Mit dem Besuch der Predigt von Pfarrer Ezechiel Ramp in der
Kirche Wädenswil nahm der Anlass seinen Anfang. Das Gedränge war gross. Heini Wirri dichtete:
«Morndess wie es ward Tag,
Und das Hochzeit that anfahn,
Ich dacht, du sollt uffstahn,
Und z Kilchen gahn wie ander Leuth;
Saumbt mich ein klein, gieng nit bey Zeit;
Da mocht ich nit in d Kilchen kommen,
Dann da was gar ein grosse Summen,
Von Mann desgleichen auch von Weiben,
Der Halbtheil musst da aussen bleiben.»
Nach der Predigt zog das Brautpaar, von viel Volk umringt, zum neuen Landvogteischloss hinauf, in dessen geräumigem Hof zwei prächtige Zelte aufgeschlagen worden waren. Hier wurde nun vier Tage lang gefestet und gezecht. An 131 Tischen zu je zehn Gedecken liess der Landvogt nebst den zum Feste geladenen Gästen auch bewirten:
«Des gmeinen Volks ein grosse Schaar,
Bey tusend Personen ich mein,
Huren und Buben gross und klein,
Spiellüth, Bättler und anders Gsind,
Wie sie hat zämen dreit der Wind.»
Und was für leckere Speisen wurden aufgetragen:
«Da war der allerbeste Wyn,
Der in dem ganzen Land mag syn;
Den schenkt man ein, ohn alles Truren,
Dem Adel, dessgleichen auch den Puren...
Es sey an Brodt, Fleisch und Wyn,
Ist alles da beim Sauffen gsyn.»
Auch der Spielmann Heini Wirri muss wacker mitgefestet und getrunken haben. In seinem Lobgedicht bekennt er nämlich:
«Der Wein war so mächtig gut;
Er gab mir Freuwd, dazu auch Muth.» Und weiter hinten:
«Der Wein ist mir ins Haupt geschlagen,
Dann ich bin zlang bim Tisch gesessen;
Darumb so han ich viel vergessen.»
Mitbekommen hat indessen der Spielmann Wirri die weiteren Lustbarkeiten. Ein Preisschiessen um eine Ehrengabe wurde ausgerufen, Possenreisser und Spielleute sorgten für Unterhaltung, und Tanz folgte auf Tanz:
«Damit die Freud auch werde ganz,
Da fieng man an ein Ehren-Tanz;
Da war gar mänges schöne Weib
Wol geziert an Gstalt und Leib,
Vom Adel und sonst Ehren-Frauwen,
Einer möchte han ein Lust zu schauen.»