Die einzelnen Linien dieser weitverzweigten Familie lassen sich indessen nicht immer zweifelsfrei verfolgen. Dank den genealogischen Forschungen von Diethelm Fretz, des Verfassers einer in den 1930er Jahren erschienenen zweibändigen Geschichte der Familie Blattmann, kennen wir jedoch einzelne Vertreter dieses bedeutenden Geschlechts aus der dörflichen Oberschicht von Wädenswil näher12. So begegnen wir in der Generation nach Caspar Blattmann-Zürrer auf der Fuhr beispielsweise dem von Caspar Blattmann-Huber (geb. 1608) abstammenden Zimmermann Hans Jakob Blattmann-Trümpler (1630–1686), dessen Sohn Rudolf Blattmann-Leuthold (1656–1739) und dessen Enkel Hans Jakob Blattmann-Isler (1688–1738). Der Weber Uli Blattmann-Baumann (1632–1658), der Bruder von Hans Jakob Blattmann-Trümpler, hatte ebenfalls einen Sohn: Hans Blattmann-Pfister (1652–1728).
Laut Grundprotokoll vom 20. Januar 1662 veräusserte der Maurer Oswald Baumann einem Wälti Egli zu Wädenswil seinen auf der Fuhr gelegenen Besitz, umfassend ein Haus, einen Holzschopf mit Schweinestall und eine Scheune, ferner Krautgarten, Hanfland, Reblauben, Matten, Weide und 1,5 Jucharten Reben. Als Grenzen werden angegeben oben (bergseits) Caspar Blattmanns Weidli, hinten (westlich) die als Vorläufer der heutigen Untermosenstrasse verlaufende Landstrasse, die in den Dokumenten bisweilen auch als Sandgass aufgeführt ist, unten (Richtung Aueren und Spengler) Caspar Baumanns Matte, vorn (östlich, Richtung heutige Vordere Fuhr) Hans Bürgis Matte. In der Handänderung eingeschlossen war eine Jucharte Holz und Boden beim Gulmentobel13. Wälti Eglis Söhne, «Caspar und Jacob die Eglen, gebrüderen uff der Fuhr», kauften per Martini 1668 ihren Bruder Hans Jakob Egli im Strasshaus aus. Bei dieser Gelegenheit wird erwähnt, dass zur Fuhr-Liegenschaft der Brüder Egli ein Anteil an der Trotte in Hans Bürgis Haus gehöre14. Es ist anzunehmen, dass schon Caspar und Jakob Egli das väterliche Wohnhaus unterteilten. Sicher bezeugt ist dieser Tatbestand aber erst für die nachfolgende Generation: 1703 verfügten die Brüder Jakob und Sigmund Egli über je ein halbes Haus und eine halbe Scheune samt Umschwung «uff der Fuhr»15. Über Barbara Egli, die den Kirchenpfleger Caspar Blattmann geheiratet hatte, kam dieser bei der Erbausrichtung vom 29. März 1782 in den Besitz der alten Egli-Liegenschaft auf der Fuhr. Diese umfasste damals ein Haus samt Trotte und Schweinestall daran, ferner ein Waschhaus und eine Scheune, sodann 2,5 Jucharten Garten, Ausgelände und Matten sowie 12,5 Jucharten Reben. Als Grenze gegen Osten wird nun Hauptmann Jakob Hausers Matte (auf der Vorderen Fuhr) aufgeführt16. Gegen Ende 1807 fühlte sich der Bauer Caspar Blattmann auf der Fuhr alt und schwach. In «Ungewissheit seiner Todesstunde», um sich ruhigere Alterstage zu verschaffen und um nach seinem Ableben Erbstreitigkeiten zu vermeiden, übergab er seinen Hof noch zu Lebzeiten, am 11. Januar 1808, seinen beiden Söhnen, Leutnant Hans Jakob und Heinrich Blattmann17. 1820 kaufte dann Hans Jakob seinen Bruder Heinrich aus und führte fortan den väterlichen Gewerb mit den im Jahre 1957 abgebrochenen Hofgebäuden auf der Hinteren Fuhr in alleiniger Verantwortung18. Seine Kinder Heinrich, Anna und Johannes Blattmann erbten die Liegenschaft im Dezember 1868, verkauften sie jedoch am 12. März 1870 dem Landwirt Johannes Hauser auf Külpen in der Gemeinde Schönenberg, der bald auf seinen neuen Hof umsiedelte. Zum Kauf gehörten 4,5 Jucharten Land auf der Fuhr mit folgenden Bauten19:
«Vordere Fuhr». Hauseingang.
«Vordere Fuhrn vor der Restaurierung. Kellertüre, Abort, Türschlösser, Deckenmalereien, Hausflur.
Dr. Christian Renfer