Die Familie zeigte einen festen Zusammenhalt bis Mitte Februar 2012. So lange wachte der Ganter aufmerksam über die Familienmitglieder, alarmierte mit Schreien und sorgte sich um den Zusammenhalt. Er liess es nicht zu, dass sich Junge zu weit von der Gruppe entfernten. Die Gruppenmitglieder folgten ihm nach streng festgelegten Regeln.
Beim einsetzenden Tauwetter wanderten zwei Graugänse zu. Ihre Anwesenheit verursachte eine grosse Unruhe unter den Familienangehörigen. Der aufmerksame Vater duldete nicht, dass sich diese seiner Familie anschlossen. Er vertrieb sie aus seinem unmittelbaren Blickfeld. Die Zugewanderten brachten es dennoch fertig, dass sich ein Junges anfangs März 2012 von der Familie löste und später mit ihnen wegzog. Kurze Zeit danach tauchte eine Graugans im Seebecken von Zürich auf. Sie lebt seither in der Schwanenkolonie. Das Verhalten, sich vom Menschen füttern zu lassen, lässt vermuten, dass es sich um das in der Au geborene und am Seeplatz gross gewordene Junge handelt.
Die verbliebenen Familienmitglieder trennten sich Ende März 2012. Die Eltern sonderten sich von den Jungen ab. Sie zogen in die Vorder Au. Das Weibchen bezog auf der künstlichen Insel den Nestplatz. Anfänglich fehlte die Vegetation, weshalb es sich lange an den andern Wasservögeln störte, die sich in der Nähe seines Nestes aufhielten. Es duldete diese nicht in seiner Umgebung und vertrieb sie tagsüber laufend. Das gelang ihm bis auf ein Paar Mittelmeermöwen. Diese Meerbewohner sind ebenso Zuwanderer, die sich in den letzten Jahren an Schweizer Seen ausbreiten. Das Paar fand ebenfalls Gefallen an der künstlichen Insel als Neststandort. Diese Allesfresser sind bedeutend grösser als die vertrauten Lachmöwen. Sie fallen durch schrilles Gelächter und jaulende Rufe auf.
Ab Mitte April bestand Brutverdacht. Das Graugansweibchen verliess die Insel nicht mehr und der Ganter bezog auf der nahen Einwasserungsstelle für Boote Quartier. Dort harrte er aus und wartete. Er nahm immer denselben Standort ein. Diesen gab er einzig bei Störungen oder zur Aufnahme von Futter auf. Er hatte Sicht- und Rufkontakt zur Insel. In genügender Entfernung zum Nest bewachte er das Weibchen. Durch die Nähe zur Insel hätte er jederzeit eingreifen können, um das Gelege zu verteidigen. Die Erwartung, dass sich der Bruterfolg des letzten Jahres wiederholen wird, war gross. Aber er wollte sich nicht einstellen. Am 10. Juni 2012 gab das Weibchen das Brüten auf und zog zusammen mit dem Ganter weg. Zum gleichen Zeitpunkt zeigten sich zwei dunkel gefärbte graubraune junge Mittelmeermöwen auf den Blocksteinen der Insel. Diese Möwen sind bekannt dafür, dass sie Eier stehlen. Hängt ihr Bruterfolg vielleicht vom Misserfolg der Graugänse ab? Wir werden es nie wisssen.
Die aus der Familie ausgeschiedenen drei jungen Gänse hielten weiter zusammen. Sie waren schwimmend und fliegend zwischen dem Seeplatz und Naglikon unterwegs, ständig auf der Suche nach Personen, die ihnen Futter anboten. Mitte Mai schloss sich ihnen eine zugewanderte Graugans an. Diese begann über sie zu wachen und ihren Aufenthaltsort zu bestimmen. Das Paar, das erfolglos brütete, kehrte nach dem gescheiterten Brutversuch zum Seeplatz zurück. Die Vierergruppe schloss sich ihnen an. Für kurze Zeit lebten wieder sechs Graugänse vereint zusammen, denn sie sind gesellige Vögel. Sie brechen gemeinsam zur Futtersuche auf und übernachten zusammen an geeigneten Schlafplätzen. Sonderbarerweise währte das Zusammenleben nicht lange. Der Wandertrieb erwachte in den Jungen. Sie zogen weg. Seither hält sich das alte Paar mit Unterbrüchen alleine auf dem Seeplatz auf.
Die Graugänse verloren durch den lange währenden Aufenthalt auf dem Seeplatz jede Scheu vor den Menschen. Sie wurden zutraulich. Es erstaunt daher nicht, dass die Stammform unserer Hausgänse auf sie zurückgeht. Ihre Zutraulichkeit währt jedoch nur solange, als ihnen der Mensch genügend Nahrung bietet.