Von der Zugerstrasse her betreten wir den Eingangspavillon. In diesen ist die grosse Treppe eingebaut, die zum vorderen Spielplatz und zum Haupteingang führt. Dieser Pavillon ist ein Schutz gegen Vereisung der langen Treppe im Winter. Einen weiteren Aufgang zu diesem Platz bilden eine offene Treppe an der Südecke der Glärnischstrasse und eine Zufahrtsstrasse, welche an der Zugerstrasse beginnt, längs der Glärnischstrasse auf dem Plateau an Schulhaus und Turnhalle vorbeiführt und in der Nordostecke in die Glärnischstrasse mündet.
Treten wir aus dem Pavillon, haben wir die ganze Südostfassade des grossen Schulhauses vor uns. Begehen wir über einige Stufen die äussere Vorhalle und von da den Haupteingang und den Windfang, so sind wir im grossen Vestibül des Erdgeschosses angelangt, das eine Grösse von etwa 9,6 x 10,5 Meter hat. In der Mitte des Vestibüls steht eine grosse, steinerne Säule, die zugleich als Widerlager dient für die Scheidebogen der beiden Kreuztonnengewölbe. Direkt vor uns sehen wir das grosse, 5 Meter breite Treppenhaus, das zu den Etagen und zum Keller führt. Links vom Betrachter steht eine Abschlusswand mit durchbrochenen Öffnungen und davor ein steinerner Wandbrunnen mit graublau gekachelter Wandfläche. Hinter der Abschlusswand liegt ein gegenüber dem Hauptvestibül um 60 Zentimeter erhöhter Korridor. Er führt zur Schulküche und deren Nebenräumen (Speisekammer, Kohlen- und Holzraum) und zu zwei Zimmern für Handfertigkeitsunterricht. Die Schulküche, 8.5 x 9.8 Meter gross, ist weiss gekachelt und ausgerüstet mit Kästen, drei Schüttsteinen, Tischen und Stühlen, Wandtafel und vier Kochherden. Zwei haben Gas- und zwei Holzfeuerung.
Rechts vom Vestibül führt ein Korridor zu zwei grossen Schulzimmern sowie zum Lehrer- und Sammlungszimmer. Durch den Korridor gelangt man zum erhöhten Verbindungsbau.
Im ersten und zweiten Stock befinden sich je vier Schulzimmer von 8,6 x 10 Meter Grösse sowie zwei kleinere im Ausmass von 8,5 x 8,7 Meter. Drei dieser kleineren Zimmer werden für den Nähschulunterricht benützt, das vierte ist Unterrichtsraum für die 7. und 8. Klasse. Die grossen Unterrichtszimmer sind ausgerüstet mit je einem Wandkasten, einem Podium mit Pult, zwei Wormatina-Doppelwandtafeln und einer Aufhängevorrichtung für Landkarten und Tabellen. Auf jedem Stock liegt ein 9,5 x 15 Meter messender Vorplatz. Er ist durch zwei tragende Pfeiler mit vierteiligem Steinbrunnen unterteilt. Der Dachboden ist vorläufig nicht ausgebaut. Hier können zwei bis vier grosse Zimmer mit kleineren Nebenräumen eingerichtet werden (1943 verwirklicht).
Das Schulhaus ist nur zur Hälfte unterkellert. Hier liegen die Bäder, zwei Ankleideräume, die Heizung und das Archiv. Im Baderaum mit Plättliboden befinden sich zwei Bassins von 5 x 2 Meter Ausmass und 30 Zentimetern Tiefe. »Über die Mitte eines jeden Bassins geht an der Decke die Warmwasserleitung mit Abzweigung von 10 Duschen. So ist den Kindern Gelegenheit geboten, um die Bassins herumzusitzen und während der Dusche gleich Fussbäder zu nehmen.» Im Heizraum, der 1,8 Meter tiefer liegt als die übrigen Kellerräume, sind vier Heizkessel und ein Boiler untergebracht. Drei dieser Kessel sind für Warmwasser für das Schulhaus bestimmt, der vierte für Niederdruckdampf für die Turnhalle und die Zubereitung von Warmwasser.
Das Innere des Schulhauses ist einfach gehalten. Die Wände der Unterrichtszimmer sind bis auf zwei Meter Höhe mit Ölfarbe gestrichen, jene in den Korridoren getupft und teilweise mit Ornamenten verziert. Sämtliche Böden haben einen Linoleumbelag. Die Fenster der Unterrichtszimmer sind in Doppelverglasung ausgeführt, die breiten, bis zum Dachstock führenden Granittreppen mit eisernem Geländer versehen. Im Dachstock befindet sich das Werk für je eine gegen das Dorf und gegen den Berg zeigende Uhr an der Aussenfassade. Das Uhrwerk schaltet auch die elektrischen Pausenglocken ein.
Die 25 Meter lange und 15 Meter breite Turnhalle ist durch einen 11 Meter langen Bau mit dem Schulhaus verbunden. Die Turnhalle, die auch als Konzertsaal dient, hat eine seitliche Höhe von 5 und eine mittlere Höhe von 7 Metern. Unter der Galerie mit zwei seitlichen Logen liegen die Garderobe- und Geräteräume. Gegenüber befindet sich die um einen Meter erhöhte Bühne mit rotem Seidenplüschvorhang, der seitlich in einen vor Verstaubung schützenden Holzkasten zurückgezogen werden kann. Beidseits der Bühne führen Treppen zum Turnhallenkeller mit Ankleideräumen, Ring- und Schwingplatz hinunter.
Die Turnhallendecke besteht aus dem sichtbaren Holzwerk des Dachstuhls; in die Zwischenfelder sind Eternitplatten eingelegt. Deckenbemalung sowie Ornamente an Wänden, Galerien und Fensterleibungen «wirken recht angenehm auf das Auge des Beschauers».
Zehn Leuchter erhellen den Raum. «Turnsaal» und Galerie bieten bei Konzertbestuhlung Platz für 750 Personen. Das Stuhlmagazin befindet sich im Keller. Die Turnhalle hat drei Doppeltüren. Eine führt auf den Spielplatz hinaus, zwei münden in den Zwischenbau. An Turngeräten sind vorhanden: sechs Recke, vier verstellbare Kurzbarren, Kletterstangen, Leitern, ein zweiteiliger Stemmbalken, ein Rundlauf an der Decke sowie vier Paar Schaukelringe.
Nun noch ein Gang um das Schulhaus herum. Sämtliche Mauerteile, auch die Fenstereinfassungen, sind verputzt und mit Ornamenten bemalt. Bemalt sind auch die beiden Giebel gegen die Zugerstrasse und die Glärnischstrasse. Die Vorhalle beim Haupteingang ist durch einfache Bildhauerarbeit verschönert. «Die Umgebung, welche in zwei Spielplätze zerfällt, wird sich durch die vorgesehenen Kies- und Rasenplätze, Baumbepflanzungen sowie durch die Terrainverschiedenheiten recht malerisch ausnehmen.» Soweit die Baubeschreibung aus dem Einweihungsjahr 1909.