1893 erhielten Wädenswil und Richterswil gemeinsam eine direkte Leitung nach Zürich, und 1895 stand jeder Gemeinde eine eigene direkte Verbindung zur Verfügung.
Die erste Telefonzentrale in Wädenswil befand sich mit dem Telegrafendienst im Postbüro. Bald wurde aber der Raum zu klein. 1893 wurde die Telefonzentrale in das Haus Hess an der Ecke Seestrasse/Zugerstrasse und drei Jahre später in das Gebäude der Volksbank verlegt. Dort blieb die Telefonzentrale bis zur Automatisierung im Jahre 1936.
Von den ersten Stelleninhabern der Telefonzentrale sind bekannt:
1892–1893 Johann Ulrich Müller
1893–1908 Albert Herdener
1908-nach 1920 Fräulein Bertha lsler.
Im ersten Telefonbuch, datiert vom Januar 1883, finden sich zehn Abonnenten aus Wädenswil:
Hauser-Hauser A., zum Friedberg
Leihkasse
Pestalozzi J. H.
Theiler, Gebrüder
Weber M., Bierbrauer
Zinggeler & Söhne, zur Krone.
Der Zuwachs an Abonnenten war im Vergleich zu heutigen Verhältnissen eher bescheiden. Man zählte
1890 |
14 |
Hauptanschlüsse |
1900 |
66 |
Hauptanschlüsse |
1910 |
143 |
Hauptanschlüsse |
1929 |
287 |
Hauptanschlüsse |
1930 |
559 |
Hauptanschlüsse |
Wädenswil hat die Ehre, dass es als erste Gemeinde der Schweiz schon 1903 für die Feuerwehr einen Telefonalarm eingerichtet hat. Mit dem 1. Januar 1923 ging das Telefonbüro Wädenswil zum Tag- und Nachtbetrieb über. Nun standen sechs Leitungen nach Zürich zur Verfügung.
Am 10. Juni 1936 wurde die handbediente Vermittlungseinrichtung in Wädenswil durch eine automatische Telefonzentrale mit tausend Anschlüssen ersetzt. Für die Lieferung und die Montage der neuen Anlage am Standort der bisherigen Handzentrale im Gebäude der Schweizerischen Volksbank an der Seestrasse war die Bell-Telephone Mfg. Co. in Antwerpen besorgt.
Die Automatisierung, die Zunahme der Bevölkerung und die vermehrte Industrialisierung brachten dem Telefon einen enormen Aufschwung. Man zählte in Wädenswil
1940 zirka |
9 400 |
Einwohner |
|
765 |
Hauptanschlüsse |
1950 |
10 155 |
Einwohner |
|
1 186 |
Hauptanschlüsse |
1960 |
11 677 |
Einwohner |
|
2 178 |
Hauptanschlüsse |
1970 |
15 639 |
Einwohner |
|
4 412 |
Hauptanschlüsse |
1980 |
18 485 |
Einwohner |
|
7 758 |
Hauptanschlüsse |
Die automatische Zentrale System Bell diente bis 1968 und wurde stufenweise auf 3200 Anschlüsse vergrössert. Weil ein weiterer Ausbau in den bestehenden Räumen nicht mehr möglich war, wurde an der Grünaustrasse in den Jahren 1965/66 ein neues, zweigeschossiges Zentralengebäude erstellt. Die in Wädenswil ansässige Firma Standard Telephon und Radio AG erhielt den Auftrag, eine nach dem modernen, leistungsfähigen Automatensystem Pentaconta konzipierte Telefonzentrale mit einem Erstausbau von 6000 Teilnehmeranschlüssen zu installieren. In der Nacht vom 4. auf den 5. April 1968 wurde die neue Anlage in Betrieb genommen. Das Gebäude erlaubt einen weitern Ausbau der Anlagen bis auf 10‘000 Anschlüsse. Dieser Endausbau ist bereits erreicht, so dass die PTT gezwungen sind, eine Erweiterung des Gebäudes anzustreben. Seit 1977 haben die Abonnenten von Wädenswil siebenstellige Rufnummern.