Oktober 1985: «Tut mir leid, Frieda!» Sorry, aber so und nicht anders lautet der Titel des ersten Gastspiels im Ticino − eine Art Tanztheater.
Dezember 1987: Eine der besten Vorführungen der zweiten Eigenproduktion. Das Publikum stellt einen bis in die Gegenwart gültigen Rekord auf: Die Gäste sind zu viert! Das Stück, das sie gleichwohl zu sehen bekommen, heisst «Stille Nacht».
April 1988: Der illustre amerikanische Jazzer Chico Hamilton lässt wegen einer Abänderung seiner Europatournee den Ticino-Termin platzen. Dumm, dass der Vertrag bereits unterschrieben ist. Das Ticino prozessiert und gewinnt nach drei Jahren (gewinnt dabei sogar ein bisschen Geld).
März 1989: Zweifellos liegt das Theater günstig: zentral und nicht weit vom Bahnhof. Anderer Meinung ist der Theatermensch Gabriel Magos, der zum Zug aussteigt und dann auf möglichst direktem Weg der Seestrasse entlang marschiert. Er marschiert leider Richtung Zürich und marschiert und marschiert. Der Auftrittstermin rückt näher, und die Veranstalter kriegen Vögel.
April 1990: «Granatsplitter, eine rasende Lesung», halb so wild, der Künstler verwendet Weihrauch. Feierlich gestimmt, folgt das nicht eben zahlreiche Publikum der Organistin in die Kirche und lauscht der Literatur am Taufbecken.
Juni 1990: Die Veranstalter haben die Nase vorn. 13 Monate vor dem Jubeljahr 1991 feiern sie ihr H(EI)mat-Fest (l‘oeuf et la patrie): ein grosses Theater-, Musik- und Zeltfestival auf dem
Seeplatz.
März 1991: Ein rares Datum: Das Ticino eckt mit einer Veranstaltung an. Andreas Gross nimmt im Zeichen des Golfkriegs an einer Podiumsdiskussion über Militarismus teil. Das spricht sich im Dorf rum. Post festum wird der heutige Nationalrat als persona non grata qualifiziert. Ein daran anschliessender Briefwechsel liest sich spannend.
August 1992: Zum zweiten Mal flimmern Kinorenner durch den Rosenmattpark. Das Open-air mausert sich zum Hochsommerhit, aber nicht restlos alle sind begeistert. Ein Wädenswiler Bürger ereifert sich: «So etwas hätte Gottfried Keller nie geduldet!» − Ob er den guten Göpf richtig gelesen hat?
August 1993: Die Acapickels stellen den anderen Zuschauerrekord auf. Seine Zahl unterliegt feuerpolizeilichem Stillschweigen. Erstmals reklamiert ein Gast wegen den nicht nummerierten Plätzen.
November 1993: Der alte Name Ticino bewährt sich. Er lockt das Tessiner Fernsehen an, das in seiner Tagesschau einen Beitrag ausstrahlt. Das Thema nebst Ausschnitten aus einer aktuellen Veranstaltung: die vom Wädenswiler Stadtrat beantragte Halbierung der Subventionen und die 4600 protestierenden Gegenstimmen einer Petition.