Kooperation
Die Zürcher Fachhochschule ZFH (ZHAW in Wädenswil), die Berner Fachhochschule BFH (HAFL in Zollikofen), die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW (Hochschule für Life Sciences in Muttenz) und die Haute Ecole Spécialisee de Suisse occidentale HES-SO (Standorte Fribourg, Lullier, Changins, Sion) bieten in einer Kooperation je einen eigenen Master-Studiengang in Life Sciences an.
Die allgemeinen Grundlagen und die erweiterten theoretischen Grundlagen werden als Kooperationsangebot gemeinsam durchgeführt. Durch diese Zusammenarbeit entsteht für die Master-Studierenden die Möglichkeit zum interdisziplinären Erfahrungsaustausch und zur Erweiterung der Beziehungsnetze.
Vertiefungen
Die ZHAW in Wädenswil bietet im Life Science Master vier Vertiefungsrichtungen an:
- Food and Beverage Innovation
- Pharmaceutical Biotechnology
- Chemistry for the Life Sciences
- Natural Resource Sciences
Titel
Das Master-Studium schliesst mit dem international anerkannten Titel «Master of Science ZFH in Life Sciences mit der jeweiligen Vertiefungsrichtung» ab.
Vertiefung Food and Beverage Innovation
Innovationen im Lebensmittel- und Getränkebereich werden durch neuartige Rohstoffe und Technologien vor dem Hintergrund eines dynamischen Konsumentenverhaltens und gesellschaftlicher Veränderungen ausgelöst. Gesundheitliche Aspekte und «Life Style» beeinflussen den Kaufentscheid seitens der Konsumentinnen und Konsumenten.
Diese Vertiefungsrichtung ist als weiterführende Ausbildung für Absolventinnen und Absolventen mit einem Bachelor aus dem Lebensmittelbereich und weiteren verwandten Bereichen konzipiert. Food and Beverage Innovation vermittelt forschungsbasierte Kenntnisse, die auf den systemischen Ansatz der Produktentwicklung fokussieren. Ausgehend vom Innovationsprozess und unter Berücksichtigung der gesamten Wertschöpfungskette werden sowohl soziokulturelle und ernährungsrelevante Aspekte als auch Herausforderungen aus dem Supply Chain Management in die Entwicklung von neuen Produkten und Prozessen mit einbezogen.
Master-Absolventinnen und -Absolventen mit Vertiefung in Food and Beverage Innovation sind in der Lage, produktspezifische und verfahrenstechnische, analytische, ökonomische und politische Zusammenhänge über Fachgrenzen hinaus zu analysieren und integrative Problemlösungen zu entwickeln. Sie haben exzellente Berufsaussichten in den verschiedenen Bereichen der Lebensmittelbranche sowie verwandten Bereichen, aber auch bei Behörden, Hochschulen und in nationalen und internationalen Organisationen.
Vertiefung Pharmaceutical Biotechnology
Das Zusammenspiel von Biologie und industriellen Prozessen sowie die dazu notwendigen Grundlagen im Bereich Qualitätsmanagement im Pharmabereich werden immer wichtiger. Die Herstellung und Analyse grosser biologisch aktiver Moleküle erlebt zunehmend Aufschwung. Die Mehrheit der heute neu zugelassenen pharmazeutischen Wirkstoffe gehört in diese Kategorie.
Diese Vertiefungsrichtung ist als weiterführende Ausbildung für Absolventinnen und Absolventen mit einem Bachelor aus der Pharmazie, Chemie oder Biotechnologie konzipiert. Kern der inhaltlichen Ausrichtung ist die Herstellung und Diagnostik biologisch aktiver Moleküle mit biotechnologischen Methoden. Beispiele solcher Moleküle sind monoklonale Antikörper, Impfstoffe, Wachstumsfaktoren oder strukturelle Proteine wie Kollagene. Die Fachinhalte umfassen den gesamten Produktionsprozess vom molekularbiologischen Design des biologischen Produktionssystems über den Bioprozess bis hin zur Formulierung des biologisch hergestellten Medikaments.
Master-Absolventinnen und -Absolventen mit Vertiefung in Pharmazeutischer Biotechnologie sind begehrte und benötigte Spezialisten. Grosse und global tätige Unternehmen der Pharmabranche bauen Produktionskapazitäten auch in der Schweiz auf. Zudem sind zahlreiche Start-up Firmen im Bereich neuer Wirkstoffe aktiv und benötigen Fachkräfte, welche die Entwicklung, Herstellung und Analyse dieser neuen Wirkstoffe verstehen.
Vertiefung Chemistry for the Life Sciences
In Anwendungen für die Life Sciences müssen Kompetenzen aus Chemie, Biochemie und Analytik sowie Material- und Nanotechnik eng ineinandergreifen. Hier sind Spezialistinnen und Spezialisten mit diesem Schnittstellenwissen gefragt, die ihr Fachwissen umsetzen können.
Diese Vertiefungsrichtung ist als weiterführende Ausbildung für Absolventinnen und Absolventen mit einem Bachelor aus den Bereichen Chemie, Biologische Chemie, Biotechnologie, Materialwissenschaften und angrenzenden Disziplinen konzipiert. Masterstudierende vertiefen ihre bisherigen Fachkompetenzen in modernen Methoden zur Darstellung von kleinen und grossen aktiven Molekülen und in Verfahren zur Strukturierung und Funktionalisierung von Oberflächen. Für das vertiefte Verständnis der molekularen und makroskopischen Zusammenhänge (Struktur/Wirkung) ist auch die Vermittlung von Kenntnissen neuester Analysetechniken unverzichtbar. Ziel der Ausbildung ist Life Science-Chemikerin resp. -Chemiker. Beispiele von aktuellen Themen in Gebieten der angewandten Forschung umfassen: aktive Oberflächen für Diagnostik und Screening, Entwicklung modernster analytischer Technologien für medizinische Diagnostik, optische Biosensoren, Umweltanalytik und Agronomie, funktionelle Nanofasern, Biomaterialien, biokompatible Werkstoffe und Oberflächen, Tissue-Engineering, Wound Pads, Drug Delivery, Peptide und Biokonjugate sowie Proteintechnologie, Prozessanalytik und Bioanalytik.
Absolventinnen und Absolventen dieser Vertiefung finden neben den traditionellen Branchen, wie der chemischen und pharmazeutischen Industrie, der Lebensmittelindustrie und Unternehmen der Biotechnologie, weitere Tätigkeitsfelder in Bereichen der Medizin, Ernährung, Ökologie und Umwelt sowie in der Energieforschung, der Produkteentwicklung, in Produktion und Qualitätssicherung in den Gebieten der regenerativen Medizin, der Spezialitätenchemie, der Herstellung von Impf- und Wirkstoffen, Funktionsmaterialien, Diagnostik, Sensoren und in der Nanotechnik. Diese Bereiche sind sowohl global als auch in der Schweiz im Wachstum begriffen.
Vertiefung Natural Resource Sciences
Sollen natürliche Ressourcen auch für kommende Generationen in ausreichenden Mengen und lebenswerten Qualitäten vorhanden sein, müssen neue Wege beschritten werden. An der Schnittstelle von Natur und Gesellschaft gewinnen innovative, praktische Lösungen für den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen laufend an Bedeutung. Dazu bildet dieser Studiengang qualifizierte Spezialistinnen und Spezialisten mit einer ganzheitlichen, systemischen Sichtweise aus.
In der Auseinandersetzung mit Mensch-Umweltsystemen werden im Studium nicht nur naturwissenschaftliches Know-how vertieft, sondern auch geistes- und gesellschaftswissenschaftliche Aspekte mit einbezogen. Um den Studierenden im breiten Berufsfeld die beste Qualifikation entsprechend ihren Interessen und Fähigkeiten mitgeben zu können, wählen sie ein spezifisches, vom Institut angebotenes Themenfeld aus, in dem sie sich vertiefen wollen, z.B. Biocontrol, Biodiversität, Bodenökologie/Altlasten, Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, Dachbegrünung, Geography of Food, Grün und Gesundheit, Landschafts- und Regionalentwicklung, Natur und Freizeit, Naturpärke und Schutzgebiete, Natur- und kulturnaher Tourismus, Ökotechnologie, Wildtiermanagement. Sie werden über das gesamte Studium hinweg begleitet und in laufende Forschungsprojekte des Instituts mit einbezogen.
Master-Absolventinnen und -Absolventen mit Vertiefung Umwelt und Natürliche Ressourcen sind fähig, aktuelle Problemstellungen und zukünftige Entwicklungen zu erkennen und ganzheitlich zu analysieren. Darauf aufbauend entwickeln sie adäquate, innovative und praxistaugliche Lösungsstrategien. Der Studiengang richtet sich an künftige Fachkräfte und Entscheidungsträger in der Privatwirtschaft, in der Verwaltung, in NGO oder im Bildungs- und Forschungsbereich.