Trotz der grossen Wandlung vom Dorf zur Stadt ist Wädenswil für Kinder in einer allgemein gesehen glücklichen Lage. Was sich nämlich in den letzten drei bis vier Jahrzehnten kaum änderte, sind die weit ins Siedlungsgebiet der Stadt hineinragenden Tobelwäldchen. Reidbach, Töbeli, Untermosen- und Gulmenholz und auch die Grüngürtel entlang dem Zopfbach und Tiefenhof liegen heute an oder in Wohnbereichen. Sie bilden die Lungen für die Stadt und unersetzbare Spielpotenziale für die Kinder.
Auch einige ältere Quartiere in zentraler Lage haben ihre verträumte Eigenständigkeit weitgehend beibehalten. So bilden das Buckgebiet, die Häuser um den Hoffnungsweg und an der Leigass noch Wohnmöglichkeiten, in welchen Kinder, von den Voraussetzungen her, gesund aufwachsen können. Die eigentlichen Spielplätze sind leider oft wenig frequentiert. Ihre Gestaltung gehen teilweise auf früher vermeintlich aktuelle Bedürfnisse ein, welche heute nicht mehr zu begeistern vermögen.
Aus diesen und vorerwähnten Gründen entstanden in Neuquartieren da und dort Elterngruppen, welche sich um spielgerechte Umfelder bemühten. Diese Einwohnergemeinschaften entwickelten zum Teil eine grosse Initiative und aktivierten damit auch das Stadtleben. Die ersten Ergebnisse solcher Entwicklungen sind recht vielversprechend
Unsere
Wohnstrasse Walther-Hauser-Strasse wird in der ganzen Schweiz als zukunftweisend erachtet. Und diese Strasse lebt nun wirklich durch das Spiel. Der Aktionsspielplatz bei der Freizeitanlage, welcher erst vor einem Jahr erstellt wurde, scheint ebenfalls zu einem attraktiven Anziehungspunkt zu werden. Durch die Betreuung dieser Anlage und spezieller Spielaktionen herrscht dort reger Betrieb.
Die Bauspielplätze an der General-Werdmüller-Strasse und am Zopfbach in der Au waren die ersten funktonierenden Plätze dieser Art auf dem Wädenswiler Gemeindegebiet. Ihre Betriebe hängen stark vom elterlichen Impuls ab, der andernorts vielfach mit den Jahren nachliess. Auch der seinerzeit im Walfisch-Areal vorgesehene Bauspielplatz scheiterte an der elterlichen Betreuung und wurde nach einer chaotischen Phase von der Stadt umfunktioniert.
Der Platz im Walfisch wirkt heute sauber, scheint mir aber von den vorhandenen Geräten her nicht sehr anziehend. Hingegen verleiht der alte und schützenswerte Baumbestand dem Areal wohltuende Geborgenheit.
Dasselbe konnte auch vom Gerätespielplatz
Rosenmattpark gesagt werden, bevor vor kurzem die alten Buchen gefällt werden mussten, was dazu führte, dass die Sonnenbestrahlung auf die Spielgeräte am Nachmittag heute einfach zu stark ist und es ein paar Jahre dauert, bis die Bewegungsgeräte und der Sandhaufen wieder angenehmer bespielbar werden. Die gleich neben dem Rosenmattpark liegenden Spielecken beim
Rosenhof fügen sich immer noch gut ins parkartige Gelände ein. Alle drei Plätze –
Walfisch,
Rosenmatt und
Rosenhof – sind jedoch von ihren Pflanzenbeständen her gesehen eher Ruhe- und Erholungspärke für Erwachsene. Sie sollten nicht in erster Linie für das Kinderspiel das sein, sondern den Erwachsenen – ich denke hier besonders an ältere Leute – Entspannung, Erholung und Erbauung bieten.
Wenn man sich die übrigen öffentlichen Spielplätze ansieht, stimmt einen das eher etwas nachdenklich. Erstens gibt es nur wenige solcher Tummelfelder. Sie liegen an der Weststrasse, in der Schönegg, an der Eichweidstrasse und auf der Fuhr, um die wesentlichsten zu nennen. Zweitens sind sie vielfach in baulich schlechtem Zustand, weisen ungeeignete Spielgeräte auf, die nicht oder kaum benützt werden, oder sind mit gravierenden Mängeln behaftet. Deutlich sind aber oft auch Spuren von Wandalismus auf den Plätzen und an den Geräten sichtbar. Gleichwohl bin ich der Auffassung, dass eine bessere Wartung, Überholung und laufende Erneuerungen die Situation verbessern könnten. Holz, das Material, das sich als das körperfreundlichste erwies, muss auf Spielplätzen eben alle paar Jahre erneuert werden, da es in unserem Klima und unter dem Einfluss des Spiels nicht ewig haltbar ist. Diese Überlegungen gelten auch für viele private Spielplätze in Überbauungen, von denen einige recht gut funktionieren und tüchtig frequentiert werden.
Für grössere Kinder sind und bleiben die Töbeli mit ihren Bachläufen, die Wälder und das Seeufer die beliebtesten Spielzonen.