Der alte Hof um die Eichmühle gegenüber der
Burg Wädenswil hiess im Spätmittelalter Lutringen. Er war, wie der benachbarte Hof
Unter Eichen (Zollingerhäuser), Eigengut der Herren von Wädenswil und gelangte 1281 durch Vermächtnis zunächst an das Kloster Frauenthal, 1302 durch Verkauf an das Johanniterhaus Bubikon und nach der Schaffung der selbständigen Komturei Wädenswil um 1320/30 schliesslich an diese. Als Zürich 1549 die Herrschaft Wädenswil erwarb, wurde das nunmehr mit einer Mühle versehene Lutringengut – ein Jakob Müller wird hier 1523 erstmals erwähnt – Erblehen unter der Oberhoheit des Staates Zürich. Die Bezeichnung Lutringen verlor sich zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Dafür bürgerte sich der Name «Mühle unter den Eichen» oder kürzer «Eichmühle» ein. Als der Müller Hans Diezinger 1568 auf diese Liegenschaft einen neuen Erblehenbrief ausgestellt erhielt, bestand der grosse Mühlekomplex aus drei Mahlwerken samt Stampfe, Bleue und Säge mit zugehörigen Wasserrechten sowie ausgedehntem Acker-, Wies- und Weideland und etwas Wald.
1677 übernahm der Hofbauer Jakob Blattmann ab dem «Esel» am Richterswilerberg die Eichmühle aus der Diezingerschen Konkursmasse und stellte sie in grossem Umfang baulich instand. Während sechs Generationen, bis um 1880, betätigten sich nun die Blattmann als Eichmüller. Sie zählten zur Wädenswiler Oberschicht und bekleideten in der Gemeinde angesehene und zum Teil einflussreiche Ämter. 1814 wird der Eichmühlehof wie folgt umschrieben: ein Haus samt Mühle, umfassend vier Mahlwerke, eine Relle, eine Stampfe, eine Haberdarre, eine Werchreibe, eine Ölmühle, eine Sägehaus mit wassergetriebenem Sägewerk, ferner Schopf und Schweinestall, eine Scheune mit Stallungen, ein Waschhaus, ein Speicher, eine Trotte mit Umgelände mit Matten, Weiden und Ried. Dazu kamen die beiden heute noch erhaltenen Weiher westlich der Mühle, unterhalb Felsen.
Nach 1816 entstand auf dem Areal des alten Eichmühlegutes der Aussiedlerhof
Neugut, der während fünf Generationen ebenfalls von der Familie Blattmann bewirtschaftet wurde. Seine Geschichte ist von Christian Renfer im
Jahrbuch der Stadt Wädenswil 1986 ausführlich gewürdigt worden.
Kaspar Albert Blattmann, der die Eichmühle 1880 erwarb, gab den Mühlebetrieb bald auf und richtete hier die
Wirtschaft ein. Von den späteren Besitzern, die dem Wirteberuf oblagen, seine die Vinazer, Bosshard, Brändli, Wannenwetsch und Eder genannt.