Aus dem alten Erblehenbrief ging hervor, dass dem Besitzer des Hofes bei Bauarbeiten eine bestimmte Menge «schindel- oder buwholtz zu bedachung des hoffs» aus den Herrschaftswaldungen zustand. Eine alte Verpflichtung bestand auch hier im Hofteilungsverbot.
Grosse Wohnstube mit Täfer, Einbaubuffet und zwei gestemmten Nussbaumtüren.
Nach der dendrochronologischen Bestimmung wurde das Haus im Furthof in den Jahren nach 1531 neu erbaut24. Offenbar ist es bereits als Doppelwohnhaus errichtet worden und erfuhr in den folgenden Jahrhunderten äusserlich kaum Veränderungen. Erst 1744 erhielt es den heutigen steilgiebligen Dachstuhl25. Zuvor hatte es wohl ziemlich ähnlich ausgesehen wie das benachbarte Blockhaus von 1522 am Rande von Herrlisberg. Auch das Innere hat bloss in der Ausstattung, kaum aber in der Raumteilung Änderungen erfahren. In den schönen getäferten Stuben stehen stattliche Kachelöfen (der eine ist am Sockel mit 1751 datiert und trägt auf einer blauweissen Kachel das Wappen der Hauser mit Inschrift «Hans Jacob Hauser, Schützenmeister»). Im weiteren findet man Einbauschränke sowie eine Kassettendecke mit gemaltem Spruch auf dem Unterzug: «Du solt anbetten den Herren dinen Gott, und ihm allein Dienen. Anno 1752.» «Wann Du genossen hast Speis und Trank so sag dem Herren Gott lob und Dank.»
Über den Feuerstellen erhoben sich bis vor kurzem mächtige offene Kaminschosse, und die Kielbogen der Kammertüren zeugen ebenso von der Tradition der Zimmermannsgotik wie die gerillten Brustriegel unter den Fenstern der Obergeschosse. Ein schmiedeeiserner Türklopfer aus dem 18. Jahrhundert lässt sich in eine ganze Reihe ähnlicher barocker Kunstschlosserarbeiten der Gegend einreihen. Dies alles atmet – wie die Reste des Buchsheckengartens auch – den Geist zurückhaltender Wohlhabenheit. Von den Hofeinrichtungen sei bloss die alte Baumtrotte erwähnt, welche in der Scheune steht. So erscheint der Furthof in seiner heutigen Gestalt als traditionsreicher Einzelhof des Wädenswilerbergs und rechtfertigt in seinen stattlichen Gebäuden die denkmalpflegerische Einstufung, die man ihm heute beimisst: eine bäuerliche Hofgruppe von regionaler Bedeutung und hervorragendem kulturgeschichtlichem Wert26.
Dr. Christian Renfer