Am 19. Juli 1897, morgens elf Uhr, fuhren fünf von 12 Pferden gezogene Wagen mit den reich bekränzten vier neuen Glocken im Gesamtgewicht von 4300 Kilogramm und dem dazugehörenden Beiwerk durch die Triumphbogen bei der «Tanne» zur Kirche. Am Nachmittag zog die Jugend die neuen Glocken in den Turm hinauf. Die offizielle Einweihung mit Festgottesdienst, Bankett, Konzert und Jugendfest fand am 29. August 1897 statt. Die alten drei Glocken – sie waren 1868 von Jakob Keller in Unterstrass bei Zürich gegossen worden – führte man im Hebst 1897 nach Aarau zum Einschmelzen in die Giesserei Rüetschi, welche das neue Geläute geliefert hatte.
Die vier Glocken, die heute noch im Turm hangen, tragen folgende Inschriften:
Grosse Glocke, tiefes C.
«Ehre sei Gott in der Höhe.»
Betzeitglocke, E.
«Wachet und betet.»
Vesperglocke, G.
«Friede sei mit Euch.»
Totenglocke, hohes C.
«Sei getreu bis in den Tod.»
Bis 1950 läutete der Sigrist die Kirchenglocken von Hand. Läuterbuben halfen ihm dabei. Dafür hatte ihnen der Sigrist nach altem Brauch am Silvesterabend ein Schübligmahl zu spendieren. Nach dem Essen begab man sich gemeinsam in den Glockenturm, um das alte Jahr aus- und das neue Jahr einzuläuten.
Am Reformationssonntag, 1950 wurden die Glocken erstmals elektrisch geläutet. Seit das Uhrwerk im Turm 1976 durch eine Quarzuhr ersetzt worden ist, zeigt die Turmuhr immer genaue Zeit an. Über eine Antenne erhält sie alle zwei Minuten Zeitimpulse der Mutteruhr in Neuenburg.
Das Kirchengebäude, dessen Innenausstattung sowie die Kirchenumgebung erfuhren im Laufe der Zeit verschiedene Änderungen. Einige seien hier aufgezählt:
1836 Aussen- und Innenrenovation der Kirche und Erneuerung der Fenster durch den einheimischen Maurer Johann Jakob Syz, Sohn.
1839 Einweihung des erweiterten Friedhofs und es von Jakob Syz Vater, Maurer in der Langwies, erstellten Leichenhauses. Uhrmacher Gattiker aus Wädenswil lieferte eine neue Turmuhr.
1848 Die Kirchgemeinde schafft vier Kannen für den Abendmahlswein an.
1849 Kuppel des Dachreiters neu geschindelt.
1864 Seit 1703 war der Gemeindegesang von Vorsänger geleitet worden. Als solcher amtete in der Regel der Schulmeister Mittelberg. Im Silvestergottesdienst wird erstmals ein aus freiwilligen Beiträgen angeschafftes Harmonium gespielt.
1890 Einbau einer Zentralheizung in der Kirche.
1893/94 Im Kircheninnern wird die Holzdecke von 1703 durch eine Gipsdecke ersetzt.
1896 Dr. med. Johannes Kleiner in Herrliberg, dessen Vorfahren bis 1832 in der Täglischür gewohnt hatten, stiftet vier silberne Abendmahlkelche, welche die hölzernen Becher ersetzen, sowie einen silbernen Brotteller.
1897 Bau des Kirchturms, Abbruch des Dachreiters, neues Geläute. Neuer Festerschmuck: im Schiff Porträts von Ulrich Zwingli und Martin Luther, im mittleren Chorfenster Christusfigur. Sprüche an den Chorwänden: «Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.» «Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.»
1901 Das Harmonium wird durch ein grösseres ersetzt.