Die reformierte Kirchgemeinde

Quelle: Schönenberg, 1985 von Peter Ziegler

Schönenberg trennt sich von der Kirchgemeinde Wädenswil

Die Bewohner der Höfe im Wädenswiler Berg, dem heutigen Gemeindegebiet von Schönenberg, besuchten seit alters die Gottesdienste in der Dorfkirche Wädenswil. Dorthin brachte man die Kinder zur Taufe, hier wurde man konfirmiert, hier schloss man den Bund der Ehe, auf dem Wädenswiler Friedhof fanden die Toten ihre letzte Ruhestätte. Der Kirchgang von der Sihl und vom Berg hinunter ins Dorf war weit und für ältere Leute oft beschwerlich, namentlich im Winter. Und hatte man sich durch Schnee und Wind gekämpft, konnte es einem erst noch passieren, dass man in der engen, und überfüllten Wädenswiler Kirche keinen Sitzplatz mehr fand. Nachdem es wiederholt zu unschönen Auftritten, ja zu Raufereien um Plätze gekommen war, forderten die Bewohner aus dem oberen Wädenswiler Berg im Jahre 1698 energisch Abhilfe. Sie verlangten den Bau einer eigenen Kirche im Wädenswiler Berg. Manche Kirchgenossen im Dorf, in der Au und im unteren Wädenswiler Berg konnten sich mit dieser Idee nicht befreunden, wünschten sie doch selber einen Neubau der Dorfkirche, welcher – konnten die Leute aus der oberen Bergregion ihr Projekt vorher verwirklichen – nicht zuletzt aus finanziellen Gründen wieder in weite Ferne rückte.
Mit Unterstützung der Zürcher Regierung kamen die Bewohner des Wädenswiler Berges zum Ziel. In den Jahren 1702/1703 entstanden auf dem Platz Geissferen, den der dort ansässige Wirt Jakob Eschmann verkauft hatte, ein Kirchengebäude – doch noch ohne Glockenturm -, ein Pfarrhaus und ein mit Ringmauer umgebener Friedhof, der in Kriegszeiten zugleich als Befestigung dienen konnte.
Schönenberg um die Mitte des 19. Jahrhunderts, mit Kirche, Pfarrhaus und Wädenswilerstrasse. Lavierte Tuschzeichnung eines unbekannten Künstlers.

Bis 1703 wird in den Akten immer vom Kirchenbau im Wädenswiler Berg berichtet. Am 6. Januar 1703 ist dann erstmals von «Schönenberg» die Rede und am 9. Januar 1703 von «Sonneberg». Wer diese Bezeichnung festgelegt hat ist bis heute unklar. Tatsache ist jedoch, dass sich der Name für die durch den Stand Zürich neu geschaffene Kirchgemeinde im Berg rasch durchsetzte und den älteren Flurnamen Geissferen verdrängte. Am 18. März 1703 weihte Dekan Johannes Hegi, Pfarrer in Thalwil, die Kirche «auf dem Schönenberg» ein.
Die Abrechnung über alle Einnahmen und Ausgaben für Kirche, Pfarrhaus und Ringmauer «am Schönenberg» in der Herrschaft Wädenswil wurde am 31. Mai 1703 abgenommen. Schönenberg hatte sich damit kirchlich von Wädenswil getrennt und war fortan eine eigene Kirchgemeinde mit eigenem Pfarrer und eigener Kirchenbehörde. Richter Rudolf Stocker verwaltete das bescheidene Kirchengut «der Kirchen Schönenberg am Wädenschwyller Berg» und legte über die Jahre 1716/17 erstmals Rechnung ab.
Im Jahre 1703 wurden der neuen reformierten Kirchgemeinde Schönenberg durch Beschluss des Zürcher Rats 23 Höfe aus der Kirchgemeinde Wädenswil, 13 Höfe aus Richterswil und 6 Höfe aus der Kirchgemeinde Hirzel zugeteilt. Von Wädenswil trennte man ab: Egg, Tanne, Schulhaus Mittelberg, Vorder Rechberg, Maas, Schwarzenbach, Rain, Wald, Haslaub, Gschwänd, Wolfbüel, Geissferen (Schönenberg), Langwis, Säubad, Stollen, in der Au, Buebewis, Täglischür, Fernegg, Zweierhof, Mülistalden, Chülpen und Rotenblatt. Aus der Kirchgemeinde Richterswil kamen zu Schönenberg: unter und Ober Chneus, Tannenmattli, Langmoos, Vorder Langmoos, Sägel, Unter und Oberer Hängerten, Böschen, Rebgarten, Unter und Ober Laubegg, Hütten. Von Hirzel zu Schönenberg umgeteilt wurden die Höfe Aesch, Ober und Unter Wisserlen, Nussbäumen, Musli sowie Hinter Rechberg.
Bis 1752 war Hütten eine Filiale von Schönenberg, Der Schönenberger Pfarrer hatte in der Kapelle Hütten alle 14 Tage Gottesdienst zu halten. Auch von 1805 bis 1824 war der Pfarrer von Schönenberg für beide Gemeinden zuständig. Dann wurde Hütten zur eigenen Kirchgemeinde erhoben. Mit Ausnahme der Umteilung von Finsterseehalde zu Hütten im Jahre 1921 blieben die Grenzen der Kirchgemeinde Schönenberg seit 1824 unverändert.

Zur Baugeschichte der Kirche

Als Bauplätze für die Kirche Schönenberg kamen nach Meinung der Ratskommission, die im Frühling 1698 einen Augenschein genommen hatte, Stollen, Geissferen, Wolfbüel oder Laubegg in Frage. Die Obrigkeit gab dann im Jahre 1700 den zentral gelegenen Geissferen den Vorzug und liess hier auf dem von Wirt Jakob Eschmann erworbenen Land im Januar 1702 den Grundriss abstecken, damit die Steine an den richtigen Ort geführt werden konnten.
Bauherr war Zürich, darum lieferte auch der Zürcher Stadtingenieur Hans Caspar Werdmüller die Pläne. Am Bau, zu dem die Anwohner Frondienste leisteten, waren Handwerker aus Zürich sowie aus der Herrschaft Wädenswil und Umgebung beteiligt: Mauerer Johannes Schneider und Steinmetz Oeri, Zimmermeister Heinrich Hofmann (Erlenbach) und Heinrich Isler (Wädenswil) Tischmacher Hans Diezinger (Wädenswil), Glaser Waser, Maler Füssli und Schlosser Hans Georg Strickler aus Richterswil.
Die Kirche Schönenberg, die am 18. März 1703 eingeweiht werden konnte, war ein schlichter, dreiseitig geschlossener Bau mit ostseits abgewalmten Satteldach und einem Dachreiter mit «weltscher» Haube. Darin hingen anfänglich zwei, seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts drei Glöcklein aus der Zürcher Giesserei Füssli.
Pfarrhaus und Kirche mit Dachreiter. Zeichnung von Lilly Haffter, 1897.

Sieben grosse und vier kleine Wappenscheiben, von Mitgliedern des Zürcher Rats gestiftet, schmückten das Innere der mit einer bemalten Holzdecke ausgestatteten Kirche. Nachdem ein Sturm die Glasgemälde 1779 arg beschädigt hatte, wurden sie nicht mehr ersetzt. Die hölzerne Kanzel – ein von einem Sockel getragener sechsseitiger Korb mit Spiralsäulchen – soll nach mündlicher Überlieferung von Leutnant Streulis Söhnen in der Rietwies Horgen gestiftet worden sein. Die Gattin des Wädenswiler Landvogtes Hans Heinrich Hirzel-von Salis schenkte den Taufstein in die neue Kirche Schönenberg. Er wurde 1873 durch den heutigen achtseitigen aus Splügen-Marmor ersetzt, stand dann lange Zeit in einem Garten in der «Tanne» hernach auf dem Friedhof Schönenberg und kann jetzt an wettergeschütztem Ort besichtigt werden. Wichtige Änderungen an Kirchgebäude gehen in die 1890er Jahre zurück: 1894 entfernte man die hölzerne Kirchendecke. Fuhrmann Eschmann im Moos ergantete die Bretter und baute sie in seinem Haus ein. Sie sind dort heute noch zu sehen. Anstelle der Holzdecke verfertigte Gipser Oertli aus Ennenda die neue Kirchdecke aus Gips.
Als am Kirchengebäude und am Dachreiter grössere Reparaturen nötig wurden, nahm der Staat Zürich als Eigentümer der Baute, mit der Gemeinde Schönenberg Verhandlungen auf, die zu folgendem Resultat führten: Der Staat Zürich übergab der Kirchgemeinde Schönenberg die Kirche zu Eigentum und bezahlte eine Ablösungssumme. Dafür verpflichtete sich Schönenberg, das Kirchengebäude zu renovieren und auf der Westseite des Schiffes einen Glockenturm zu bauen.
Der nach den Planen von Kantonsbaumeister Hermann Fietz erstellte Turm in Backsteinwerk war 1897 vollendet. Im Erdgeschoss öffnet er sich nach drei Seiten hin in Bogentoren. Im Glockengeschoss wird er von zwei gekoppelten und zwei einfachen Rundbogenfenstern durchbrochen. Er endigt mit vier Giebeln, die einen achtseitigen, kupfernen Spitzhelm tragen.
Kirche Schönenberg, 1897. Der neue Turm ist vollendet, der Dachreiter noch nicht abgebrochen.
 
Am 19. Juli 1897, morgens elf Uhr, fuhren fünf von 12 Pferden gezogene Wagen mit den reich bekränzten vier neuen Glocken im Gesamtgewicht von 4300 Kilogramm und dem dazugehörenden Beiwerk durch die Triumphbogen bei der «Tanne» zur Kirche. Am Nachmittag zog die Jugend die neuen Glocken in den Turm hinauf. Die offizielle Einweihung mit Festgottesdienst, Bankett, Konzert und Jugendfest fand am 29. August 1897 statt. Die alten drei Glocken – sie waren 1868 von Jakob Keller in Unterstrass bei Zürich gegossen worden – führte man im Hebst 1897 nach Aarau zum Einschmelzen in die Giesserei Rüetschi, welche das neue Geläute geliefert hatte.
Die vier Glocken, die heute noch im Turm hangen, tragen folgende Inschriften:
Grosse Glocke, tiefes C.
«Ehre sei Gott in der Höhe.»
Betzeitglocke, E.
«Wachet und betet.»
Vesperglocke, G.
«Friede sei mit Euch.»
Totenglocke, hohes C.
«Sei getreu bis in den Tod.»
Bis 1950 läutete der Sigrist die Kirchenglocken von Hand. Läuterbuben halfen ihm dabei. Dafür hatte ihnen der Sigrist nach altem Brauch am Silvesterabend ein Schübligmahl zu spendieren. Nach dem Essen begab man sich gemeinsam in den Glockenturm, um das alte Jahr aus- und das neue Jahr einzuläuten.
Am Reformationssonntag, 1950 wurden die Glocken erstmals elektrisch geläutet. Seit das Uhrwerk im Turm 1976 durch eine Quarzuhr ersetzt worden ist, zeigt die Turmuhr immer genaue Zeit an. Über eine Antenne erhält sie alle zwei Minuten Zeitimpulse der Mutteruhr in Neuenburg.
Das Kirchengebäude, dessen Innenausstattung sowie die Kirchenumgebung erfuhren im Laufe der Zeit verschiedene Änderungen. Einige seien hier aufgezählt:
1836 Aussen- und Innenrenovation der Kirche und Erneuerung der Fenster durch den einheimischen Maurer Johann Jakob Syz, Sohn.
1839 Einweihung des erweiterten Friedhofs und es von Jakob Syz Vater, Maurer in der Langwies, erstellten Leichenhauses. Uhrmacher Gattiker aus Wädenswil lieferte eine neue Turmuhr.
1848 Die Kirchgemeinde schafft vier Kannen für den Abendmahlswein an.
1849 Kuppel des Dachreiters neu geschindelt.
1864 Seit 1703 war der Gemeindegesang von Vorsänger geleitet worden. Als solcher amtete in der Regel der Schulmeister Mittelberg. Im Silvestergottesdienst wird erstmals ein aus freiwilligen Beiträgen angeschafftes Harmonium gespielt.
1890 Einbau einer Zentralheizung in der Kirche.
1893/94 Im Kircheninnern wird die Holzdecke von 1703 durch eine Gipsdecke ersetzt.
1896 Dr. med. Johannes Kleiner in Herrliberg, dessen Vorfahren bis 1832 in der Täglischür gewohnt hatten, stiftet vier silberne Abendmahlkelche, welche die hölzernen Becher ersetzen, sowie einen silbernen Brotteller.
1897 Bau des Kirchturms, Abbruch des Dachreiters, neues Geläute. Neuer Festerschmuck: im Schiff Porträts von Ulrich Zwingli und Martin Luther, im mittleren Chorfenster Christusfigur. Sprüche an den Chorwänden: «Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.» «Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.»
1901 Das Harmonium wird durch ein grösseres ersetzt.

Glockenaufzug, 19. Juli 1897.

Kirche von Osten, 1985.

1922 Innenrenovation durch Architekt A. Wernli in Wädenswil. Neue Bestuhlung durch die mechanische Schreinerei Brunner in Richterswil. Die Blechtäfelchen mit den Geschlechterwappen an den Kirchensitzen werden entfernt. Neue Orgel aus der Firma Th. Kuhn in Männedorf, gestiftet vom Industriellen Heinrich Blattmann-Ziegler in Wädenswil zum Dank dafür, dass Pfarrer Pfenninger in Schönenberg seinerzeit seinem Grossvater den Besuch der Sekundarschule Wädenswil und damit den Eintritt ins Lehrerseminar Küsnacht ermöglicht hat.
1909 Installation einer Wandbeleuchtung, 1922 entfernt.

Das Chor vor 1922.

Chor mit erster Orgel, 1922.

1946 Ausbau der Orgel auf 15 Register.
1961 Innen- und Aussenrenovation der Kirche durch Architekt A. Kölla, Wädenswil. Gipskränze an der Decke weggeschlagen, neue Beleuchtung, neues Vordach über dem Nordportal.
1972 Abbruch der Orgel von 1922.
1973 Einweihung der neuen Orgel mit 24 Registern aus der Firma Th. Kuhn in Männedorf.
Grundriss der Kirche mit Bestuhlung, 1943.

1985 Innen- und Aussenrenovation durch Architekte Erwin Uster, Schönenberg. Reparatur des Daches und des Dachstuhls, Erneuerung des Fassadenputzes, neuer Glockenstuhlfuss auf Betonboden, Verbesserung der Beleuchtung, Auffrischen der herabgesetzten Kanzel, des Wandtäfers und der Bestuhlung, Decke und Wände frisch gestrichen. Anstelle der bisherigen vier Wandsprüche ohne Bezug zum Kircheninnern werden zwei neue, zu den Farbfenstern passende gemalt: Zum Zwingli-Fenster «Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch Ruhe geben.» (Matthäus 11.28), zum Luther-Fenster «Das Gras verdorrt, die Blume welkt, aber das Wort unsres Gottes bleibt in Ewigkeit» (Jesaja 40.8).
Das Chor nach der Renovation von 1985.
 

Das Pfarrhaus

Das in die Westecke des Friedhofs gebaute Pfarrhaus wurde gleichzeitig mit der Kirche 1701/1702 erstellt. Die Zeichnung von Heinrich Meister aus dem Jahre 1716 zeigt es in einer Ansicht von Südosten, vorgelagertem geometrischem Garten. Das über dem Kellergeschoss zweistöckige Gebäude unter Satteldach mit Knick beherbergte bis 1791 im Erdgeschoss eine Schulstube. Vor 1948 ersetzte man eine Schleppgaube in der Mitte der mit Biberschwanzziegeln gedeckten nördlichen Dachfläche. 1974 wurde das Pfarrhaus – es enthält getäferte Wände, Felderdecken, Gipsdecken mit Stuckrändern und einen Nehracher Kachelofen von 1792 – innen und aussen umfassend renoviert. 1980 erfolgte die Isolation des Kellers und des Daches.
Das nach 1716 errichtete einstöckige Waschhäuschen, dessen Nordseite mit der Kirchhofmauer zusammenfällt, wurde 1961 zum Jugendhäuschen umgebaut und 1980 in beiden Richtungen um je einen Meter vergrössert.

Reformiertes Pfarrhaus, 1985.

Reformierte Pfarrer

Name/Vorname Lebensdaten  in Schönenberg 
Benz, Salomon 1671−1744 1703−1744
Wasser, Hans Jakob 1702−1790 1745−1790
Keller, Heinrich 1737−1812 1791−1798
Finsler, Christoph 1772−1835 1798−1809
Hafner, Emanuel 1784−1845 1809−1824
Pfenninger, Hans Caspar 1782−1862 1824−1862
Menzel, Conrad 1834−1890 1863−1890
Haffter-Burckhardt, Eugen 1866−1899 1890−1899
Walder, Albert 1874−1957 1899−1902
Thomann, Max 1872−1958 1902−1904
Wespi-Hess, Jakob 1882−1964 1904−1925
Joss-Hauser, Erwin 1898−1972 1925−1940
Marty-Liechti, Theodor 1894−1974 1940−1959
Bührer-Egli, Willi * 1925 1959−1965
Glur-Kaspar, Hans 1904−1977 1965−1974
Wipf-Fink, Thomas * 1946 seit 1975

 

Der befestigte Kirchhof

Während des Ersten Villmergerkrieges von 1656, eines Religionskrieges unter den Eidgenossen, fielen katholische Truppen aus der Innerschweiz in die reformierte zürcherische Herrschaft Wädenswil ein, zerstörten unter anderem die Kapelle in Hütten und steckten im Richterswiler und Wädenswiler Berg verschiedene Häuser in Brand. Zürich plante deshalb um 1700 ein Schanzensystem längs der Grenze gegen Schwyz und baute - kurz vor Ausbruch des Zweiten Villmergerkrieges im Jahre 1712 – die Sternenschanze in der Richterswiler Allmend, die Eichschanze bei der heutigen Station Samstagern, die Bellenschanze beim Hüttnersee und die Hüttnerschanze ob dem Dorfe Hütten.Hinter dieser Verteidigungslinie wurde eine zweite geschaffen, mit dem Landvogteischloss Wädenswil und dem Kirchhof Schönenberg als wichtigsten Stützpunkten. Der Bau der Kirche Schönenberg in den Jahren 1701/1702 gab Zürich die Gelegenheit, gleichzeitig einen Teil seines Befestigungskonzeptes zu verwirklichen. Der Friedhof wurde auf allen vier Seiten von rund drei Meter hohen, dicken Mauern umgeben. Und die Kirche und das Pfarrhaus kamen innerhalb dieses Berings zu stehen. So konnte sich die Bevölkerung von Schönenberg in Zeiten der Gefahr in den Kirchhof, die Kirche und das Pfarrhaus zurückziehen.
Schönenberg: Kirche, Pfarrhaus, befestigter Kirchhof und barocker Pfarrgarten. Zeichnung von Heinrich Meister (1700-1781) von Bülach.

1712 wurde der Kirchhof tatsächlich in Verteidigungszustand gesetzt und zusätzlich mit Palisaden verschanzt. Auf den Kirchhof postierte man zwei Geschütze; in Schönenberg war eine Kompanie Infantierie einquartiert. Kampfzone zwischen Reformierten und Katholiken war im Sommer 1712 aber wiederum das Gebiet Bellenschanze – Laubegg – Hütten, so dass Schönenberg vor Zerstörung bewahrt blieb.
Die Umfassungsmauern sind zum Teil heute noch in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten. Nur die Mauer gegen Vorder Schönenberg wurde 1839 geschleift, damit man den Friedhof erweitern konnte. Damit die angestossene alte Mauer zur neu aufgeführten Friedhofmauer passte, wurde sie um einen Meter abgebrochen.
Kirche Schönenberg von Süden, 1985.
Friedhofportal von 1839, mit Gemeindewappen.




Peter Ziegler