Damals Vision, heute Institution

40 Jahre «di alt Fabrik»

Quelle: Jahrbuch der Stadt Wädenswil 2019 Publireportage

Am 31. August 1979 strahlte die altehrwürdige ehemalige Weberei in neuem Glanz und öffnete als «di alt Fabrik» die Tore für ein neues Publikum. Was damals als fast schon visionäre Geschäftsidee präsentiert wurde – ein Fachmarkt von lokalen Geschäften – ist heute eine Wädenswiler Institution und aus dem Ortsbild nicht mehr wegzudenken.
 
In den siebziger Jahren wurde das Umfeld für die damalige Weberei Gessner AG schwieriger. Man stand deshalb vor der Wahl, den ans Hauptgebäude angrenzenden Shedbau stillzulegen und allenfalls abzureissen, oder ihn umzunutzen.
31. August 1979: Das grosse Eröffnungsfest.
 

Ein Fachmarkt – kein Einkaufszentrum

Es entstand die Idee eines Fachmarktes, wobei man von Anfang an Wert darauflegte, eine klare Abgrenzung zu den damals überall entstehenden Shopping-Zentren zu definieren. Ein solches wäre im eher ländlich geprägten Wädenswil wahrscheinlich auf wenig Gegenliebe getroffen. Im Pressetext von 1979 las man folglich: «Di alt Fabrik», wie dieser Einkaufsmarkt genannt wird, darf man nicht mit einem Shopping-Center vergleichen. Eher schon muss man sie als grosse Markthalle bezeichnen, in der verschiedene Fachmärkte ihre Ware feilbieten. Diese Fachmärkte haben so etwas wie eine gemeinsame Geschäfts-Philosophie. Sie sind weder Fachgeschäfte mit begrenzten Sortimenten, noch sind sie anonyme Grossverteiler-Filialen oder Discount-Geschäfte mit begrenztem Service.

«... ungefähr ein Occasions-Döschwo»

Dass man den damals bereits 90-jährigen Fabrikbau erhalten möchte, war schnell klar. Um den beteiligten Geschäften erschwingliche Verkaufsflächen anbieten zu können, entschied man sich schliesslich für ein nachhaltiges und schonungsvolles Umbauprojekt. Das beauftragte Architekturbüro beschrieb das so: «Man versuchte den Umbau mit wenig Mitteln so attraktiv wie möglich zu gestalten. Der Industriebau wird trotz Zweckänderung nicht geleugnet. Klimatisierte Räume, Rolltreppen, Ganzglasabschlüsse oder ähnliche Schikanen sind keine anzutreffen, hingegen sind in den Hallen unverkleidete Stahlkonstruktionen, rohe Backsteinwände, Scherengitter wie ehemals, offene Leitungen und geflickte Industrieböden charakteristisch (...) Alles in Allem: Der Bau entspricht ungefähr einem ‹Occasions-Döschwo›!» Für damalige Verhältnisse war dies ein sehr ungewöhnliches Konzept – heute würde es wohl als «industriallook» oder «shabby chic» bezeichnet.
Kurz vor der Eröffnung: Die Handwerker parkieren auf dem Trottoir, weil der Parkplatz noch fertiggestellt werden muss.

Einfacher Ausbau, lokales Angebot: 1979 wagte auch die OWG den Schritt in di alt Fabrik.

Kontinuierliche Weiterentwicklung

Selbstverständlich gab es in den vergangenen 40 Jahren auch Veränderungen. Drei Geschäfte waren von Anfang an dabei: PaBa Markt, Schaad Mode und das Gartencenter. Da und dort gab es aber auch Wechsel in den Geschäften, und vom ursprünglichen Konzept, dass man ohne Grossverteiler auskommen möchte, wich man im Lauf der Jahre moderat ab. Heute ist «di alt Fabrik» ein freundschaftliches Nebeneinander von etablierten lokalen Fachgeschäften und bekannten grossen Markengeschäften – und ein beliebter Treffpunkt im Herzen von Wädenswil.

Jubiläums-Herbstfest und Ausstellung in der Mall

Am 28. September 2019 fand bei schönstem Wetter das Jubiläums-Herbstfest statt. Mit einem farbigen Angebot – insbesondere für Kinder – wurde ein breites Publikum angesprochen, und entsprechend gut war das Fest besucht. Auch hier zeigte sich, dass «di alt Fabrik» für die Wädenswilerinnen und Wädenswiler eine feste Grösse ist. Die Geschichte geht weiter. Mit dem Ausbauprojekt «Gessner-Areal» wurde in diesem Frühjahr das nächste Kapitel der «Gessni» präsentiert (www.gessnerareal.ch). Weitere interessante Details zur Geschichte des Einkaufszentrums «di alt Fabrik» erfuhr man an einer Ausstellung, die im Herbst in der Mall des Zentrums zugänglich war, oder weiterhin auf www.di-alt-fabrik.ch.
Jubiläums-Herbstfest 28. September 2019: Auch nach 40 Jahren ist «di alt Fabrik» bei Jung und Alt ein beliebter Treffpunkt.