Dem Geschäftsbericht 2008 des Stadtrates Wädenswil ist zu entnehmen, dass die Bäche auf Gemeindegebiet eine Gesamtlänge von 28,366 Kilometern aufweisen. Auf 20,450 Kilometern fliessen die öffentlichen Gewässer offen und naturnah, auf 2,543 Kilometern offen, aber in künstlichem Bett. 5,343 Kilometer Bachläufe sind eingedolt und damit nicht sichtbar.[i]
Karten aus dem 19. Jahrhundert veranschaulichen noch das ursprüngliche Bild. Sie zeigen das Quellgebiet der Bäche und den Verlauf des Gewässers bis zur Einmündung in den Zürichsee. Besonders aufschlussreich ist die sogenannte Wild-Karte, auch Topographische Karte des Kantons Zürich genannt. Entstanden ist das vielfarbige Kartenwerk im Massstab 1:25‘000 in den Jahren 1843 bis 1851 unter der Leitung von Johannes Wild (1814–1894) aus Richterswil. Publiziert wurde es in 32 Einzelblättern. Die Gemeinde Wädenswil liegt im Schnittpunkt der Blätter Horgen (XXVI), Stäfa (XXVII), Hirzel (XXX) und Richterswil (XXXI).[ii]
Gute Aufschlüsse über den Verlauf der Wädenswiler Gewässer geben sodann die Dufourkarte ab 1854 und die Siegfriedkarte ab 1884.[iii] Noch weitgehend offene Bachverläufe sind auf der Karte der Gemeinde Wädenswil und Umgebung zu erkennen, welche der Verschönerungsverein im Jahre 1903 herausgegeben hat.[iv]
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wandelte sich das Dorfbild. Die verschiedenen Bäche, die noch offen durch die Siedlung flossen, aber immer mehr Abwässer aufzunehmen hatten, wurden nun zugedeckt, die Weiher aufgefüllt.
Seit rund zwanzig Jahren ist man bestrebt, einzelne in Röhren verlegte Abschnitte von Bächen freizulegen und wieder naturnah zu gestalten. So wurde 1990 der unterste Teil des Zopfbaches offengelegt und oberhalb des Meierhofs der Meierhofbach.[v] Im Jahre 1995 legte die Bauherrschaft der Überbauung oberhalb der Gulmenstrasse ein Stück des eingedolten Untermosenbachs frei.[vi] 2005 konnte der Tiefenhofbach im Hottenmoos auf einer Länge von 250 Metern ausgedolt und 2008 der Stockenbach auf zirka 120 Metern revitalisiert werden.[vii] 2009 erhielt der Mittelortbach auf zirka 50 Metern wieder einen natürlichen Verlauf, und 2012 wurde der Muslibach entlang der Frohmatt offengelegt.[viii]
Nachstehend werden in alphabetischer Abfolge die Wädenswiler Bäche beschrieben. Dabei geht es speziell um das Quellgebiet und den Verlauf des Gewässers, aber auch um dessen Namen, die Funktion und um Besonderheiten. Als Quelle für Erstbelege und Namendeutungen dient dabei die von Daniel Hess verfasste, ungedruckte Lizentiatsarbeit «Eine alte Namenlandschaft. Am Beispiel der Pfarrei Wädenswil».[ix] Karl Bachmann und Titus Zoller danke ich für die Durchsicht des Textes und für viele Anregungen und Hinweise.
Der Aa-Bach zwischen Steinweid und Bachgaden. Karte der Gemeinde Wädenswil, 1925.
Von der Aamüli aus fliesst der Aabach durch das bewaldete Aabachtobel, vom Stuhlmoos an über das Gemeindegebiet von Horgen, und mündet in Käpfnach in den Zürichsee.
Der Aabach hat verschiedene Zuflüsse: Bei der Steinweid mündet von links der Risibach ein, beim Buechhof von rechts der Buechhofbach, beim Waggital von rechts der Waggitalbach und später der Stockenbach. Beim Chüefer nimmt der Aabach von links den Chottenbach auf, vor der Aamüli den Bachgadenbach und beim Strasshus den Chämattenbach. Letzter Zufluss auf Wädenswiler Gemeindegebiet ist der Sengelenbach aus dem Gebiet Schründlen / Hegimoos.
Wiederholt waren am Aabach Bachverbauungen nötig. So 1976, als zum Schutz der unterspülten Böschung bei der Aamüli eine Mauer erstellt werden musste. 1982 erfolgten Bachverbauungen bei der Steinweid, 1983 beim Chüefer-Weiher, 1987 im Bereich Bachgaden bis Chüefer-Weiher, 1989 bei der Aamüli. 2010 wurde der Durchlass der Chüeferstrasse durch ein Hochwasser teilweise zerstört und anschliessend erneuert.
Nachdem der Aabach das Gemeindegebiet von Wädenswil verlassen hat, fliesst er in den ob der Autobahn A3 gelegenen Aabach-Weiher. Er wurde 1883 durch einen 14 Meter hohen Erddamm aufgestaut. Ein Kleinkraftwerk erzeugt aus der Wasserkraft elektrischen Strom für die Gemeinde Horgen.
So heisst der heutige Zopfbach gemäss dem Jahrzeiturbar von 1555.[xii] Er ist identisch mit der Bezeichnung Ortbach und hiess auch Genslibach oder Schorenbach. Der Bach fliesst vom Winterberg her Richtung Gwad und mündet beim Gut Schoren (später Oberort) in den See. Da sich am Bach oft Gänse aufhielten, trug er auch den Namen Genslibach. «Ort» war mit Dorf, Berg und Spitzen eine der vier Wachten der Gemeinde Wädenswil.
Der Au-Kanal bei der Mündung in den Ausee und in den Zürichsee in der Vorder Au. Luftbild 2010.
Siehe Seewadel.
Ein Ried, das sich zwischen Änderholz und Rinderholz vom Moos über Geristeg bis zur Schlieregg erstreckte, bildete ursprünglich das Quellgebiet des Bachgadenbachs, der 1552 auch Scherenbach hiess.[xiii] Im Tobel zwischen Rinderholz und Schumel erreicht der Bach das Gehöft Bachgaden. Dieses ist nach einem Gaden benannt, der am Bach stand. Am Hof Burstel vorbei fliesst der Bachgadenbach beim Chüefer-Weiher in den Aabach. 2010 wurde der Einlauf an der Schliereggstrasse saniert.[xiv] 2011 baute man im Bereich Obere Bergstrasse / Burstel die Durchlässe hochwassersicher aus und legte den Bach gleichzeitig auf zirka 40 Metern offen.[xv]
Ehemalige Spinnerei Huber & Mantel im Bachgaden, gegründet um 1825, liquidiert um 1880. Von 1899 bis 1916 betrieb die Photos AG Zürich in der Liegenschaft eine Fabrik "photographischer Papiere" auf Bromsilber-Basis. Das Gebäude wurde 1919 abgebrochen.
Gemäss aktuellem Übersichtsplan der öffentlichen Gewässer fliesst heute in der Zugerstrasse zwischen Schwanenplatz und Hirschenplatz kein Bach mehr.[xviii] Auf der Wild-Karte aus der Zeit um 1850 dagegen ist ein Bach eingezeichnet, der unterhalb Rötiboden entspringt, Richtung Oberdorf und Türgass führt, ab dem Schwanenplatz der Zugerstrasse bis zum Hirschenplatz folgt und sich dann mit dem Töbeli- bzw. Gerbebach vereint. Ein zweiter Bach beginnt auf der Vorderen Fuhr, folgt etwa dem heutigen Fuhrweg und der Rosenbergstrasse und erreicht die Zugerstrasse beim Schwanenplatz. Gemäss Erinnerungen von Paul Blattmann (1869–1947) war der «Dorfbach» zwischen Türgass und Hirschen mit Steinplatten abgedeckt.[xix] Vollständig eingedeckt wurde dieser Abschnitt im Jahre 1904.[xx]
Der Beichlensee auf der Karte von Hans Conrad Gyger, 1634.
Während der Melioration des Beichlenrieds in den Jahren 1943 bis 1945 verlegte man Drainageröhren und man baute einen offenen, hölzernen Entwässerungskanal. Er führt parallel zum Sportplatzweg am Hof Chliweid vorbei zum Sennweidweiher. Von dort an trägt der Oberlauf des Reidbachs den Namen Wildbach.
Um den Wasserabfluss zu verbessern, wurde der Querschnitt des Beichlenkanals im Jahre 1990 vergrössert, und 1992 erneuerte man dessen Holzsohle.[xxv]
Beichlen-Kanal. Luftbild 2010.
Der Bach entspringt im Gebiet Chrä an der Zugerstrasse, führt an der Siedlung Strasshus vorbei und mündet westlich der Aamüli in den Aabach.
Der Chottenbach entspringt nördlich des Weilers Mugeren und zieht sich parallel der Mugerenstrasse und dem Sennhusweg, den er unterquert, zur Oberen Bergstrasse hin. Dieser folgt er, den namengebenden Chottenweg und später die Obere Bergstrasse querend. Der Bach verläuft dann zwischen Chüeferstrasse und Hessenweg und mündet in den Aabach.
Im Tobel des Aabachs, westlich des Bauernhofes Chüefer, liegt der Chüefer-Weiher. In seiner Nähe mündet der Bachgadenbach in den Aabach. 1983/84 wurde der Damm des Chüefer-Weihers saniert.[xxvi] Inzwischen ist der Chüefer-Weiher offiziell als Naturschutzgebiet bezeichnet worden.
Eichmüli-Weiher. Luftbild 2010.
Mühlgebäude Eichmüli von 1675.
Die beiden Eichmüli-Weiher erhalten ihr Wasser aus einem offenen Kanal, der oberhalb des Sennweid-Weihers vom Beichlenkanal abzweigt und in älteren Urkunden als Mülikanal bezeichnet wird. Aus dem oberen Weiher fliesst das Wasser dann in den unteren Weiher. Dieser nimmt Wasser auf, das im Bereich Waisenhaus, Eichhof und Unter Felsen entspringt und vor der Einmündung in den Weiher das Eichmüli-Ried bewässert. Vom Unteren Weiher führte ein Mühlekanal zum Wasserrad der im Hang gegen den Reidbach gelegenen Mühle. Beim Waldhüsli ergoss sich das Wasser in den Reidbach.
Nebst der Mühle trieb das Wasser aus den beiden Weihern auch die Spinnerei im Eichtal an. Diese wurde 1824 von den Gebrüdern Blattmann im Hang unterhalb der Eichmüli erstellt. Nach der Stillegung des Betriebs im Jahre 1876 baute man das Fabrikgebäude zum Wohnhaus (Einsiedlerstrasse 80) um. Von der Eichmüli führte sodann eine Druckleitung ins Areal der Tuwag.
1980 wurde der Eichmüli-Weiher ausgebaggert. 1986 erneuerte man eine baufällige Stützmauer und man sanierte die südliche Uferpartie. 1993 wurde die Stützmauer beim Ablauf des Eichmüli-Weihers ersetzt, und man baute einen Grobrechen ein.[xxviii]
So hiess der heutige Zopfbach gemäss einer Urkunde im Jahre 1489.[xxix]
Siehe Artbach.
Der Gerbebach hiess ursprünglich Töbelibach. 1813/14 liess Gerber Johannes Hauser zum Friedberg das grosse Gerbereigebäude Gerbestrasse 6 erstellen. Da der Bach offen daran vorbeiführte, erhielt er in diesem Abschnitt den Namen Gerbebach. Der Bach floss ursprünglich, noch als Töbelibach, am Rosenhof und der Schmiede (nachmals Café Homberger, Gerbestrasse 7) vorbei zur Gerbestrasse, dann unterquert er in einem Kanal die Seestrasse. Von da an heisst der unterste Abschnitt des Töbelibachs bis zur Mündung in den See gegenüber dem Hotel Engel Kronenbach. Der Gerbebach floss ursprünglich offen in der Mitte der heutigen Gerbestrasse. 1902 beschloss die Gemeindeversammlung die Kanalisation des Gerbebachs. Bis 1905 wurde die Eindeckung vollzogen.[xxx]
So heisst der unterste Abschnitt des Reidbachs, vom Zinggeler-Weiher an der Einsiedlerstrasse gegenüber der Villa Fleckenstein (Einsiedlerstrasse 24) an bis zur Mündung in den Zürichsee auf dem Giessenhorn. Die Namen Giessbach und Giessen beziehen sich auf den Wasserfall, bedeutet doch das althochdeutsche Wort «giezo» fliessendes Wasser oder Wasserfall. Die früheste Erwähnung findet sich 1408 als «Giesse»[xxxi].
Industrie-Areal Giessenhorn mit Gebäuden der Tuchfabrik Pfenninger. Luftbild 1930.
Der Hof Gisibach wird im Jahre 1549 als «Gissibach» erstmals erwähnt.[xxxii] 1555 heisst es, der Hof stosse an den Gysibach.[xxxiii] Damit ist klar, dass der Hof seinen Namen aufgrund seiner Lage am Gisibach erhielt.[xxxiv] Der Gisibach, gemäss Wild-Karte mit Quellgebiet im Gelände zwischen den Bauernhöfen Langrüti und Gisibach, bildet den Oberlauf des Waggitalbachs.
Der Gulmenbach auf der Exkursionskarte von 1903.
Der nahe dem Gulmenholz und dem Schöneggweg gelegene Gulmen-Weiher sammelt das Wasser, das aus dem ehemaligen Riedland auf dem Büelenebnet zufliesst. Im Jahre 2011 wurde der Ablauf des Weihers saniert, und gleichzeitig erstellte man einen hochwassersicheren Überlauf.[xxxviii]
Gulmen-Weiher. Luftbild 2010.
Zwischen Weisshutweg und Stampfweg lag einst der Krähbach-Weiher. Er wurde gemäss Beschluss der Gemeindeversammlung vom 17. März 1924 eingedeckt.[xxxix] Heute erinnern nur noch die Überbauung Chräbach und die Bushaltestelle Krähbach an dieses stehende Gewässer. Gulmenbach und Untermosenbach füllten den Krähbach-Weiher, dessen Auslauf nun Krähbach hiess.
Krähbach-Weiher, eingedeckt 1924.
Der Krähbach führt das Wasser des Gulmenbachs und des Untermosenbachs Richtung See. Erstmals erwähnt wird der «Kräyen Bach», der nach den hier häufig vorkommenden Krähen benannt wurde, im Jahre 1542.[xl] Von der Glärnischstrasse an ist der Krähbach südöstlich der Grünaustrasse ein Stück weit offen, sonst aber grösstenteils in Röhren verlegt. Das Wasser des Krähbachs lieferte der Schlauchweberei Rebmann, später Ehrsam AG, sowie der 1830 gegründeten Baumwollweberei von Johann Ludwig Rensch die Antriebskraft.[xli] Im Zusammenhang mit dem Krähbach steht auch das Haus Steg an der Ecke Grünaustrasse/Stegstrasse. Hier führte einst ein Steg über den offenen Bach. Der Unterlauf des Krähbachs heisst Sagenbach.
Der Krähbach auf dem Zehntenplan von Geometer Rudolf Diezinger, 1828/29.
Kronenbach heisst der unterste Abschnitt des Töbeli- und Gerbebachs. Von der Seestrasse an führte er am schon 1555 erwähnten Gasthof «Krone» vorbei. In Röhren verlegt, folgt er heute der Fassade des Kronenblocks, biegt beim Café Brändli in die Bahnhofstrasse ein und führt beim Hotel Engel unter den Bahngleisen hindurch zum Seeplatz, wo er in den Zürichsee mündet.
Meierhofbach heisst der zwischen Etzelstrasse und Meierhofstrasse gelegene mittlere Abschnitt des Schlossbachs. Der anschliessend zum Zürichsee führende unterste Abschnitt des Bachlaufs trägt den Namen Rothusbach. 1980 wurde mit der Offenlegung des Meierhofbachs begonnen, und 1991 erstellte man zusätzlich zum eingedolten Meierhofbach eine Trockenwasserrinne.[i]
Gemäss Wild-Karte um 1850 entspringt der Mittelortbach östlich des Hofs Steinacher im Gebiet Maiacher. Er führt durch das ihm den Namen gebende Mittelort, durchfliesst das Au-Ried und mündet in den Ausee. Heute verläuft der Mittelortbach weitgehend in Röhren. Zwischen der Johannes-Hirt-Strasse und dem Haldenhof ist der Bach offen und seit 2009 auch im Scheller.[iv]
Die Wildkarte um 1850 zeigt einen Bach, der im Bereich des Bauernhofes Mülibach entspringt, darum den Namen Mülibach trägt. Der Ausdruck «am Mülibach» ist für 1555 belegt.[v] Der noch offene Bach führte durch ein Tobel am 1886 erbauten Krankenasyl vorbei über das Gigenhälsli in der Falllinie des Geländes ins Luftquartier und mündete dort in den Zürichsee. Heute fliesst der Bach im Bereich Asylweg und Schlossbergstrasse vollständig in Röhren. Der Name Mülibach nimmt wohl am ehesten auf eine Obstmühle Bezug. An eine Getreidemühle ist wegen der geringen Wasserführung wohl kaum zu denken.
Der Muslibach entspringt im Gelände oberhalb der Wiesenbachstrasse und verläuft dann parallel zur Wiesenbachstrasse, der Tobelrainstrasse und dem Freizeitweg. Er folgt weiter – in Röhren verlegt – der Bachtelstrasse und mündet nahe der Frohmattstrasse in die Bürgerheimstrasse und östlich des Hauses Muslistrasse 4 in den Gulmenbach. Die letzten 50 Meter des eingedolten Muslibachs vor der Einmündung in den Gulmenbach waren baufällig und im Durchmesser zu klein. Im Jahre 2011 vergrösserte man am Muslibach die Schwachstellen beim Durchlass Speerstrasse. Im Bereich der Wiesenbachstrasse wurde der Bach teilweise offengelegt und durch die Vergrösserung der Eindolung hochwassersicher ausgebaut.[vi] Seit 2012 ist der Muslibach auch entlang der Frohmatt offengelegt und auf der ganzen Länge hochwassersicher ausgebaut.[vii] Den Namen trägt der Bach nach dem Bauernhof Musli, an dem er vorbeifliesst. «Musli» ist ein von «Moos» abgeleiteter Name.
Der Reidbach auf der Wild-Karte um 1850.
Reidbach-Weiher.
Der Schlossbach auf der Wild-Karte um 1850. Links vom Schloss der Rutenenbach.
Im Erblehensbrief von 1484 wird der heutige Ausee erstmals unter dem Namen «Seewadel» erwähnt.[xxi] Auch im Jahrzeiturbar von 1555 hiess er noch so. Zu deuten ist der Name als «sumpfige Stelle, sumpfige Wiese».[xxii] Hans Erhard Escher erwähnt in seiner 1692 gedruckten «Beschreibung des Zürich Sees» das 1651 für Johann Rudolf Werdmüller erbaute Au-Gut und stellt fest: «Das lustigste aber ist der nächst darbey gelegne Weyer, zeucht sich eine viertheil stund in die Länge, ist sehr Fischreich».[xxiii] Auch im Helvetischen Kalender von 1796 findet sich eine Schilderung der Au. Hier heisst es: «Eine Fläche von 17½ Jucharten nimmt der grosse Teich ein, das Auseelein genannt».[xxiv] Dieser Name gilt bis heute.
Zwischen der Rietwisstrasse und der Autobahn A3 entspringt der Sengelenbach, der noch einen weitgehend natürlichen Flusslauf aufweist. Er folgt ein Stück weit der Hegimoosstrasse, unterquert diese, biegt dann gegen Westen ab, führt am Hof Hegimoos vorbei und mündet im Sackholz in den Aabach. Der Name «Senggelen» ist 1534 als Hofbezeichnung erstmals bezeugt.[xxv] Es handelt sich um einen Rodungsnamen, verwandt mit «Sang» und «versengen», was auf Brandrodung hinweist.[xxvi]
Bei der Sennweidstrasse zweigt vom Beichlenkanal der Sennweidkanal ab, der am Sennweid-Weiher vorbei durch die Usser Sennweid führt, die Autobahn A3 unterquert und nach der Kreuzung Untere Felsenstrasse / Sennweidstrasse den unteren Eichmüli-Weiher erreicht. Die Wild-Karte aus der Zeit um 1850 zeigt den durchwegs offenen Verlauf: die Abzweigung zwischen Brüsch und Kleinweid, das Gebiet Sennweid und Auf Felsen und schliesslich die beiden Weiher in der Eichmüli. In Verträgen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird dieser Bachlauf meist mit Mühlekanal bezeichnet.[xxvii] Für welchen Bach die Bezeichnung «Sennweidbach» gilt, geht aus der Wild-Karte nicht eindeutig hervor. Es könnte sich dabei auch um jenen Abschnitt handeln, der heute als Wildbach bezeichnet wird.
Sennweid-Weiher. Luftbild 2010.
Der Tiefenhofbach im Hottenmoos. Luftbild 2010.
Nach dem Hof Steg mündete der Krähbach in den Stegweiher. Von diesem oberhalb der Schmiede am Sagenrain gelegenen Fabrikweiher hat sich eine Zeichnung von unbekannter Hand aus dem Jahre 1883 erhalten. Sie ist beschriftet mit «bei Hr. Gessners Seidenwebereifabrik». Der Weiher diente der 1882 im Neuwiesenquartier erbauten Seidenweberei Gessner als Feuerweiher und lieferte der Sägerei am Sagenrain die Antriebskraft. 1905 liess die Gemeinde Wädenswil den Stegweiher eindecken. Auf dem Areal stehen jetzt Personalhäuser der Seidenweberei Gessner AG.
Der Stockenbach trägt seinen Namen nach dem seit 1408 nachweisbaren Flur- und Siedlungsnamen Stocken, der auf mittelalterliche Rodungstätigkeit hinweist.[xxx] Bezeichnet wurde mit «Stocken» ein abgeholztes Waldgebiet, in dem Baumstrünke, «Stöcke», vorerst stehen blieben.[xxxi] Gemäss Wild-Karte aus der Zeit um 1850 entspringt der Stockenbach im Gelände südlich des Weilers Stocken, im Bereich der heutigen Waggitalstrasse. Er mündet in den Bachgaden-Weiher. Im Jahre 2008 wurde der Stockenbach auf einer Länge von etwa 120 Metern revitalisiert.[xxxii]
Der Tiefenhofbach entspringt im Hangenmoos – dem Moos am Hang – und durchfliesst das Hottenmoos, wo er im Jahre 2005 auf einer Länge von 250 Metern ausgedolt und wieder naturnah gestaltet wurde.[xxxiii] Offen erreicht er dann das parallel zur Tiefenhofstrasse verlaufende Tobel. In dessen Mitte lag der Tiefenhof-Weiher, der einst die Sägerei und Ölmüli im Tiefenhof mit Antriebskraft versorgte. Da der Damm des Tiefenhof-Weihers den neuen Hochwasservorschriften nicht mehr entsprach, liess die Eigentümerin, die Blattmann Schweiz AG, den Tiefenhofweiher im Jahre 2006 auffüllen und gab das Wasserrecht auf. Gleichzeitig wurde der Auslauf in den See hochwasserwirksam ausgebaut und dabei der Bach auf einer Länge von 60 Metern ausgedolt.[xxxiv]
Der Untermosenbach auf der Exkursionskarte von 1903.
So heisst der Abschnitt des Reidbachs zwischen dem Sennweidweiher und der Einsiedlerstrasse. Bei der Usser Sennweid führt er unter der Autobahn A3 hindurch und an der Obermatt vorbei zur Einsiedlerstrasse nahe dem Neuguet. Der Bachlauf ist in diesem Teil offen und beidseits von Gehölz gesäumt. 1978 schüttete man entlang des Wildbachs im Neuguet einen Hochwasserdamm. Dieser leistete bei den starken Niederschlägen im August 1978 bereits gute Dienste.[xlii]
Der Oberlauf des Waggitalbachs hiess ursprünglich Gisibach. Dieser Name gilt heute nur noch für den Hof, nicht mehr für den Bach. Der Waggitalbach fliesst vom Gisibach her meist offen zum Weiler Waggital. Ihm hat der Bach den Namen verliehen. Denn der mittelhochdeutsche Ausdruck «wâc» bedeutet bewegtes, wogendes Wasser.[xliii] Der Name «Waggental», verwandt mit dem neuhochdeutschen Wort Woge, lässt sich erstmals 1483 nachweisen.[xliv] Beim Weiler Waggital mündet der Waggitalbach in den Aabach. 1989 musste im Waggital die Bacheindolung saniert werden, und 1994 erstellte man einen neuen Durchlass unter der Waggitalstrasse.[xlv]
Zinggeler-Weiher 1882.
Der Weiher gegenüber der Bushaltestelle Reidbach, 1882 als Zinggeler-Weiher bezeichnet.
Zopfbach auf der Wild-Karte um 1850.
Peter Ziegler