Das Sakrament der Firmung möchte die Kinder fest in der Gemeinschaft der Kirche verwurzeln und ihnen den Auftrag, als wache Christen zu leben, stärker bewusst machen. Die Kraft zu diesem lebendigen Zeugnis soll aus der Gabe des Geistes Gottes wachsen.
Der Ritus der Firmung ist einfach. Meistens ist die Spendung dieses Sakramentes in die Feier der Messe eingebaut. Nach der Predigt werden die Firmlinge zuerst nach ihrem Glauben gefragt. Das Bekenntnis geschieht in ähnlicher Weise, wie es bei der Taufe durch die Eltern und Paten geschah. Jetzt sollen die jungen Menschen selbst ihren Glauben bekennen. Sie tun es in der Gemeinschaft von Glaubenden, die dadurch auch auf die Stärke ihres persönlichen Glaubens angefragt werden.
Dann breitet der Spender der Firmung die Hände über alle aus. Über jemanden die Hände ausbreiten, jemandem die Hände auflegen, das will sagen, ihn in den Bereich Gottes holen. In der Apostelgeschichte wird berichtet, wie Petrus und Johannes den Getauften in Samarien die Hände auflegten: «Dann legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist» (Apg 8, 17). Der Gestus der Händeausbreitung wird begleitet von einem Gebet um die Gaben des Geistes:
«Wir bitten dich, Herr,
sende ihnen den Heiligen Geist, den
Beistand.
Gib ihnen den Geist der Weisheit
und Einsicht,
des Rates, der Erkenntnis und Stärke,
den Geist der Frömmigkeit
und der Gottesfurcht».
Nach diesem treten die einzelnen vor den Spender der Firmung. Er legt ihnen die Hand auf und zeichnet mit Chrisam (Mischung von Olivenöl und wohlriechendem Balsam) ein Kreuz auf die Stirne. Dabei nennt er den Namen des Kindes und spricht: «Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist!» Die Salbung mit Öl ist im Biblischen Bereich ein Zeichen der Auserwählung, der Stärkung und Festigung.
Während dieser Handlung legt der Pate dem Firmling die Hand auf die Schulter, zum Zeichen, dass er zu diesem Kind steht und ihm helfen will, ein christliches Leben zu führen. Mit einem Händedruck und dem Gruss «Der Friede sei mit dir» wird die Firmung abgeschlossen.
Spender der Firmung ist in der Regel der Bischof. In unserem grossen Bistum ist es aber nicht möglich, dass der Bischof von Chur jedes Jahr zu uns kommt. So hat in seiner Vertretung schon einige Male der Abt von EinsiedeIn die Firmung gespendet, auch der Generalvikar von Zürich oder der Bischofsvikar von Chur.
Mit Berechtigung wird man die Frage stellen: Verstehen die Kinder, was da geschieht? Sind sie in diesem Alter fähig zu einem eigenständigen Bekenntnis? Wie lange hält das an usw.? Was Kinder dabei empfinden, können einige Aussagen zeigen, die sie nach der Firmung gemacht haben:
«Ich war vor der Firmung ängstlich und aufgeregt. Aber als mir der Bischof die Hände auflegte, spürte ich, dass der Heilige Geist in mir ist und mir hilft, mein Leben zu meistern und für andere Menschen da zu sein.»
«Als der Bischof mich firmte, war ich zuerst aufgeregt. Ich spürte aber die Hand meines Firmpaten auf der Schulter und war froh, dass ich nicht allein war.»
«Als ich an der Reihe war, gefirmt zu werden, war ich sehr nervös. Als ich die Hand meines Götti auf der Schulter spürte, wurde ich ruhiger. Als der Generalvikar mir ein Kreuz mit Chrisam auf die Stirne zeichnete, fühlte ich, wie es mir wärmer wurde.»