Die neue Sportanlage auf Beichlen
Quelle: Jahrbuch der Stadt Wädenswil 1980 von Rolf Bieri / Paul Rota
Das neue Projekt auf Beichlen
Das neue Projekt auf Beichten wurde durch den Fussballclub innert kürzester Zeit erarbeitet, samt Kostenberechnungen, fachlichen Gutachten und Zustimmung der Instanzen des Heimatschutzes. Sportbehörde und Stadtrat nahmen den Vorstoss positiv auf und arbeiteten speditiv mit dem Fussballclub an der Weiterführung des Projektes. Bereits am 5. Juni 1978 − kaum ein Jahr nach der verhinderten Vorlage Schönegg − stimmte das Parlament dem Antrag der Sportbehörde und des Stadtrates zu und billigte einen Kredit von Fr. 966 000.- für ein Rasenspielfeld im Ausmass von 105 x 68 m und einen Sandhartplatz für das Schlechtwettertraining.
Der Fussball-Club hilft mit
Nach der Zustimmung des
Gemeindeparlamentes zur neuen Sportanlage befasste sich die Clubleitung eingehend mit den Aufgaben, die dem Club und seinen Mitgliedern gestellt wurden.
Nachdem für die Errichtung der Platzbeleuchtung mit der Aktion LUX die finanzielle Grundlage geschaffen worden war, konnte die Anschaffung einer 180 Lux starken Beleuchtung für Haupt- und Trainingsplatz beschlossen werden; sie soll wenn möglich noch im Herbst 1980 durch die Club-Elekriker montiert werden.
Die Ausführung der Stehplatzrampe und der Platzumschrankung wurde von der Seniorenabteilung übernommen. Schon manchen Samstag konnte man den Einsatz der Senioren beobachten, unterstützt durch Fachleute aus dem Club. Bereits ist die Rampe auf der Nordseite fertig erstellt, und wenn das Wetter noch einigermassen mitspielt, können bald auch noch die Stufen auf der Südseite versetzt werden.
Mit Beginn am 24. August 1979 wurden die 21 über acht Meter langen Betonpfähle innert weniger Tage versetzt. Hierauf konnten die ersten Arbeiten in eigener Regie ausgeführt werden. Der Aushub erfolgte; Magerbeton als Unterlage wurde eingebracht; die Schalungsarbeiten für die Betonriegel wurden unter Mithilfe einer Baufirma innert kurzer Zeit erstellt. Auch die am Platzbau beteiligten Firmen sprangen für verschiedene Erdarbeiten mit ihren Maschinen ein. Die noch notwendigen Ausgleichsarbeiten und das Einbringen des Magerbetons trugen vielen Fronarbeitern Schwielen an den Händen oder Rückenschmerzen ein. Nun kam Gusti Ochsner zum Einsatz. Tag für Tag, teilweise unter Mithilfe von Junioren und freiwilligen Helfern, verlegte unser Ehrenmitglied das gesamte Betoneisen. Anschliessend passten die Clubelektriker die Rohre ein.
Am Montag, 8. Oktober, wurde betoniert. Dank der grosszügigen Geste einer Baufirma - sie gab den Clubmitgliedern des FCW für diese Arbeit frei und stellte das nötige Werkzeug zur Verfügung - konnte die ganze Platte an einem Nachmittag betoniert werden. Bald wurden die Backsteine der Zürcher Ziegelei angeliefert. Der Junioren-Obmann und seine Junioren halfen beim Abladen und verteilten die Steine. Der Polier setzte das Mauerwerk an und bereitete alles vor.
Bauplatz des künftigen Clubhauses.
Beim Betonieren. Oktober 1979.
An den nächsten drei Wochenenden war Grosseinsatz der Maurer. Sechs Maurer (auch der Richterswiler Goali als Ex-Wädenswiler befand sich darunter) und fast das Doppelte an Hilfskräften waren an der Arbeit zu sehen. Senioren, Aktive, Junioren und Fans aus den Reihen der Supporter legten Hand an. Es war eine Freude zu sehen, wie sich jeder einsetzte, um am eigenen Haus mitzubauen. Kaum waren die Mauern auf die richtige Höhe aufgeführt, rückte bereits der Zimmermeister mit den Balken an. Wiederum an einem freien Samstag wurde der Dachstuhl erstellt, wobei diesmal vor allem Zimmerleute und Angehörige verwandter Berufe zur Mitarbeit herangezogen wurden. Noch vor dem Einwintern war das Haus eingedeckt.
In Fronarbeit entstehen auch die Mauern.
«Halbzeit» beim Platzbau
In der Zwischenzeit wurde mit den Schüttungen für den neuen Platz begonnen, nachdem die Zufahrtsstrassebereits vorgängig im Frühwinter 1978 erstellt worden war. Im Frühjahr 1980 zeigten die Messergebnisse, dass die errechneten Senkungen abgeklungen waren. Somit gab es grünes Licht für die weiteren Arbeiten wie das Abschieben der Überschüttung, das Einbringen der Sickerleitungen, das Humusieren.
Leider spielte das Wetter nicht immer mit; es bremste den Fortgang der Arbeiten stark. In den letzten Juliwochen jedoch konnten die Mitarbeiter der Platzbaufirma die Arbeiten forcieren, den Humus ausplanieren, die Sickerschlitze einfräsen und den Platz feinplanieren. Am Freitag, 15. August 1980, war der Platz angesät. Wunschgemäss fiel in der folgenden Nacht ein warmer Landregen, welcher der Saat die nötige Feuchtigkeit brachte. Der erste grüne Flaum ist nun bereits herangewachsen, und man hofft, dass noch im Herbst 1980 ein kräftiger Rasen heranwächst. Bis jedoch der Platz bespielt werden kann, wird noch einige Zeit vergehen. Die Vorbereitungen für die Einweihung der Sportanlage, die Mitte 1981 erfolgen soll, werden aber bereits vorangetrieben.
Der Hartplatz ist bereits fertig erstellt. Sobald die Beleuchtungsanlage - wiederum in Fronarbeit durch die Clubelektriker - montiert und angeschlossen sein wird, kann trainiert werden.
Im Winter 79/80 konnte wetterbedingt wenig am Clubhaus ausgeführt werden. Doch dann im Frühjahr waren wiederum Samstag für Samstag die Maurer, Gipser, Sanitär- und Elektromonteure oder Spengler an der Arbeit, und der Innenausbau nahm seinen Fortgang. Die Aussenisolation der Fassade wird noch im Verlaufe des Herbstes 1980 im Rohen fertiggestellt. Der Rest der Arbeiten soll dann Schritt für Schritt über den Winter und im kommenden Frühjahr erfolgen, damit das Haus auf die Einweihung im Sommer 1981 zur Benützung freigegeben werden kann.
Die Fronarbeit, die unsere Berufsleute neben ihrer normalen strengen Arbeit für das Gemeinschaftswerk leisten, ist grossartig.
Das neue Clubhaus im Herbst 1980.
Es ist sicher angebracht, auch an dieser Stelle allen Helfern für den bisher erbrachten Einsatz zu danken. Bis zur endgültigen Fertigstellung werden jedoch die Fussballer noch manchen Samstag opfern müssen. Jetzt aber, wo das Ziel − ein neues, schönes Spielfeld samt Hartplatz und ein eigenes Clubhaus − immer näher rückt, wird man auch noch die zweite «Halbzeit» bewältigen.