Hof zu Gebisholz *

NACHMALS OBERORT UND ZOPF

 
In der Gegend des heutigen Oberorts und der Rietliau dehnte sich im Mittelalter das Gebisholz aus, ein Wald, der sich vom Seeufer hangaufwärts und gegen das Gwad hinüberzog. Das Gehölz wird im Wettinger Zinsrodel vom Jahre 1270 erstmals erwähnt. Die Schreibweise änderte in späterer Zeit oft. So treffen wir 1286 Gebelholz, 1484 Gibinsholz und 1555 Gäbisholz. Noch bevor die Waldung gegen Ende des 13. Jahrhunderts mit anderen Wettinger Gütern in den Besitz des Johanniterordens überging, wurde ein Teil des Forstes gerodet. Auf dem Neuland entstanden in der Folge die Hofsiedlung Gebisholz, die in den Steuerbüchern des 15. Jahrhunderts bezeugt ist. 1455 war zu Gebisholz ein Cläwy Blattmann sesshaft, 1468 dessen Sohn Ueli. Der Bauernhof trug noch den Namen Gebisholz, als der Wald, der einst zu Benennung Anlass gegeben hatte, schon längst vollständig gerodet war. Im 17. Jahrhundert ersetzte man die sinnentleerte Bezeichnung durch die verständlichere Neuschöpfung «Oberort». [Quelle: Die Au gestern - heute 1984 von Peter Ziegler]

Doppelbauernhaus Zopf – ehemals Gebisholz. Aufnahme von 1995.