff, ohne den weder Tier noch Mensch überleben. Nur die Pflanzen können ihn uns liefern. Lohnt es sich nicht, über diese Bäume und Sträucher noch etwas mehr zu erfahren?
Die Liste der 55 Bäume und Sträucher ist nach dem Grundsatz der Häufigkeit in unseren Wäldern zusammengestellt. Es sind 11 Nadelhölzer, 24 Laubbäume und 20 Sträucher, geordnet nach ihrer waldbaulichen Bedeutung und von 1 bis 55 fortlaufend nummeriert.
Wer über die 55 Gehölze noch etwas mehr erfahren will, kann beim
Verkehrsverein Wädenswil das Büchlein von Carlo Oldani beziehen.
Und nun viel Spass auf dem Wädenswiler Kleinod, dem Waldlehrpfad im Gulmentobel.
1 Fichte (Rottanne)
2 Tanne (Weisstanne)
3 Föhre
4 Lärche
5 Eibe
6 Douglasie
7 Bergföhre
8 Schwarzföhre
9 Weymouthsföhre
10 Arve
11 Gemeiner Wacholder (Reckholder)
12 Buche (Rotbuche)
13 Hagebuche (Weissbuche)
14a Stieleiche (Sommereiche)
14b Traubeneiche (Wintereiche)
15 Roteiche
16 Esche
17 Bergahorn (Waldahorn)
18 Spitzahorn
19 Feldahorn
20 Bergulme
21a Winterlinde (Steinlinde)
21b Sommerlinde (Breitlinde)
22 Kirschbaum (Waldkirsche)
23 Birke (Weissbirke)
24 Aspe (Espe, Zitterpappel)
25 Kanadische Pappel
26 Edelkastanie
27 Rosskastanie
28 Nussbaum
29 Schwarzerle
30 WeisserIe
31 Vogelbeerbaum (Eberesche)
32 Mehlbeerbaum
33 Elsbeerbaum
34 Robinie (Falsche Akazie)
35 Salweide
36 Hasel (Haselnuss)
37 Sauerdorn
38 Gemeiner Weissdorn
39 Schwarzdorn (Schlehdorn)
40 Traubenkirsche
41 Stechpalme
42 Pfaffenhütchen (Spindelstrauch)
43 Faulbaum (Pulverholz)
44 Kreuzdorn
45 Seidelbast (Zilander)
46 Lorbeer-Seidelbast
47 Roter Hornstrauch (Hartriegel)
48 Liguster
49 Rote Heckenkirsche (Gemeines Geissblatt)
50 Schwarze Heckenkirsche
51 Alpen-Heckenkirsche
52 Schwarzer Holunder
53 Roter Holunder (Trauenholunder)
54 Gemeiner Schneeball
55 Wolliger Schneeball