«hausen» bedeutet wohnen und der hier Wohnende ist der Hauser. Der Name erscheint in Wädenswil im Jahre 1408, als sich «Althuser und sin wib» von der Leibeigenschaft loskauften. Der Steuerrodel von 1461 nennt Hans Huser, jener von 1470 Cueny Huser. Eine Urkunde von 1516 erwähnt Hans Huser auf Herrlisberg. Um 1550 wohnten Bauernfamilien Hauser auf den Höfen
Feld, Furthof, Herrlisberg, Mülibach und Rutenen. Das Bevölkerungsverzeichnis von 1634 belegt Hauser-Familien auf der Gisenrüti, der Holzmoosrüti, im Herrlisberg und im Waggital. 1646 lebten zwölf Familien Hauser in Wädenswil: vier im Dorf, eine im Ort und sieben im Wädenswiler Berg. In den 1650er Jahren siedelten sich weitere Familienangehörige im Äentzital (Hänsital), auf Luggenbüel und in der Beichlen an. Hans Jakob Hauser-Eschmann liess 1679 das stattliche Wohnhaus
Rötiboden erbauen und Hans Rudolf Hauser-Hottinger 1709 das
Strasshuus. Im 18. Jahrhundert kam der Bauernhof Grossgaden in den Besitz der Familie Hauser. Ab 1694 bestand im heutigen Haus
Talgarten die Gerbei Hauser. In Schönenberg lebten Familien Hauser auf den Höfen Mühlestalden (1706), Laubegg (1710), Rechberg (1746) und Chülpen (1785). Eine weitere Familie bewirtschaftete den Hof Vorder Schönau/Hütten. Jakob Hauser baute 1748 die Strumpfwirkerei im Bachgaden. Im Dorf zeugten im 18. Jahrhundert stattliche Wohnhäuser vom Ansehen der Familie: das Haus
Zur Treu und Liegenschaften bei der Kirche (1765), an der Leigass, auf dem Buck, auf der Vorderen Fuhr (1784) und im Büelen. Dazu kamen der «Alte Engel», der
«Talgarten» und der
«Friedberg» von 1811. Wie die Familien Blattmann und Diezinger bekleideten auch die Hauser verschiedene Ämter. Hans Jakob Hauser in der Gisenrüti war 1673 Säckelmeister, Jakob Hauser 1680 Batzenvogt, Hans Jakob Hauser (1744–1814) im Rötiboden amtete von 1788 bis 1798 als letzter Untervogt der Landvogtei Wädenswil. Durch Heirat von Elisabeth Hauser mit dem Arzt Dr. Heinrich Zuppinger von Männedorf kam der Hof Rötiboden 1818 an die Familie Zuppinger. Die Familie Hauser betrieb nicht nur Landwirtschaft, sondern war auch im Gewerbe tätig. Belegt sind 1646 Andreas Hauser als Bäcker, 1692 Hans Jakob Hauser an der Leigass als Schlosser und Büchsenschmied, 1708 Hans Jakob Hauser als Metzger und Gesellenwirt, 1768 Konrad Hauser als Schärer. Gerber Johannes Hauser liess 1813 das Haus
zur Gerbe erbauen; sein Betrieb zählte zu den grössten in der Schweiz. Die Brüder Hans Kaspar und Heinrich Hauser waren Auftraggeber für das 1835 eingeweihte
Hotel Engel. Die Brüder August und Alphons Hauser eröffneten 1856 im Neubau Seidenhof eine Seidenbandfabrik. Zu den bekannten Vertretern verschiedener Familien Hauser zählt die Hotelierfamilie Hauser vom Engel mit ihren Hotels Schweizerhof in Bern und Luzern, Gurnigel, Giessbach und Rigi-Scheidegg. Julius Hauser (1834–1897) war sozial tätig. Zu erinnern ist ferner an
Bundesrat Walter Hauser (1837–1902), den
Archäologen Otto Hauser (1874–1932) und den
Historiker Prof. Dr. Albert Hauser (1914–2013). Das eine Familienwappen zeigt in Rot über grünem Dreiberg ein rechts gewendeter, stehender, goldener Halbmond, ein zweites in Blau ein goldenes Hauszeichen.