Die 1905 im Mannesstamm ausgestorbene Wädenswiler Familie Diezinger besass spätestens ab 1533 und bis 1677 die Mühle Lutringen unter den Eichen, die
Eichmüli. Hansemann Diezinger war 1568 Eigentümer des Vorgängerbaus des Hauses
Scheidweg (Schönenbergstrasse 18). Auch sonst waren die Diezinger im Gewerbe tätig: Rudolf Diezinger 1693 als Tüchler (Tuchhändler), Heinrich Diezinger 1721 als Gerber, Hans Diezinger 1723 als Tischmacher. Der Schlosser Heinrich Diezinger (1716–1776) schuf 1766 das Torgitter der
reformierten Kirche Wädenswil und der Mechaniker
Johannes Diezinger (1767–1835) gründete 1798 mit Hans Heinrich Blattmann die Mousseline-Fabrikationsfirma Blattmann, Diezinger & Co., welche 1811 die Fabrik im
Freihof bezog (heute Stadthaus).
Johann Rudolf Diezinger (1770–1847) wurde als Geometer, Planzeichner und Chronist bekannt. Zu den Stammhäusern der Diezinger gehörte das Haus
Zur Hohlen Eich von 1683, 1702 bewohnten Ulrich und Caspar Diezinger das benachbarte Haus Scheidweg und ab 1794 besass die Familie das 1736 erbaute Haus
zur Reblaube. Auch militärisch traten die Diezinger, die wiederholt Fähnriche und Offiziere stellten, in Erscheinung. Hensli Diezinger beteiligte sich 1551 am Zug ins Piemont, Hauptmann Hans Diezinger stand 1587 im Sold des Königs von Novarra, Hans Diezinger fiel 1677 in Fremden Kriegsdiensten. Der Familienname geht vermutlich auf den Weiler Diezikon zwischen Wald ZH und Goldingen SG zurück. Das Wappen zeigt in Grün über halbem, liegendem, silbernem Mühlrad zwei gekreuzte, silberne Äxte.