Die übrigen Rieder gehören zur Gruppe der Flachmoore. Wir finden sie in den Tälchen, aber auch an Hängen. Vom Naglikonerried schrieb Walter Höhn 1972 im «Anzeiger vom Zürichsee»: «Das gesamte Gelände stellt das letzte noch gut erhaltene und von der menschlichen Nutzung wenig beeinflusste Seeried des linken zürcherischen Seeufers dar.» Zu dessen schönsten Blütenpflanzen gehören die gelbe und die blauviolette Schwertlilie, die noch in den 1920er Jahren zur Blütezeit grossen Abschnitten einen bläulichen Schimmer gab. Doch traf man auf dem Seeweg Kinder und Erwachsene mit Sträussen von dreissig und mehr Blüten − kein Wunder, dass im Laufe der Jahrzehnte der Bestand stets zurückging. Höhn zählte 1972 noch rund hundert Pflanzen, Ende der siebziger Jahre waren es nur noch wenige. Seit der Kanton das Land kaufte und schützte, nahm der Bestand wieder zu. Im Juni dieses Jahres (1987) zählte ich etwa 60 Pflanzen. Beide Schwertlilien finden sich, wenn auch meist nur vereinzelt, in andern Riedern.
Weit verbreitet sind die Schlüsselblumen, ebenso rote und violette Orchideen, der giftige grossblättrige Germer mit seinen grüngelben Blüten, das breitblättrige Wollgras, an nassen Stellen der weissblühende Fieberklee, an manchen Orten der hohe Gilbweiderich mit seinen gelben Blüten, im Herbst der vielblütige Schwalbenwurzenzian, die Herbstzeitlose und neben dem Pfeifengras mit dem knotenlosen Stengel verschiedene, zum Teil seltene Seggen.
In dem den Seeriedern vorgelagerten Schilfgürtel brüten Blässhuhn, Haubentaucher, Teichhuhn, Rohrammern, Sumpfrohrsänger und Teichrohrsänger, im angrenzenden Ried oft auch Stockenten. Im grossen, von Wald umschlossenen Geristegried, das zum grössten Teil zu Hirzel gehört, findet sich eine reiche Vogelwelt: Distelfink, Fitislaubsänger, Goldammer, Gartengrasmücke, Pirol und Neuntöter, nicht selten auch die Waldohreule, dazu bunte Schmetterlinge und andere Insekten, die in den Wiesen weitgehend verschwunden sind.
Frösche, Kröten, Unken und Molche leben nur an vereinzelten Stellen in den Riedern, hingegen bieten ihnen der Chüeferweiher, der Aamühleweiher und der
Bachgadenweiher in den flacheren Teilen günstige Lebensmöglichkeiten. Auch diese Gewässer stehen unter Schutz.
Fünf meist grössere Rieder sind durch den Kanton geschützt (Naglikon, Au, Vorder Au, Steinweid, Geristeg); regional geschützt sind das grosse Ried Sennweid und das Seeried unterhalb dem Scheller, durch die Stadt die übrigen mittleren und kleinem 21 Riedflächen.