Am 28. April 1939 gingen die Brämschen Pläne bei der Gemeinde ein, wo sie im Eiltempo bearbeitet wurden: Bereits am 15. Mai wurde die Baubewilligung erteilt. Am 1. Juni 1939 informierte der Sparkasse-Vorstand die die Gesellschaftsmitglieder über das das Vorliegen des Kostenvoranschlags und gleichzeitig über die ersten Vergaben von Bauarbeiten (Prot SKW C, S.8, 1.6.1939). Weitere Vergaben erfolgten mit fortschreitenden Arbeiten gestaffelt bis im Oktober 1939.
Im September 1939 waren die Arbeiten so weit gediehen, dass die Aufrichte hätte gefeiert werden können. Wegen der «ernsten Zeitverhältnisse» veranstaltete die Gesellschaft aber kein Essen, sondern bedachte die Handwerker mit Zahlungen (Prot SKW C, S. 32 = 14.9.1939).
Am 25. April 1940 fand die Einweihung statt. Bevor es in den
Engel zu einem «einfachen Nachtessen» ging, führte der bauleitende Architekt, Heinrich Bräm, die Gesellschafter durch den Neubau. «Allgemein konnte man sich von der Zweckmässigkeit und Gediegenheit des Baues überzeugen. Die weiten, luftigen u. modernen Räume, die ohne jeden Luxus vornehm wirken, bilden ein harmonisches Ganzes. Der schöne, stattliche Bau, der unserem ansässigen Bauhandwerk eine willkommene Arbeits- & Verdienstmöglichkeit brachte, stellt den Organen der Sparkasse u. dem Architekt das Zeugnis verständnisvoller, überdachter u. zuverlässiger Arbeit aus» (Prot SKW C:, S. 77, 25.4.1940).
Am 14. November 1940 nahmen die Gesellschafter «die von der Baukommission vorgelegte Gesamt-Bauabrechnung» ab und stimmten dem Antrag der Kommission zu, «an den Fenstern einen geeigneten Blumenschmuck» anzubringen und «das Sitzungszimmer und das Büro des Verwalters noch mit Wandgemälden [gemeint sind Leinwandbilder] hiesiger Maler» zu versehen (Prot SKW C, S. 115, 14.11.1940). Für eine Beflaggung des Gebäudes während festlicher Anlässe war schon zuvor gesorgt worden (Prot SKW C: S. 80, 9.5.1940).
Die Sparkasse-Gesellschaft war überzeugt, mit dem Neubau «ganz wesentlich zur Verschönerung des […] Dorf- & Strassenbildes [beim Postplatz] beigetragen» zu haben. Deshalb fühlten sie sich nicht in der Verantwortung, als der Gemeinderat im März 1945 um einen Beitrag zur «Ausgestaltung des restlichen Postplatzes in Anpassung an die Umgebungsarbeiten des neuen Verwaltungsgebäudes» ersuchte. Sie offerierte dann doch einen Zuschuss von 1000.- Franken, aber unter der Bedingung, dass der Platz «nie als öffentlicher Abstell- oder Parkplatz für Automobile oder andere Fahrzeuge benutzt werde» (Prot SKW C, S.71–72, 28.3.1940). Der Gemeinderat wies zwar solche Absichten weit von sich, mochte aber keine grundbuchlichen Garantien geben und verzichtete deshalb auf die Unterstützung der Sparkasse (Prot SKW C, S. 79, 9.5.1940 und S. 92, 4.7.1940).