Neues Restaurant
Die Erben Hürlimann verkauften die Liegenschaft «Zum Badhaus» im September 1891 dem Johannes Seyboth, Wirt zum «Wilden Mann» in Zürich. Er nahm am 1. Januar 1893 die Wirte-Tradition im ehemaligen Badhaus, nicht aber den Badebetrieb, wieder auf. Mit einem Inserat im
«Allgemeinen Anzeiger vom Zürichsee» vom 31. Dezember 1892 zeigte er dies seiner Kundschaft an:
«Restaurant-Eröffnung Wädensweil Zum Badhaus Wädensweil nächst der
Brauerei.
Einem geehrten Publikum von Wädensweil und Umgebung die höfl. Anzeige, dass ich mit Neujahr ein Restaurant eröffnen werde, und mache darauf aufmerksam, dass nur ganz reale in- und ausländische Weine, sowie Birnen- und Aepfelsaft in Ausschank kommen und für guten Speisezeddel gleichfalls gesorgt ist. Sich bestens empfehlend, zeichnet achtungsvollst J. Seyboth, z. Badhaus.»
Vor der Eröffnung hatte ein grösserer Umbau stattgefunden. Sehr wahrscheinlich wurde damals das oberste Geschoss aufgestockt. Im Gegensatz zum Erdgeschoss, wo alle Fenster und Türen mit einem Bogensturz ausgeführt sind, ist das zweite Obergeschoss mit einfachen, regelmässig gereihten Rechteckfenstern ausgestattet. 1895 kam der Besitz an Johannes Ryffel, der ihn noch im gleichen Jahr dem Italiener Louis Colombo veräusserte. Im Verzeichnis der Wädenswiler Wirtschaften aus dem Jahre 1896 wird das «Badhaus unter der neuen Assekuranznummer 47 wieder aufgeführt.»
Im Besitz der Brauerei
1899 wurde das Badhaus an der äusseren Seestrasse, das damals als Wohnhaus diente und keine Badeeinrichtungen mehr enthielt, Eigentum der benachbarten Brauerei Wädenswil. Deren Besitzer Fritz und Franz Weber richteten im Jahre 1900 das Restaurant «Bierquelle» ein. Der neue Hausname, der die Beziehung zur Brauerei Wädenswil ausdrückte, erscheint erstmals im Wirtschaftenverzeichnis des Jahres 1900.
Nach der Liquidation der Brauerei Wädenswil ging auch das Restaurant «Bierquelle» ein. Das wieder zum Wohnen genutzte Haus wurde verkauft und gehört heute der Werubau AG, die das Gebäude 2013 stilgerecht restaurieren liess.